Wiler Jugend will in den Final

Zwei Wiler Jugendprojekte wurden für die Teilnahme am interregionalen Jugendprojekt-Wettbewerb des Kantons St. Gallen ausgewählt. Beide Projekte kämpfen Ende Oktober in Rorschach um den Einzug in den Final in Feldkirch.

Stefan Etter
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Die Hip-Hop-Tanzgruppe «New Generation» war ein Element des Projekts «Young Charity». (Bild: pd)

Die Hip-Hop-Tanzgruppe «New Generation» war ein Element des Projekts «Young Charity». (Bild: pd)

WIL. 21 Projekte wurden insgesamt angemeldet, deren zwölf wurden von der Jury schliesslich als beste ausgewählt. Die Rede ist vom interregionalen Jugendprojekt-Wettbewerb des Kantons St. Gallen, der am 25. Oktober in Rorschach stattfindet. Mit dabei sind auch zwei Wiler Jugendprojekte: «Young Charity», das von der Jugendarbeit der Stadt Wil initiiert wurde, und «Interreligiöse Kompetenz», hinter dem die Kirchliche Jugendarbeit Wil steht. Die beiden Projekte erhalten nun die Gelegenheit, durch eine kurze Präsentation für ihr Werk zu werben und sich für den Final in Feldkirch zu qualifizieren.

Bühne für junge Talente

«Das ist super für uns und die Jugendlichen, wir sind alle sehr stolz», sagt Sereina Koller, soziokulturelle Animatorin in Ausbildung bei der Jugendarbeit der Stadt Wil, über die Teilnahme am Wettbewerb. Sie und Silvan Maier haben im Herbst 2013 in der Tonhalle Wil zum drittenmal das Projekt Young Charity durchgeführt. Jugendliche aus Wil und der Region hatten damals auf der Bühne eine eigene Tanz- und Jonglierperformance präsentiert und Rap- und Popkonzerte mitsamt Band gegeben. «Die Idee war, den Jugendlichen eine Plattform für ihre Talente bieten zu können – sowohl auf der Bühne als auch hinter den Kulissen – und so Geld für einen guten Zweck zu sammeln.»

So sind laut Koller doch knapp 3300 Franken zusammengekommen, die dem Schweizer Verein Confidance, der ein Kinderhaus in Indien betreibt, gespendet wurden. «Rund die Hälfte des Betrags ist durch die Kollekte zustande gekommen, die andere durch den Verkauf von Bildern.» Denn ein Wiler Jugendlicher hat eine Vernissage auf die Beine gestellt, bestehend aus Fotos mit Sujets der Stadt Wil, die auf eine Leinwand gedruckt wurden – so vom Gare de Lion, von der Lokremise, dem Silo oder von simplen Strassenlaternen.

Monatelange Vorbereitung

«Die rund vierzig Jugendlichen haben sich freiwillig und ohne Gegenleistung beteiligt», sagt Koller. «Wir haben alle auf ein gemeinsames Ziel hingearbeitet und uns dafür monatelang vorbereitet und geübt.» Der Anlass selber sei ein sehr emotionales und «cooles» Erlebnis gewesen. «Eine schöne Belohnung für die Arbeit», sagt Koller. Und diese Arbeit soll nun auch beim interregionalen Jugendprojekt-Wettbewerb gewürdigt werden.

Bei der kurzen Präsentation wird laut Koller die Tanzgruppe New Generation auf der Bühne stehen, während auf einer Leinwand die «Young Charity» mit Bild und Text präsentiert wird. «Wir hatten eine riesige Freude, als wir von unserer Nomination erfuhren», sagt Koller. «Es wäre natürlich schön, wenn wir gewinnen würden. Doch primär wollen wir einen schönen Abend haben.»

Motivierende Wertschätzung

Das hat sich auch Michael Hermann, Jugendseelsorger und Leiter der Kirchlichen Jugendarbeit Wil, zum Ziel gesetzt. «Wir haben keinen grossen Rummel gemacht. Aber es ist eine motivierende Wertschätzung, dass unser Projekt Interreligiöse Kompetenz nun mit der Teilnahme am Wettbewerb so viel Aufmerksamkeit erhält.»

Michael Hermann hat im vergangenen Jahr zusammen mit zehn Jugendlichen eine Art Postenlauf konzipiert. Dieser thematisiert die fünf grossen Weltreligionen und greift je eine Konfliktsituation auf – wie beispielsweise die Tatsache, dass moslemische Lehrerinnen in Schweizer Schulzimmern kein Kopftuch tragen dürfen, den Schülerinnen dies aber erlaubt ist. Laut Hermann Beispiele mit gesellschaftlicher Relevanz. «Denn Jugendliche sind im Alltag mit diversen Kulturen und Religionen konfrontiert.»

Konfliktsituationen einschätzen

Die Vorbereitung auf das Projekt Interreligiöse Kompetenz hat laut Hermann ein Jahr gedauert. Im Herbst 2013 konnte er das Projekt im Rahmen des Wiler Respect-Camps, das ein gewaltloses und von Vorurteilen befreites Zusammenleben fördern will, durchführen. Dort wurden den Jugendlichen die einzelnen Fallbeispiele präsentiert und Gruppengespräche geführt. «Wir wollten wissen, wie die Jugendlichen die Konfliktsituationen einschätzen.»

Danach wurden den Teilnehmern die gesetzlichen Hintergründe der einzelnen Fallbeispiele erläutert und mit Schaukästen weiteres Wissen vermittelt. «Anschliessend haben wir gemeinsam die Argumente besprochen. Das Ziel war, dass die Jugendlichen durch Religion bedingte Konflikte im Alltag besser verstehen und auch lösen können», sagt Hermann. Dass sein Projekt nun am interregionalen Wettbewerb im Rennen sei, sei erfreulich. «Wir wollen die Jury mit einer witzigen Präsentation überzeugen.»

Das Projekt «Interreligiöse Kompetenz» darf am Jugendprojekt-Wettbewerb teilnehmen. (Bild: pd)

Das Projekt «Interreligiöse Kompetenz» darf am Jugendprojekt-Wettbewerb teilnehmen. (Bild: pd)

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