Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Wiler Bergholz selbst mit geplanter Überdachung nicht tauglich für die Super League

Mit der Überdachung der IGP Arena will der FC Wil den Stadionbesuch familienfreundlicher machen. Super League tauglich wäre das Bergholz aber trotzdem nicht. Der Klub plant jedoch, die Lizenz zu beantragen.
Gianni Amstutz
So soll das Bergholz nach der Überdachung der Tribünenbereiche aussehen. (Visualisierung: PD)

So soll das Bergholz nach der Überdachung der Tribünenbereiche aussehen. (Visualisierung: PD)

FC Wil Präsident Maurice Weber würde in Bezug auf das geplante Stadionprojekt wohl von einem Steilpass sprechen, den der Klub der Stadt zugespielt hat. Der Challenge League Verein möchte grosse Teile der IGP Arena überdachen (Ausgabe vom 31. Oktober). Zum einen soll die Gegentribüne, zum anderen der Sektor mit den Heimfans auf einer Länge von jeweils zwei Dritteln ein Dach erhalten.

Das Projekt würde insgesamt 1,25 Millionen Franken kosten, wovon der Kanton eine halbe Million und der FC Wil selbst 300'000 Franken beizusteuern hätten. Der Anteil der Stadt als Besitzerin des Stadions betrüge demnach 450'000 Franken. Weber spricht von «einer Riesenchance für Wil». «Die Stadt erhält zum Preis von 450'000 Franken ein Projekt mit einem Gegenwert von 1,25 Millionen.» Zudem hat Weber einen Grossteil der Planungsarbeiten bereits selbst realisiert. Das Projekt sei weit mehr als ein blosser Entwurf, sagt er. So hätten bereits Abklärungen bezüglich Statik, Akustik und Elektrik stattgefunden. Die Stadt müsse eigentlich nur noch zustimmen.

«Mehrwert für die ganze Stadt»

Von der Überdachung würde laut Weber nicht nur der Fussballclub profitieren. Durch den geschlossenen Fassadenabschluss bleibe der Lärm im Stadion. Das sorge nicht nur für eine bessere Stimmung während der Spiele, sondern erspare auch den Nachbarn Lärmimmissionen. Hauptgrund für die Erweiterung sei aber die Familienfreundlichkeit eines Stadionbesuchs zu erhöhen. «Ich bekomme immer wieder Rückmeldungen von Familienvätern, die Frau und Kinder eigentlich gerne an ein Spiel mitnehmen würden, sich aber keine Plätze auf der Haupttribüne leisten können», sagt Weber. Doch nur wer sich ein Ticket der teuersten Kategorie leistet, ist zurzeit sicher, bei schlechtem Wetter nicht verregnet zu werden. Als Familienverein, als den sich der FC Wil sieht, sei dies ein unhaltbarer Zustand. «Wir wollen auch jenen Personen mit einem kleinen Portemonnaie ein tolles Erlebnis bieten.»

Verwaltungsratspräsident Maurice Weber und Mediensprecher Dani Wyler informieren über das Projekt. (Bild: Gianni Amstutz)

Verwaltungsratspräsident Maurice Weber und Mediensprecher Dani Wyler informieren über das Projekt. (Bild: Gianni Amstutz)

Weiterhin nicht überdacht sein wird unter anderem der Gästebereich. Dies weil eine Lösung über das ganze Stadion hinweg fast doppelt so teuer gekommen wäre und finanziell deshalb nicht machbar ist – zumindest vorerst. Denn die Überdachung ist so konzipiert, dass sie bei Bedarf erweitert werden könnte.

Die ersten Signale der Stadt seien positiv, sagt Weber. Im Budget ist für das Projekt ein Kredit über 100'000 Franken beantragt. An der Sitzung des Stadtparlaments vom 12. Dezember gilt es für die Stadionerweiterung also, die erste Hürde zu nehmen. Noch sei man von den Mitgliedern des Stadtparlaments nicht auf das Projekt angesprochen worden, sagt Maurice Weber.

Er hofft, dass der Kredit im Parlament durchgehen wird, da es «wichtig ist, dass es jetzt vorwärts geht». Dies, zumal die Idee bereits kurz nach der Eröffnung der IGP Arena 2013 Thema war. Das Stadtparlament wird zusätzlich per separatem Bericht und Antrag über die Erweiterung zu befinden haben. Wann diese vorgelegt werden, steht noch nicht fest.Ebenso wenig wie der Zeitplan für den Bau. Maurice Weber wünscht sich, Anfang 2020 im überdachten Stadion spielen zu können. Er wisse jedoch, dass politische Prozesse ihre Zeit benötigen. Trotzdem sei ein schnelles Voranschreiten wichtig. «In der Baubranche gibt es eine Regel, die besagt, dass ein Projekt teurer wird, je länger es dauert.»

FC Wil beantragt wohl Lizenz für Super League

Doch auch mit der Überdachung grosser Teile des Bergholz, ist das Stadion nicht ausreichend für den Spielbetrieb in der höchsten Schweizer Spielklasse. Wie der Stadionkatalog der Swiss Football League vorschreibt, braucht es zur Teilnahme in der Super League mindestens 8000 Sitzplätze – und diese müssen alle überdacht sein. Der FC Wil werde voraussichtlich trotzdem beide Lizenzen beantragen, sagt Maurice Weber. Erst einmal wolle man aber die restlichen Spiele der Hinrunde abwarten, denn kassiere der FC Wil ein paar Niederlagen, würde plötzlich niemand mehr vom Aufstieg sprechen. «Wir wissen, woher wir kommen und wurden zu Saisonbeginn als Abstiegskandidat gehandelt.» Deshalb wolle man auf dem Boden bleiben.

Gleichwohl sagt der Präsident: «Wenn wir auf einem vorderen Tabellenplatz überwintern, müssen wir uns diese Gedanken machen.» Zumal die Lizenz im Februar beantragt werden muss. Ganz unvorbereitet wären die Verantwortlichen des FC Wil denn auch nicht. So steht fest, dass ein Gastspiel im Kybunpark des FC St. Gallen nicht in Frage kommt. Dies, weil die Stadtpolizei St. Gallen dem FC Wil keine Bewilligung für den Spielbetrieb im Osten erteilen würde. Möglich sei allerdings eine provisorische Erweiterung des Bergholz mit Sitzplatztribünen. Die Pläne dafür lägen in der Schublade bereit, da die Super-League-Lizenz bereits unter den türkischen Investoren beantragt wurde.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.