Wilen
Erfolg: Michael Gieseck wird neuer Gemeindepräsident – für Gemeinderatssitz ist ein zweiter Wahlgang nötig

Michael Gieseck, der Unternehmer aus Uzwil, wird in Wilen Nachfolger von Gemeindepräsident Kurt Enderli. Er setzte sich gegen zwei weitere Kandidaten durch. Für den ebenfalls frei werdenden Sitz im Gemeinderat ist am 19. Dezember ein zweiter Wahlgang nötig.

Simon Dudle
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Blumen für den Neuen: Wilens Noch-Gemeindepräsident Kurt Enderli (rechts) und sein Nachfolger Michael Gieseck.

Blumen für den Neuen: Wilens Noch-Gemeindepräsident Kurt Enderli (rechts) und sein Nachfolger Michael Gieseck.

Bild: Simon Dudle

Er ist 58-jährig, selbstständig-erwerbend, verheiratet, Vater zweier erwachsener Kinder, wohnhaft noch in Uzwil. Das sind die Eckdaten von Michael Gieseck (parteilos). Er ist ab dem 1. Juni des kommenden Jahres Gemeindepräsident der Hinterthurgauer Gemeinde Wilen – und somit Nachfolger von Kurt Enderli (parteilos), der sich nach 19 Jahren im Amt pensionieren lässt. Gieseck sagte am Sonntagnachmittag beim Wahlapéro im Wilener Kirchen- und Gemeindezentrum:

«Ich bin überrascht und überwältigt. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass die Entscheidung schon im ersten Wahlgang fällt.»

Sprachloser Gegenkandidat

Tatsächlich hatte manch einer im 2500-Seelen-Dorf einen zweiten Wahlgang erwartet, da drei Kandidaten zur Wahl gestanden haben. Das Ergebnis war aber überaus deutlich. 597 Stimmen entfielen auf Gieseck, womit dieser das absolute Mehr von 518 ziemlich souverän übertraf. Und dies bei einer hohen Wahlbeteiligung von 66 Prozent. «Das Ergebnis kommt unerwartet, zumal ich ja nicht aus Wilen bin. Aber es freut mich ausserordentlich», sagte Gieseck. Für ihn ist es eine Rückkehr, hatte er doch mit seiner Familie vor einigen Jahren im Wilener Gröttli gewohnt.

Ernüchtert waren die anderen beiden Kandidaten. In erster Linie wegen des deutlichen Abstands zum Sieger. 219 Stimmen entfielen auf den 56-jährigen Coach und Manager Guido Scherpenhuyzen (parteilos). Der einzige der drei Kandidaten, welcher aktuell in Wilen wohnt, sagte:

«Ich bin sprachlos. Das Ergebnis ist für mich nicht nachvollziehbar.»
Michael Gieseck, Guido Scherpenhuyzen, Paul Hug (von links.

Michael Gieseck, Guido Scherpenhuyzen, Paul Hug (von links.

Bilder: Lara Wüest, Andri Vöhringer

Ein Sieg auch für das Findungskomitee

Gar nur 117 Stimmen gab es für den 44-jährigen Paul Hug (parteilos), der in Wallenwil zu Hause ist. Er sagte:

«Ich bin ob des Ergebnisses enttäuscht. Aber so ist nun mal die Demokratie. Ich habe Erfahrungen gewinnen können.»

Ein Sieg war es schliesslich für das Findungskomitee. Alle drei Kandidaten hatten bei diesem ihr Interesse für das Wilener Gemeindepräsidium angemeldet. Die Wahlempfehlung des Komitees war einzig auf Michael Gieseck entfallen.

Für den neuen Wilener Gemeindepräsidenten bleibt ziemlich genau ein halbes Jahr, um sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten. Er wird in dieser Phase bereits den monatlich stattfindenden Gemeinderatssitzungen beiwohnen und Zeit im Wilener Gemeindehaus verbringen, um mit den Aufgaben vertraut zu werden. Gieseck möchte das Amt in einem 60-Prozent-Pensum ausführen. Die Tätigkeit als Geschäftsführer der Swisshousehold GmbH, welche Küchengeräte vertreibt, will er reduzieren, aber nicht aufgeben.

Gieseck kann sich vorstellen, über das Pensionsalter hinaus Gemeindepräsident zu bleiben und somit im Jahr 2023 noch zwei weitere, volle Legislaturen anzuhängen.

Gemeinderat: Dierauer fehlen 24 Stimmen

Roger Dierauer, Kandidat Gemeinderat Wilen

Roger Dierauer, Kandidat Gemeinderat Wilen

Bild: Josef Bischof

Neben einem Gemeindepräsidenten war in Wilen auch ein neuer Gemeinderat zu wählen. Die Ersatzwahl wurde nötig, weil Sopeye Wenger die Hinterthurgauer Gemeinde verlässt. Im ersten Wahlgang ist noch keine Entscheidung gefallen. Allerdings war es knapp. Das beste Ergebnis machte der 49-jährige Roger Dierauer (Wilen, GLP). Mit 473 Stimmen verpasste der Informatiker das absolute Mehr um gerade einmal 24 Stimmen. Auf 321 Stimmen kam die 40-jährige Produktmanagerin Claudia Walt (Wilen, parteilos). 172 Stimmen machte der 20-jährige Logistiker Ignatius Häne (Wilen, parteilos). Dies bei einer Stimmbeteiligung von 62,4 Prozent. Alle drei stehen im zweiten Wahlgang am 19. Dezember wieder zur Verfügung.

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