Wilen
Es kommt zur Kampfwahl: Wer Wilener Gemeindepräsident werden möchte

Kurt Enderli zieht sich nach 19 Jahren als Gemeindevorsteher Wilens zurück. Mit Michael Gieseck und Guido Scherpenhuyzen buhlen zwei Personen um seine Nachfolge. Mindestens. Denn die Meldefrist läuft noch. Nur einer von ihnen wird von der Findungskommission unterstütz.

Salome Lohner
Drucken
Teilen
Das 2500-Seelen-Dorf Wilen sucht einen neuen Gemeindepräsidenten.

Das 2500-Seelen-Dorf Wilen sucht einen neuen Gemeindepräsidenten.

Bild: Reto Martin

In Wilen geht eine kleine Ära zu Ende. 19 Jahren lang wird Kurt Enderli die Geschicke der Hinterthurgauer Gemeinde geleitet haben, wenn er Ende Mai des kommenden Jahres zurücktritt. Bereits über ein Jahr vor dem Abschied hatte er diesen Schritt kommuniziert, womit genügend Zeit für die Suche seiner Nachfolgerin oder seines Nachfolgers blieb.

Ein Finderkomitee hat im Mai mit der Suche begonnen – und wurde fündig. Das Gremium, bestehend aus Marc Ledergerber (Leitung), Sybille Brühwiler, Barbara Jäger, Jeannine Scherrer-Bänziger, Toni Somm und Simon Wetter, hat aus etwas mehr als einer Handvoll Bewerbungen vier Kandidaten auserwählt, welche sich persönlich vorstellen konnten. Deren drei wurden zu einer weiteren Runde eingeladen. Nach Abschluss dieses Selektionsverfahrens empfehlen die Mitglieder der Findungskommission einstimmig Michael Gieseck als neuen Gemeindepräsidenten.

Michael Gieseck (parteilos).

Michael Gieseck (parteilos).

Bild: PD

Auch ein Einheimischer kandidiert

Die Findungskommission begründet im Mitteilungsblatt, Michael Gieseck habe mit seiner umfassenden Erfahrung aus langjähriger leitender Position in der Wirtschaft und seiner gewinnenden Persönlichkeit überzeugt. Der 58-Jährige ist Geschäftsführer, verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Wohnhaft ist er in Uzwil. Die Kommissionsmitglieder sind überzeugt, dass der Parteilose nebst dem Bewahren von Bewährtem auch einen bedeutenden Beitrag zu einer Weiterentwicklung der Gemeinde Wilen leisten wird.

Guido Scherpenhuyzen (parteilos).

Guido Scherpenhuyzen (parteilos).

Bild: PD

Doch Michael Gieseck wird sich beweisen müssen, um gewählt zu werden. Obwohl er als einziger Kandidat von der Findungskommission unterstützt wird, gibt es eine Gegenkandidatur. Namentlich ist es Guido Scherpenhuyzen. Der 56-Jährige ist selbstständig als Coach für Hochbegabte und Management. Mit seiner Frau und zwei erwachsenen Söhnen wohnt der Parteilose seit 21 Jahren in Wilen. Das anspruchsvolle Amt des Gemeindepräsidenten erfordere Professionalität beim Management komplexer Projekte, Erfahrung bei Verhandlungen auf allen Ebenen, einen motivierenden Führungsstil und vor allem Identifikation mit dem Dorf. So lässt Scherpenhuyzen im aktuellen Mitteilungsblatt der Gemeinde zitieren.

Weitere Kandidaturen möglich

Es bleibt die Frage, warum nur einer der Kandidaten von der Findungskommission unterstützt wird. Darauf angesprochen, will deren Präsident Ledergerber nichts weiter sagen und verweist auf die Ausführungen im Gemeindeblatt.

Ob es bei diesen zwei Kandidaten bleibt, steht noch nicht fest. Die Frist für die Kandidatur läuft noch bis am 4. Oktober. Alle sich zur Wahl stellenden Personen werden sich dann der Bevölkerung an einem Podiumsgespräch am 2. November vorstellen. Der erste Wahlgang ist auf den 28. November terminiert. Amtsantritt für das neue Wilener Gemeindeoberhaupt ist am 1. Juni 2022.

Noch eine Wahl am 28. November

Die Wilener Stimmbürger haben nicht nur einen neuen Gemeindepräsidenten zu wählen, sondern zusätzlich auch noch einen neuen Gemeinderat. Denn Sopeye Wenger hat seinen Rücktritt eingereicht, da er den Wohnort wechselt. Auch diese Ersatzwahl findet am 28. November an der Urne statt. Die Meldefrist endet am 4. Oktober. Bis Freitagabend gab es noch keine offiziellen Kandidaten. (sdu/gk)

Aktuelle Nachrichten