WILEN: Als Helferin bei einer Bauernfamilie

Landdienst bedeutet für junge Menschen, eine andere Welt kennen zu lernen. Dies macht die Wilenerin Jasmine Töngi bei der Familie Bohl in Stein. Bereits zum zweiten Mal arbeitet sie für zwei Wochen auf dem Hof.

Drucken
Teilen
Silvia Bohl, Samuel, Roman, Jasmin Töngi und Tobias (von links) bei der Schaukel vor dem Bauernhaus in Stein. (Bild: Adi Lippuner)

Silvia Bohl, Samuel, Roman, Jasmin Töngi und Tobias (von links) bei der Schaukel vor dem Bauernhaus in Stein. (Bild: Adi Lippuner)

Die Familie Bohl-Freuler, das sind Mutter Silvia, Vater Thomas und die Söhne Samuel (6), To­bias (4) und Roman (2), leben am ­Dorfrand von Stein. Für zwei Wochen packt die aus Wilen stammende Jasmin Töngi tatkräftig mit an. Sie verbringt bereits den zweiten Landdienst bei der Familie Bohl und hat sich vom ersten Tag an mit den drei quirligen Buben angefreundet. «Kinder-Hüten ist meine liebste Aufgabe, aber auch Kochen und Backen bereiten mir Freude», ist beim Besuch auf dem Hof zu erfahren.

Für Silvia Bohl ist die Schülerin eine willkommene Stütze: «Ich kann ihr die Kinder guten Gewissens anvertrauen, sei es, wenn ich Arbeiten draussen erledigen will oder im Haus noch etwas zu tun ist.» Aber auch die Hilfe bei den Hausarbeiten wisse sie zu schätzen, «denn wir vermieten noch eine Ferienwohnung, und wenn ich beim Putzen dranbleiben kann und Jasmin sich mit den Kindern beschäftigt, läuft die Arbeit wesentlich schneller.» Auch Gartenarbeit macht der Helferin Freude, etwas weniger Begeisterung kommt beim Stichwort Heuen auf. Aber Silvia Bohl erklärt dazu: «Wenn sich Jasmin um die Kinder kümmert, können Thomas und ich unbesorgt heuen, und das ist für uns eine grosse Erleichterung.»

Bisher hat Silvia Bohl mit ihren Landdienstlern positive Erfahrungen gemacht. «Bei Jasmin war von Anfang an spürbar, dass ihr das bäuerliche Umfeld nicht ganz unbekannt ist.» Zudem habe sie eine rasche Auffassungsgabe und führe die Arbeiten zuverlässig aus. Jasmin Töngi verbringt, obwohl aus nicht-bäuerlichem Umfeld stammend, in ihrem Heimatdorf viel Zeit auf dem Nachbarhof. «Aber es ist etwas anderes, wenn ich in die Familie integriert bin und während zwei Wochen hier wohne.» Sie habe ganz neue Erfahrungen gemacht und könne ihren Altersgenossinnen und Altersgenossen den Landdienst guten Gewissens empfehlen. «Es erweitert den Horizont und gibt Einblick in eine für viele unbekannte Welt.»

Silvia Bohl selber stammt nicht von einem Bauernhof, sie ist zwar in ländlichem Umfeld in Bilten GL aufgewachsen, wollte, wie sie mit einem Lächeln erklärt, aber «nie einen Bauern heiraten». Doch heute könne sie sich kein anderes Leben vorstellen.

Landdienst nicht überall bekannt

Die Bäuerin hat selbst nie Landdienst gemacht und kannte dies auch nicht aus ihrem Umfeld. Auf die Idee, sich anzumelden, haben sie die Schwiegermutter Liselotte Bohl und eine Nachbarin gebracht. Bei Jasmin Töngi war es die Mutter, welche ihr die Informationen zum Landdienst gab. «Damals war ich noch zu jung, denn Landdienst kann erst ab 14 Jahren gemacht werden. Doch nun bin ich schon das zweite Mal bei der Familie Bohl, und trotz der verschiedenen Aufgaben ist es für mich fast wie Ferien.»

Auf dem Betrieb der Familie Bohl wird Braunvieh gehalten, zudem bildet die Kälbermast einen wichtigen Erwerbszweig. Im Sommer gehört die Alp Leser zum Arbeitsbereich des Bauern. Dieser fährt täglich vom Dorf hoch auf die Alp und ist gegen Mittag wieder im Tal. Eine anstrengende, aber auch befriedigende Zeit, ist zu hören.

Trotz viel Arbeit gönnt sich die Familie jeweils am Sonntag einen Ausflug oder plant einen Baditag mit den Kindern ein. «Als Familie etwas gemeinsam zu unternehmen ist uns wichtig, auch wenn wir im Sommer viel Arbeit zu bewältigen haben», so Silvia Bohl. Umso glücklicher ist sie, mit Jasmin Töngi eine zuverlässige Unterstützung auf dem Hof zu wissen.

Adi Lippuner

redaktion

@wilerzeitung.ch