Wildhaus
Aufforstung nach Sturm: Freiwillige Helfer pflanzen 150 Bäume

Spar in der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann stellt Geld für gemeinnütziges Projekt zur Verfügung.

Adi Lippuner
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Revierförster Simon Lindner kontrolliert mit leichtem Ziehen am Wipfel, ob die junge Lärche von Andrea Faoro richtig eingepflanzt wurde.

Revierförster Simon Lindner kontrolliert mit leichtem Ziehen am Wipfel, ob die junge Lärche von Andrea Faoro richtig eingepflanzt wurde.

Bild: Adi Lippuner

Alljährlich wird in den beiden, von Othmar Murer betriebenen Spar-Geschäften in der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann eine Geldsammlung für einen guten Zweck durchgeführt. Nach den Schäden, welche der Sturm «Burglind» im Januar 2018 verursachte, entschied sich der Geschäftsinhaber, das Geld für die Aufforstung einer verwüsteten Fläche zur Verfügung zu stellen.

Am Mittwochnachmittag packte dann ein Teil der Belegschaft tatkräftig mit an, um die jungen Bäume auf einer mit Stauden und Dornen überwucherten Fläche zu pflanzen. Revierförster Simon Lindner betonte:

«Bei den von uns ausgewählten Jungbäumen handelt sich um wertvolle Zukunftsbäume.»

Gemeinsam mit Christof Gantner, Leiter der Waldregion 5 und Regionalförster, wurde die Pflanzaktion vorbereitet. «Dass nicht nur die finanziellen Mittel zum Kauf der Bäume zur Verfügung gestellt wurden, sondern der Unternehmer und ein Teil der Belegschaft selbst mit anpacken, ist für uns eine ganz besondere Freude», so der Tenor von Christof Gantner und Simon Lindner.

Körperliche Herausforderung

Die knapp eine Hektare grosse Fläche, am Fussweg zwischen Moos und Gamplüt in Wildhaus gelegen, war für alle Beteiligten eine echte Herausforderung. Wo früher Fichten standen, haben sich Stauden und Dornengestrüpp breitgemacht.

Nun galt es, passende Pflanzplätze für die insgesamt 150 Bäumchen zu finden und dann diese auch fachgerecht an den neuen Standort zu bringen. Sowohl die erwachsenen als auch die jugendlichen Helferinnen und Helfer machten sich mit viel Eifer ans Werk. Es wurden Werkzeuge gefasst, die vorbereiteten Pflanzen sowie Pfähle und Schutzgitter zu den einzelnen Plätzen getragen und dann begann die eigentliche, schweisstreibende Arbeit. Simon Lindner erklärte:

«Jedes Pflanzloch muss dem zu pflanzenden Bäumchen angepasst werden», erklärte Simon Lindner das Vorgehen.

Zuerst gelte es, die vorgesehene Fläche von Ästen, Steinen und trockenem Material wie Laub und Stroh zu befreien. «Dann mit dem passenden Werkzeug, ich bevorzuge die Wiedehopfhacke, ein Loch machen. Die Wiedehopfhacke ähnelt in ihrer Form dem gleichnamigen Vogel und ist das kraftvollste, manuelle Gartenwerkzeug.»

Erklärt wurde auch der Wurzelschnitt und dass es wichtig ist, den Jungbaum nicht einfach ins Loch zu drücken, sondern den Wurzeln den nötigen Raum zu lassen, damit diese anwachsen können. Nach dem sorgfältigen Einfüllen der Erde und dem Bedecken mit trockenem Material wurden die Jungbäume mit Pfosten und einem Netz vor Verbiss- und Fegeschäden geschützt.

Baumarten der Zukunft

Der Klimawandel und damit die Veränderung der Natur sei auch beim Wald spürbar, so Simon Lindner. Bei Aufforstungen, insbesondere auch nach Sturmschäden, werde deshalb darauf geachtet, wertvolle Zukunftsbäume zu pflanzen. Für die – an einem Südhang exponierten Lage – entschieden sich die Forstfachleute für Lärchen, Ahorn, Linden, Kirsch-, Nussbäume und Eichen. (adi)