Wildhaus-Alt St.Johann
Theologe, Psychologe und Journalist: Jetzt hat Christian Gauer als Klangwegmacher eine neue Aufgabe gefunden

Seit 2003 engagiert die Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann einen Klangwegmacher und Schwendiseewart. Nachdem Ruedi Vetsch in diesem Jahr pensioniert wurde, konnte mit Christian Gauer ein Nachfolger gefunden werden.

Christiana Sutter
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Christian Gauer ist mit seinem blauen E-Bike und Anhänger bereit für die Arbeit auf dem Klangweg.

Christian Gauer ist mit seinem blauen E-Bike und Anhänger bereit für die Arbeit auf dem Klangweg.

Bild: Christiana Sutter

2003 wurde der Schwendisee zum Moorschutzgebiet erklärt und im gleichen Jahr wurde der Klangweg eröffnet. Von der Gemeinde und den Verantwortlichen des Klangwegs wurde der heute 68-jährige Ruedi Vetsch aus Unterwasser angefragt, ob er sich um die Umgebung rund um den Schwendisee und den Klangweg kümmern wolle. Er wollte. Seit diesem Jahr ist er im verdienten Ruhestand. Sein Nachfolger ist Christian Gauer aus Unterwasser.

Ein blaues E-Bike mit Anhänger, geladen mit Trimmer, Werkzeug und Militärrucksack steht vor dem Schopf beim Parkplatz am Schwendisee. Christian Gauer ist bereit für seine nächste Kontrolltour auf dem Klangweg. Man erkennt ihn an der gelben Leuchtweste.

Via Sargans und St.Gallen ins Toggenburg gefunden

Christian Gauer wohnt seit 2010 mit seiner Ehefrau und zwei fast erwachsenen Söhnen in Unterwasser, im Luckentobel, gegenüber dem Bernetstein und direkt an der Wildhauser Thur. Aufgewachsen ist der gelernte Mechaniker in Sargans. Bevor Gauer ins Toggenburg kam, war er in der Gastronomie tätig. «Zwölf Jahre war ich im Zug unterwegs, mit der Minibar und im Zugrestaurant.»

Gewohnt hat die Familie damals in St.Gallen, gleich oberhalb des Tröckneturms. Sein erster Job im Toggenburg war erneut in der Gastronomie, am Berg, im Iltios. Christian Gauer hat sich jedoch immer weitergebildet. Nebst einer theologischen Ausbildung und einem Grundlagenstudium in Psychologie bildete er sich im Fernstudium als Journalist aus. Heute ist Christian Gauer Hausmann zu einem Teil Selbstversorger und freier Fachjournalist.

Ein 20-Prozent-Pensum

Je nach Vorliebe kann man den Job, den Gauer seit Anfang Mai dieses Jahres ausübt, als Klangwegmacher oder Schwendiseewart bezeichnen. Es ist ein 20-Prozent-Jahrespensum-Job. Die meiste Arbeit fällt im Sommer an. Im Winter ist es der Steg, den er vom Schnee befreien muss.

Arbeitgeberin ist die Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann, aufgeteilt je zur Hälfte für den Schwendisee und den Klangweg. Christian Gauer liebt die Naur und verschiedenen Stimmungen am See, auch die Gespräche mit den Gästen seien oft sehr bereichernd und interessant.

Klangwegmacher Gauer ist nicht jeden Tag auf dem Klangweg unterwegs oder am Schwendisee anzutreffen. Bei schlechtem Wetter sind auch nicht so viele Touristen unterwegs. Die Tätigkeiten als Klangwegmacher oder Schwendiseewart sind sehr abwechslungsreich.

«Zum einen muss ich die Feuerstellen beim See und Dunkelboden kontrollieren, sauber halten und Holz nachfüllen.» Das Holzdepot ist im Schopf, in dem auch weiteres Werkzeug verstaut ist. Aber auch die Abfallkübel und den Steg kontrollieren sind Aufgaben, die Gauer am Schwendisee verrichten muss.

Da der Schwendisee in einem Moorschutzgebiet liegt, kontrolliert er als Schwendiseewart auch, dass nicht im Wald «gfürlet» wird. Schliesslich sei es ein Naturschutzgebiet, erklärt Gauer.

Instandstellung der Instrumente als zentrale Aufgabe

Auf dem Klangweg fallen andere Aufgaben an. In diesen Tagen ist das Ausmähen des Weges angesagt, denn in den letzten, warmen Sommertagen und dem feuchten Wetter ist das Gras am Wegrand in die Höhe geschossen. Auch die Kontrolle der Zäune am Klangweg ist Gauers Aufgabe. Ein wichtiger Teil als Klangwegmacher ist jedoch die Instandstellung der Klanginstrumente.

Auf seiner heutigen Tour steht die Auswechslung eines Hammer-Holzstiels bei den Klangpilzen im Dunkelboden auf dem Programm. Noch eine letzte Kontrolle, ob alles im Anhänger ist, und losgeht’s. Mit seinem blauen E-Bike fährt er über die Kiesstrasse am hinteren Schwendisee vorbei und in zügigem Tempo hoch zum Dunkelboden.

Grundsätzlich ist das Befahren des Klangwegs mit Mountainbikes während des Tages nicht empfohlen. Für den Klangwegmacher ist das E-Bike jedoch das ideale Fortbewegungsmittel, denn er ist meistens unterwegs, wenn es die Wanderer noch nicht sind. Zudem kann Gauer nicht Auto fahren, wie er beiläufig erwähnt.

Bei den Pilzen angekommen, packt er sein Sackmesser aus, den neuen Holzstiel und eine Rolle mit Nylonschnur.

«Ich frage mich schon, wie man einen solchen Stiel kaputtmachen kann.»

Der Stiel ist schnell ausgewechselt. Der Klangwegmacher kontrolliert, ob die Schnur auch lang genug ist, damit mehrere Pilze erreicht werden können. Ein Schlag mit dem Hammer und der Pilz klingt. Gauer packt seine Utensilien ein und fährt zurück zum Schopf am Schwendisee. Das Tagwerk ist abgeschlossen. Noch alles im Schopf verstauen und dann geht es nach Hause ins Luckentobel.

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