Wilde Tiere und schräge Käuze

Am Rosenmontag fand in der Sonnenscheune der Wolfertswiler Maskenball statt. Unter dem Motto «Wildnis ruft» schwirrten die Gäste in wilden Kostümen durch die Scheune.

Jonas Lüdi
Drucken
Teilen

WOLFERTSWIL. Die Wildnis schien die Kostümierten tatsächlich an den Maskenball gerufen zu haben. Viele Raubkatzen, aber auch einige exotische Vögel versuchten, den jeweils nächsten in ihrer Ausgefallenheit zu übertrumpfen. Um diesen Vergleichen noch etwas Würze zu verleihen, verteilte die «Wildnis-Jury» laminierte Kärtchen mit Noten unter den am besten kostümierten Teilnehmern. Die Verkleidungen reichten von gänzlich geschminkten Köpfen und ausgefallenen Kleidern bis zu Ganzkörper-Plüschkostümen mit riesigen Köpfen. Eine Gruppe von Gästen kam gar auf die witzige Idee, sich als Bewohner des «Dschungelcamps» zu verkleiden. Sie gingen unter den Anwesenden umher, und diese mussten eklige Aufgaben lösen, wie es die Stars in der Reality-Show eines deutschen Privatsenders zu tun pflegten.

Je lauter, desto besser

Fasnacht ist die Zeit für ausgelassene Stimmung und ausfallendes Verhalten. Somit konnten auch ansonsten eher scheue Zeitgenossen ihre Schüchternheit ablegen und sich der Feier bedenkenlos hingeben. Die Guggenmusik ist ein fester Bestandteil der Fasnacht. In einem Ort, in dem dieses Fest einen solchen Stellenwert geniesst und dessen Fasnacht auch weit über die Grenzen des Dörfchens hinaus bekannt ist, dürfen die Guggen natürlich nicht fehlen. Die Wyssbach-Geischter aus Flawil versorgten die Zuhörer mit eingängiger Musik, die zum Mitsingen anregte. Die Schlagerhits wurden an den Festbänken sowie an der Bar mitgegrölt, während andere euphorisch tanzten. Auch wurden falsche Töne mit Lautstärke wettgemacht. Nachdem die Guggenmusik mit fulminanten Finale die Scheune verlassen hatte, begab sich Renato Allenspach nach vorne und unterhielt das Publikum mit Schlager. Die Gäste funktionierten den freien Platz sofort zur Tanzfläche um.

Schnitzelbank mit Pestmaske

Als weiterer Guggenmusik-Act trat die Dickler Gugge auf und interpretierte Stücke aus der Hitparade auf ihre Weise. Die Dickler Gugge zählt so viele Mitglieder, dass sie ohne Probleme den ganzen vorderen Teil des Raumes einnahm. Wahrscheinlich kam auch durch die Distanz die eine oder andere Ungereimtheit innerhalb der Formation zustande. Passend zu den Hits hatten sie unter den Bläsern auch eine Choreographie zu bieten, welcher das Publikum sitzend und stehend folgte.

Nach einem weiteren Intermezzo durch Renato Allenspach trat der Turnverein Elite mit seiner Schnitzelbank ins Rampenlicht. Die Kostüme bestanden aus gelben Pestmasken und einem blauen Hemd. Obwohl die Schnitzelbank in den Masken manchmal etwas unterzugehen drohte, vermochte sie mit Gedanken wie jenem, «Cuche für das Schweizer Nati-Team zu klonen», trotzdem die Scheune in Gelächter und Schmunzeln zu versetzen. Die Darbietung wurde von den Anwesenden mit Applaus goutiert und die Formation wiederum durch Livemusik abgelöst.