Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WIL: Zuerst eine Integrationsfitness

Seit November ist die kantonale Asylunterkunft an der Kreuzackerstrasse geschlossen. Künftig werden nur noch Einwanderer mit Bleiberecht auf die Gemeinden verteilt. In Wil rechnet man nicht mit weniger Personen.
Simon Dudle
Bis auf weiteres soll es in Wil kein kantonales Flüchtlingszentrum mehr geben wie zwischen 2014 und 2017. (Bild: Urs Bucher (22. Juni 2015))

Bis auf weiteres soll es in Wil kein kantonales Flüchtlingszentrum mehr geben wie zwischen 2014 und 2017. (Bild: Urs Bucher (22. Juni 2015))

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Die Anzahl Personen im Asyl- und Flüchtlingsbereich der Stadt Wil hat sich in den vergangenen Jahren stetig erhöht. 192 waren es im Jahr 2014, bereits 201 ein Jahr später, 239 im Jahr 2016 und schliesslich 251 im vergangenen Jahr. Aktuell sind der Stadt 221 Personen zugewiesen, womit der Soll-Bestand von 210 Personen überstiegen wird. Dabei handelt es sich nicht nur um Flüchtlinge mit Status N, sondern auch um vorläufig aufgenommene Ausländer mit Status F. Asylsuchende, deren Gesuch gutgeheissen wurde, erhalten eine B-Bewilligung für Drittstaatangehörige, fallen aber während fünf Jahre weiterhin in diesen Sollbestand.

Der Bund strukturiert den Asylbereich neu, was auch Auswirkungen auf die kantonalen Kollektivunterkünfte hat. Erst wenn ein Asylsuchender durch das Staatssekretariat für Migration ein Bleiberecht erhalten und eine bestimmte «Integrations-Fitness» erreicht hat, soll er der Gemeinde zugewiesen werden. Eines dieser drei kantonalen Zentren ist der Thurhof in Oberbüren. Dort werden die Flüchtlinge mittels vorgegebener Tagesstrukturen in obligatorischen Schulunterricht, kontrollierte Beschäftigungsprogramme und den Zentrumsbetrieb eingebunden. Im Vordergrund stehen die Integration in die Gesellschaft, die Vorbereitung auf eine Ausbildung oder die Arbeitswelt. Gleichzeitig werden aber auch Rückkehr-Beratungen durchgeführt.

Jeder zweite Flüchtling kommt aus Syrien

Was bedeutet diese Umstrukturierung für die Stadt Wil? 2014 hatte der Kanton an der Kreuzackerstrasse die Asylunterkunft «Wohnfoyer» in Betrieb genommen. Rund drei Jahre später wurde sie vergangenen Herbst wieder geschlossen, da die Nachfrage nicht mehr gross genug war. Eine Neueröffnung steht derzeit nicht zur Diskussion.

Künftig werden den Gemeinden nur noch Personen zugeteilt, bei welchen das Asylverfahren abgeschlossen ist. «Aktuell gehen wir davon aus, dass durch diese Praxisänderung die Anzahl zugewiesener Personen nicht abnimmt. Die tägliche Arbeit wird sich aber inhaltlich verändern, weil Menschen zugeteilt werden, die schon länger in der Schweiz sind und bei denen bereits erste Bemühungen hinsichtlich Integration gemacht worden sind», sagt Marc Bilger, Leiter des städtischen Departements für Soziales, Jugend und Alter (SJA).

Aktuell halten sich 75 Asylsuchende in Wil auf. 32 stammen aus Syrien, die übrigen aus diversen anderen Ländern. 48 sind Teil einer Familie, 27 Einzelpersonen, wobei sich das Geschlechterverhältnis nahezu die Waage hält. Sie besuchen Integrations- sowie Deutschkurse und werden auch in Arbeitsprogrammen beschäftigt.

Im Jahr 2016 am meisten Geld ausgegeben

Vergangenes Jahr hat die Stadt Wil netto knapp 400000 Franken aufgewendet für Asylsuchende. Das sind zwar um circa 45000 Franken weniger als 2016, aber 170000 Franken mehr als 2015. In diesen Zahlen sind die Personalkosten enthalten. Die Nettoausgaben für Flüchtlinge betrugen 2017 rund 75000 Franken. Kommt es zu Zwischenfällen? «Abgesehen von kleineren Unstimmigkeiten zum Beispiel mit Vermietern oder Nachbarn im Alltag, die auf unterschiedliche kulturelle Vorstellungen zurückzuführen sind, mussten keine Vorkommnisse verzeichnet werden. Kleinere Auseinandersetzungen konnten durch die gute Arbeit unserer Asylkoordinatorinnen aufgefangen werden», beschreibt Bilger die Situation.

Eine Prognose zu stellen, wie sich die Situation entwickelt, ist schwierig, da sie von der Weltpolitik abhängt. Ströme wie 2015 und 2016 erwartet Bilger in naher Zukunft aber keine mehr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.