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WIL: Zeit nimmt in verschiedenen Materialien Gestalt an

Vom 28. Januar bis 11. März findet in der Kunsthalle die Ausstellung «Zeit-Stücke» des Zürcher Künstlers Alex Herzog statt. Kernthema bei all seinem gestalterischen Schaffen ist das Sichtbarmachen von Zeit.
In seinen Werken beweist Alex Herzog ein feines Gespür für die besonderen Eigenschaften eines jeden Materials. (Bild: PD)

In seinen Werken beweist Alex Herzog ein feines Gespür für die besonderen Eigenschaften eines jeden Materials. (Bild: PD)

Die plastischen und installativen Werke von Alex Herzog sind markante Erscheinungen. Sie sind Würfe, wenngleich von langer Hand geplant und Resultat eines aufwendigen Erschaffens. Nicht das Dynamische ist ihnen eigen, sondern das imposant in sich Ruhende zeigt sich als eindrückliches Wesensmerkmal aller noch so unterschiedlich gearteten Arbeiten.

Im jeweiligen Entstehungsprozess gehe der Künstler zum Äussersten, lasse von seiner gestalterischen Vision nicht ab, bis das avisierte Resultat in Vollendung vorliege, heisst es in einer Medienmitteilung.

Diese Entschlossenheit im Tun und kompromisslose Konsequenz in der Inszenierung verleihe den Arbeiten eine entrückende Ästhetik und eine einzigartige Präsenz im Raum. Die Kraft und Energie, die Alex Herzog bei der Bearbeitung des jeweiligen Materials in die Werke hat einfliessen lassen, sei in deren Ausstrahlung geradezu sicht- und spürbar. Ein Kernanliegen des Künstlers sei die schlüssige Transformation von Zeit in Form.

Schwerwiegende Verdichtung von Zeit

Alex Herzog erkennt im Granit «eine schwerwiegende Verdichtung von Zeit» und sinniert über dessen «Volumen in Beziehung zu Dauer» – will heissen über die erdgeschichtliche Dauer der Gesteinsbildung und die Dauer der natürlichen Erosion respektive künstlichen Mutation. Das Aufbrechen der Struktur, das Reduzieren der Verdichtung zum losen Verbund mittels seiner Physis und der aufgewendeten Zeit versinnbildlicht eine «Wert-Schöpfung» und lässt Kraft und Dauer zu deren «Währung» werden.

Herzog verstehe es, bildhaft zu verdichten, was inhaltlich tief in unserer Kultur verankert sei, heisst es in der Mitteilung weiter. Gleichzeitig versinnbildliche er das Absurde unseres persönlichen wie gesellschaftlichen Umgangs mit physischen und geistig-kreativen Ressourcen.

Bühne einer metallenen Illusion

Insgesamt 30 grossformatige Blätter hat der Zürcher Künstler über Wochen dergestalt mit Grafit, Leinöl und Grafiterz bearbeitet, damit das organische Trägermaterial zur Bühne einer metallenen Illusion wird. Denn auf den beidseitig so radikal behandelten Büttenpapieren entfaltet sich je nach Lichteinwirkung ein betörender Schimmer bis hin zu strahlendem Glanz.

Alex Herzog selbst beschreibt die Erschaffung des Werkes als einen «anhaltenden Vorgang der Nach-Bildung des Vor-Bildes» und schätzt in der Wiederholung eine Art «Nullstufe der Umwandlung». Sein Werk mit dem Titel «So leicht, so schwer» gilt als ein verführerischer Widerspruch auch für die auf der Galerie ausgelegten Boden-Installation «Archival Structures I» – einem Werk, das aus Dutzenden geknitterten, mit Leinöl getränkten und mit Asche überzogenen Blättern gefügt ist.

Für die Wiler Kunsthalle hat Alex Herzog für das Werk, das 2016 entstand, die horizontale Ebene gewählt, über die der Betrachter den Reichtum an formaler und farblicher Ausprägung erfassen kann. (red/pd)

Hinweis

Vernissage: Samstag, 27. Januar, 18 Uhr; Künstlergespräch: Mittwoch, 28. Februar, 19 Uhr.

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