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WIL: Zehnder-Übernahme lässt aufhorchen

Die Stadt Wil ist vom Kauf der Zehnder-Regionalmedien durch die BaZ Holding AG besonders betroffen – nicht nur als Unternehmensstandort. Im Rathaus sieht man die Übernahme gelassen. Anderswo ist man aber skeptisch.

Die Stadt Wil ist besonders von der Übernahme der Zehnder-Medien durch die BaZ Holding betroffen; hier hat die Zehnder-Gruppe ihren Sitz und die «Wiler Nachrichten» sind gewissermassen das Flaggschiff der Gruppe. Zudem sind die «Wiler Nachrichten» – zusammen mit der «Wiler Zeitung» – amtliches Publikationsorgan der Stadt Wil.

Die «Wiler Nachrichten» sei eine etablierte, traditionsreiche Wochenzeitung mit einer starken lokalen Verankerung, schreibt Stadtpräsidentin Susanne Hartmann in einer Stellungnahme. «Es bleibt zu hoffen, dass dieser lokale Fokus auch nach dem Verkauf an die BaZ Holding AG beibehalten wird.» Diesbezüglich würden sie die in anderen Medien gemachten Zusicherungen von Investor Christoph Blocher und CEO Rolf Bollmann zuversichtlich stimmen: Der Fokus bleibe auf dem Lokalen, die Redaktionen unabhängig und jede politische Couleur erhalte eine Plattform. «Dies wäre aus Sicht der Stadt Wil sehr zu begrüssen – es wäre schade und auch der unabhängigen Meinungsbildung der Bevölkerung abträglich, wenn sich in den ‹Wiler Nachrichten› eine wie auch immer geartete einseitige politische Ausrichtung entwickeln würde», schreibt Hartmann. Sie hoffe, dass sich diesbezüglich bereits geäusserte Befürchtungen nicht bewahrheiten.

Dass die neuen Eigentümer mit den bestehenden Teams weiterarbeiten wollten, sei nicht nur mit Blick auf die Arbeitsplätze, sondern auch hinsichtlich der Vorkenntnisse und der Verankerung der Redaktorinnen und ­Redaktoren wichtig. Sie sei gespannt «auf die ‹neuen› ‹Wiler Nachrichten›», so Hartmann.

SP-Nationalrätin ist trotz Beteuerungen skeptisch

Die Wiler SP-Nationalrätin Barbara Gysi hat – trotz anders lautender Beteuerungen der neuen Eigentümer – Befürchtungen, was den Stellenwert der Lokalberichterstattung angeht. «Auf den ersten Blick passen ‹Basler Zeitung› und die Zehnder-Medien zusammen. Beide stehen von ihrer Ausrichtung her eher rechts», sagt Gysi. Nun bleibe abzuwarten, welche Absichten hinter der Übernahme stehen. Die BaZ Holding hat zwar bereits mitgeteilt, den Fokus weiterhin auf dem lokalen Geschehen zu halten. «Ich kann mir aber vorstellen, dass man mittelfristig doch ein nationales Medium werden will, gewissermassen eine rechte Wochenzeitung.» Und auch wenn die BaZ Holding die bestehenden Teams vorerst übernommen hat, befürchte sie, dass mit der Zeit Arbeitsplätze wegfallen, mit negativen Auswirkungen auf die Lokalberichterstattung. Aus Wil kommt auch Ständerätin Karin Keller-Sutter. Auf Anfrage will sie sich aber nicht zur Übernahme äussern. Als ehemalige NZZ-Verwaltungsrätin könnte dies falsch interpretiert werden. Die St. Galler Kantonsregierung will nun verfolgen, ob und wie die neue Eigentümerin publizistische Schwerpunkte setzt, heisst es in einer Stellungnahme. Grundsätzlich begrüsse man eine vielfältige Medienlandschaft und Investitionen in dieselbige.

Johannes Wey

johannes.wey@tagblatt.ch

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