Wil
«Wir warten auf die Stadt»: Das Team des «Altstadtgartens» rechnet nicht damit, dass es diesen Sommer eine Beiz am Stadtweier gibt

Seit dem Wochenende ist offiziell Frühling. Und es stellt sich einmal mehr die Frage: Gibt es diesen Sommer endlich ein Restaurant am Wiler Weier? Wenig deutet darauf hin. Die Recherche.

Larissa Flammer, Pablo Rohner, Simon Dudle
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Über Skizzen ist ein Restaurant am Wiler Stadtweier bisher nicht hinausgekommen.

Über Skizzen ist ein Restaurant am Wiler Stadtweier bisher nicht hinausgekommen.

Visualisierung: PD

«Genau das fehlt am Weier.» Diesen Satz hören die Lernenden des Restaurants Hof zu Wil immer wieder, seit sie ihren Take-away-Stand am Fuss der Wiler Altstadt betreiben. «Hof zu Wil»-Geschäftsführer Thomas Buff betonte vergangene Woche gegenüber dieser Zeitung, wie gut das temporäre Gastroangebot ankomme. Doch was ist eigentlich mit den Plänen, auf der Wiese neben dem Weier eine Beiz einzurichten? Schliesslich ist nun Frühling und Restaurants im Freien werden – wenn die Coronazahlen den Betrieb zulassen – gefragt sein.

Initiiert hatte das Projekt die Stadt selber, die 2017 auf die Suche nach geeignetem Gastronomie-Angebot im Sinne eines befristeten Versuchsbetriebs ging. Im Herbst 2019 scheiterten die Pläne nach längerem Hin und Her. Zuletzt hörte man von der Stadt damals, dass ein Gastronomie-Angebot am Weier nach wie vor ermöglicht werden sollte. «Die entsprechenden Schritte werden nun geplant», hiess es im September 2019. Und heute? «Zurzeit laufen verschiedene Abklärungen. Es gibt noch keine konkreten Pläne», schreibt Philipp Gemperle, Leiter Kommunikation, auf Anfrage.

IG Weierwisen setzt Rahmenbedingungen

Etwas mehr verrät Sebastian Koller, Präsident der IG Weierwisen. Vergangenen Herbst habe die Stadt Wil eine Besprechung einberufen, an der über die Rahmenbedingungen für ein allfälliges neues Gastroprojekt am Weier diskutiert worden sei. Neben Vertretern verschiedener Verwaltungsstellen waren gemäss Koller auch Christian Naef, Präsident Altstadtvereinigung, sowie Marcel Berlinger als Vertreter der Anwohnerschaft anwesend. Koller sagt: «Ich habe das Gespräch als konstruktiv wahrgenommen.» Zum Ergebnis könne er aber noch keine Auskunft geben.

Sebastian Koller, Präsident IG Weierwisen.

Sebastian Koller, Präsident IG Weierwisen.

Bild: Barbara Hauschel

Die IG Weierwisen begrüsst im Grundsatz ein zusätzliches Gastroangebot im Raum Stadtweier-Weierwisen. Werde ein solches schon in nächster Zeit realisiert, dürfe es sich aber höchstens um einen kleinen, provisorischen Betrieb ohne feste Bauten handeln, sagt Koller. Denn das Angebot müsse in das Freiraumkonzept eingebettet sein, das noch nicht vorliegt. Weiter sagt der Präsident der IG Weierwisen:

«Zielpublikum sollten aus unserer Sicht jene Personen sein, die sich im Stadtpark aufhalten, um sich zu erholen.»

Ein grosser zusätzlicher Publikumsaufmarsch mit entsprechendem Verkehrsaufkommen sei nicht erwünscht, weil dadurch der Erholungswert des Gebiets beeinträchtigt werde.

«Altstadtgarten» wäre schnell bereit

Das Gastroangebot, das nach dem Willen der Stadt ursprünglich am Weier hätte erstellt werden sollen, war das Projekt «Altstadtgarten». Raphael Zängerle, einer der Köpfe hinter dem Projekt, sagt heute:

«Wir warten weiterhin auf die Stadt.»

Er wisse auch nicht mehr. «Wir rechnen nicht damit, dass es diesen Sommer noch etwas wird.» Der «Altstadtgarten» wäre aber schnell bereit, das Projekt sei auf Stand-by. «Wir haben einen Modulbau geplant, die Produktion könnte morgen beginnen.» Das Team hofft nach wie vor, das Angebot realisieren zu dürfen – auch, weil es schon einiges an Geld und Zeit investiert hat.

Zängerle weist darauf hin, dass es bei der Stadt zu einem Personalwechsel gekommen sei. Nicht nur fast der gesamte Stadtrat ist seit diesem Jahr neu, auch Stadtschreiber Hansjörg Baumberger, der für das Team des «Altstadtgartens» Ansprechperson war, hatte per Ende September 2020 gekündigt.