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WIL: «Wir sind in Angst und Schrecken»

Immer mehr Hundehalter fürchten sich, mit ihrem Vierbeiner im Gebiet Sömmeri spazieren zu gehen. Der Grund ist eine Hundehalterin mit ihren zwei Schäferhunden. Jetzt wurde erneut Anzeige erstattet.
Hans Suter
Ein heranschiessender Schäferhund kann leicht Angst einflössen, sowohl anderen Hunden als auch Menschen. Im Bild ein Polizeihund während des Trainings. (Bild: PD)

Ein heranschiessender Schäferhund kann leicht Angst einflössen, sowohl anderen Hunden als auch Menschen. Im Bild ein Polizeihund während des Trainings. (Bild: PD)

Am 16. Februar war das Mass voll. Max Jöhl reichte bei der Stadtpolizei Wil Anzeige gegen eine Hundehalterin aus Rossrüti ein. Sein Labrador war wiederholt von den Hunden der Frau verfolgt worden. Die angezeigte Hundehalterin bestätigt die Begegnungen mit Max Jöhl und seinem Hund. Sie spielt den Sachverhalt aber herunter. Die Tiere hätten sich jeweils beschnuppert und seien dann herumgerannt. Sie bestreitet, dass ihr Hund versucht habe, den anderen Hund zu beissen. Ihr Hund habe noch nie einen anderen Hund oder einen Menschen gebissen.

Mit Schreiben vom 9. August erhielt Max Jöhl vom kantonalen Untersuchungsamt die Abweisung seiner Anzeige, die sogenannte Nichtannahmeverfügung. Die ausserordentliche Staatsanwältin ist zum Schluss gekommen, aus den Akten ergebe sich, dass die fraglichen Straftatbestände eindeutlig nicht erfüllt seien. Ebenso sei kein strafrechtlich relevantes Verhalten der angezeigten Hundehalterin zu erkennen. Dass sich der Hund von Max Jöhl derart erschrecke und darum davonrenne, könne nicht der angezeigten Hundehalterin angelastet werden.

Hunde reissen sich von der Leine los

Infolge Ferienabwesenheit verpasste Max Jöhl die Beschwerdefrist. Er will aber nicht locker lassen. «Sind die beiden massigen, schwarzen Schäferhunde in der Sömmeri potenziell gefährlich und unberechenbar oder verbreiten sie ‹nur› Angst?», fragt Max Jöhl rhetorisch. «Sicher ist, dass eine Begegnung mit den beiden Hunden und ihrer Halterin in keinem Fall zu einem sorglosen Treffen wird.» Diese Tatsache werde verstärkt durch das Unvermögen der Frau, die Hunde

in Schach zu halten. «Sie reissen sich ohne Mühe von der Leine los, auf ein Abrufen reagieren die Hunde nicht», sagt Max Jöhl. «Und das trotz – oder gerade wegen – dem Zeter-Mordio-Geschrei der Frau.»

Mittlerweile ist bei der Polizei erneut eine Anzeige gegen die Hundehalterin eingegangen. Nicht von Max Jöhl, sondern von einer anderen Hundehalterin, die gestern nicht erreichbar war. Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, bestätigt den Eingang. Kernpunkt der Anzeige ist der Verbiss eines Hundes an Rücken und Hinterlauf, der genäht werden musste.

Martina Moll und Celina Hug beklagen sich ebenfalls über unliebsame Begegnungen mit der Frau und ihren zwei Schäferhunden. «Das ist Terror, hier hat jeder Angst», sagt sie. Ihrer 13-jährigen Tochter hat sie verboten, alleine mit ihrem Hund im Gebiet Sömmeri spazieren zu gehen. «Wir sind in Angst und Schrecken, weil die Frau ihre Hunde einfach nicht unter Kontrolle hat», sagt Martina Moll, deren Labradoodle ebenfalls verbissen worden sei. Sie selber sei bei dem Vorfall an einem Finger verletzt worden und habe sich in ärztliche Behandlung begeben müssen. Die Polizei habe ihr jedoch von einer Anzeige abgeraten, weil Aussage gegen Aussage stünde.

Den Tierschutzbeauftragten der Stadt Wil wurden die Vorfälle nicht gemeldet, wie Kommunikationschef Stefan Hauser auf Anfrage sagt.

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