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WIL: Wiler Süden fühlt sich übergangen

Einst war der Wiler Süden, zwischen Autobahn und Bahnstrecke gelegen, ein ruhiges Quartier. Nach Ansicht der IG Wiler Süden habe sich das mit dem Bau der Moschee und dem Ausbau des Sportparks Bergholz verändert.
Roland P. Poschung
Urs Etter signalisiert Offenheit für Gespräche mit Stadt, Polizei und Bekim Alimi, Imam der Moschee. (Bild: ropo)

Urs Etter signalisiert Offenheit für Gespräche mit Stadt, Polizei und Bekim Alimi, Imam der Moschee. (Bild: ropo)

Roland P. Poschung

redaktion@wilerzeitung.ch

Zwar hat die Interessengemeinschaft Wiler Süden Kontakte zur Stadt Wil und zur Kantonspolizei St. Gallen, dennoch macht sich die Enttäuschung im Quartier breit. «Wir fühlen uns schlicht übergangen», sagt Urs Etter, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Reiko und Quartierbewohnerin Vilma Northe als Vertreter der 8-köpfigen Kerngruppe am Gespräch mit der «Wiler Zeitung» teilnimmt.

«Auf Gespräche folgen Versprechungen, die nur zum Teil eingehalten werden.» Treffen für Aussprachen, welche vom neuen Stadtrat Daniel Stutz, zuständig für Bau, Umwelt und Verkehr (BUV), in Aussicht gestellt worden seien, hätten bisher nicht stattgefunden. «Strassen wurden saniert, Kabel verlegt und plötzlich Tempo 30 eingeführt, an das sich kaum jemand hält, sowie Parkplätze reduziert. Schlimm war die Verkehrssituation bei der Moschee während dem Fastenmonat Ramadan vom 27. Mai bis 24. Juni 2017. Bei Anrufen zur Kantonspolizei hat man uns nicht ernst genommen», klagt Etter.

Schöne Konzepte ohne grosse Wirkung

Es existieren Pläne zur Stadtentwicklung Wils vom 22. Februar 2007 und ein Konzeptbericht vom 10. September 2008. Geschehen sei im Wiler Süden jedoch kaum etwas, sagt Urs Etter. «Auch hier erleben wir eine stiefmütterliche Behandlung unseres Quartiers. Anliegen zur Aufwertung des Quartiers werden kaum im grösseren Sinn und Geist behandelt.» Wenn sich die IG Wiler Süden beispielsweise für ein Quartierfest auf einer Quartierstrasse einsetze, um das Miteinander zu pflegen, so müsse sie der Stadt Wil eine Gebühr bezahlen. «Ist dies das Verständnis der Stadtverwaltung, die sozialen Kontakte in einem Quartier zu fördern», fragt der Sprecher der Kerngruppe, Urs Etter.

Im Gespräch spürt man die angespannte Situation im südlichen Wiler Lebens- und Wohnraum. Die Interessengemeinschaft sei frei von politischer Gesinnung und religiösen Werten und Normen, sie trete für eine hohe Lebens- und Wohnqualität ein. Einen Steinwurf vom Haus der Etters entfernt, wo das Gespräch mit der Kerngruppe stattfindet, befindet sich die am 13. Mai eröffnete Moschee. Imam ist Bekim Alimi. Ein Gespräch mit ihm habe vor acht Jahren realisiert werden können. Aber wenn man ihn auf kritische Punkte anspreche, meine er, dass diese Themen nicht seine Aufgaben seien, sagt der Sprecher der IG Wiler Süden. Für die Bewohner im Quartier sei der Verkehr und Lärm während des Ramadans ein Problem. «Viele Moschee-Besucher kommen erst um 22 Uhr mit dem Auto und finden in der Folge keinen Parkplatz mehr. Dann lassen sie Leute aussteigen, knallen die Türen zu und fahren wieder fort. Gegen 1.30 Uhr morgens findet das Prozedere erneut statt», sagt Etter.

Urs Etter und die Kerngruppe wünschen sich, dass die Wiler Stadtpräsidentin, Susanne Hartmann, diese nächtlichen Phasen während des Ramadans bei ihnen an der Ilgenstrasse einmal miterlebt und dann gewisse Schlüsse zieht: «Wir laden die Stadtpräsidentin gerne zu einer Grillparty zu uns nach Hause ein. So kann sie die Rahmenbedingungen miterleben und mit uns mitfühlen, wenn der Schlaf nach Mitternacht unterbrochen und das Einschlafen wieder schwieriger wird.»

Die Sorgen im Quartier werden zusätzlich durch die Aktivitäten beim Sportpark Bergholz genährt. Dort spielten der Verkehr, der Lärm und das Stadionlicht eine nicht zu unterschätzende Rolle, sagt Etter. Ohne Zweifel habe der Verkehr im Quartier, nicht zuletzt wegen vereinzelter Sackgassen, stark zugenommen. Kinder seien auf dem Schulweg gefährdet und generell müsse mehr für die Sicherheit gemacht werden. Die Kerngruppe sei bereit für zweckdienliche Gespräche sowohl mit dem Imam wie auch mit der Stadt und der Kantonspolizei, sagt Urs Etter.

Dieser Artikel ist der fünfte von sieben Teilen einer Serie, welche die Quartiervereine von Wil vorstellt.

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