WIL: Wil als ökologisches Vorbild

Die Technischen Betriebe Wil gaben die Preisanpassungen für Strom und Gas bekannt. Die Änderungen sind ab Januar 2018 gültig und sollen einen weiteren Schritt in eine ökologische Zukunft sein.

Josephine Opprecht
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Die Stadt Wil sieht die Zukunft der Energieversorgung im Biogas. (Bild: Reto Martin)

Die Stadt Wil sieht die Zukunft der Energieversorgung im Biogas. (Bild: Reto Martin)

Josephine Opprecht

josephine.opprecht@wilerzeitung.ch

Nach den Strompreisreduktionen der vergangenen zwei Jahre steigen die Preise ab Januar 2018 wieder. Die Technischen Betriebe Wil (TBW) begründen dies mit der vom Bund beschlossenen Erhöhung der gesetzlichen Förderabgabe für erneuerbare Energien. Das bedeutet einen Aufpreis von 0,8 Rappen pro Kilowattstunde. Somit steige der Kostenanteil für Förderung und Abgaben. Durch vorteilhafte Energiebeschaffung und effizientem Netzbetrieb könne man hingegen die Energie- und Netzpreise senken.

Wegen höherer Beschaffungskosten wird der Preis für Schweizer Wasserstrom «tbw.öko.aqua.CH» auf 0,4 Rappen pro Kilowattstunde angehoben. Die Stromabgabe für Elektrofahrzeuge an öffentlichen Ladestationen bleibt weiterhin kostenlos. Die Abgaben an die Stadt Wil bleiben ebenfalls unverändert.

Die Preisanpassungen beim Strom betreffen das Gemeindegebiet Wil.

Ziel ist Wil als ökologische Stadt

Im nächsten Jahr bleiben die Preise für Erdgas aufgrund konstanter Beschaffungskosten unverändert. Die TBW erhöht allerdings den Biogasanteil im Biogas-Standardprodukt von 10 auf 20 Prozent. Die höheren Beschaffungskosten für Biogas würden den Preis auf 0,5 Rappen pro Kilowattstunde anheben. Die dabei entstehende Differenz von 0,1 Rappen pro kWh im Vergleich zum jetzigen Preis soll aber von der TBW getragen werden.

Damit wolle man den Konsumenten entlasten und sich gleichzeitig dem Ziel des kommunalen Energiekonzepts weiter nähern, sagt Daniel Meili, Stadtrat und Leiter des Departements für Versorgung und Sicherheit.«Das Endziel dieses Energiekonzepts ist, die Stadt Wil bis 2050 vollständig mit erneuerbaren Energien versorgen zu können.» Dies sei allerdings nur in kleinen Schritten möglich, da die Umstellung zum jetzigen Zeitpunkt zu teuer wäre und die nötigen Ressourcen noch nicht verfügbar seien. «Mit der finanziellen Entlastung will die Stadt die ökologische Versorgung attraktiv und vor allem tragbar machen», sagt Meili. Die Zielsetzung der Stadt bedeutet jedoch, dass der Biogasanteil im Standardprodukt jährlich ansteigen wird. Wem das zu teuer werde, dem stehe es natürlich frei, dieses Produkt abzulehnen und auf das günstigere Erdgas zurückzugreifen.

Weiter wurde vom Bundesrat beschlossen, die CO2-Abgabe um rund 14 Prozent zu erhöhen, was einen Anstieg von 1,5 Rappen pro kWh auf 1,7 Rappen pro kWh zur Folge hat. Die Preisanpassungen bezüglich Erd- und Biogas betreffen die Region Wil und Umgebung.