Wil West nimmt schärfere Konturen an

Das Entwicklungsprojekt Wil West erreicht eine neue Etappe: Auf die strategische Planung der vergangenen Jahre folgt die praktische Umsetzung. Dazu wird mit dem Wiler Peter Guler ein erfahrener Projektleiter eingesetzt. Er nimmt seine Tätigkeit bereits am 1. April auf.

Hans Suter
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Wil West ist ein gemeinsames strategisches Projekt der Kantone Thurgau und St. Gallen sowie 22 umliegenden Gemeinden. Es umfasst Betriebsansiedlungen, Verkehrsmassnahmen und Lebensqualität. (Bilder: pd)

Wil West ist ein gemeinsames strategisches Projekt der Kantone Thurgau und St. Gallen sowie 22 umliegenden Gemeinden. Es umfasst Betriebsansiedlungen, Verkehrsmassnahmen und Lebensqualität. (Bilder: pd)

Der Arbeitsaufwand ist gross, die Komplexität hoch, die Chancen enorm: 2010 haben die beiden Kantone St. Gallen und Thurgau beschlossen, das Areal Wil West zu einem Wirtschaftsstandort mit überregionaler Ausstrahlung zu entwickeln. Gemeinsam investieren sie im Einklang mit den 22 Gemeinden der Regio Wil in die nachhaltige Entwicklung der Region.

Bund bezahlt 37 Millionen Franken

Insbesondere sollen der Wirtschaftsstandort gestärkt und eine gesunde Innenentwicklung der Stadt Wil und der umliegenden Gemeinden gefördert werden. Zugleich sollen Defizite im heutigen Strassenverkehrsnetz behoben, der öffentliche Verkehr gestärkt und der Fuss- und Veloverkehr ausgebaut werden.
Das ist ganz im Sinn des Bundes. Deshalb investiert Bundesbern im Rahmen des Agglomerationsprogramms 37 Millionen Franken (entspricht einem Mitfinanzierungsanteil von 35 Prozent) in die Region Wil. Die grössten mitfinanzierten Einzelprojekte sind die Verkehrserschliessung der Gebietsentwicklung Wil West, die flankierenden Massnahmen in der Stadt Wil sowie die Vorhaben beim Fuss- und Veloverkehr.

Gesamtprojektleiter für Wil West

Die Standortentwicklung Wil West rüstet auf: Peter Imbach (links) übernimmt die Projektleitung beim Kanton Thurgau und Peter Guler wird von der Regio Wil die neu geschaffene Stelle «Gesamtprojektleitung» anvertraut.

Die Standortentwicklung Wil West rüstet auf: Peter Imbach (links) übernimmt die Projektleitung beim Kanton Thurgau und Peter Guler wird von der Regio Wil die neu geschaffene Stelle «Gesamtprojektleitung» anvertraut.

Um die beginnenden Detailplanungen mit verschiedenen Volksabstimmungen auf kantonaler und kommunaler Ebene in den Kantonen Thurgau und St. Gallen aufeinander abzustimmen, muss viel Koordinationsarbeitsarbeit geleistet werden. Dazu hat die Regio Wil einen Projektleiter für die Standortentwicklung Wil West gesucht – und in der Person von Peter Guler gefunden. Er wird seine Tätigkeit am 1. April aufnehmen, wie Regio-Wil-Geschäftsführerin Anne Rombach auf Anfrage erklärte. «Peter Guler ist eine qualifizierte Führungspersönlichkeit mit hoher Fachkompetenz als Gesamtprojektleiter», sagt Anne Rombach.

Anne Rombach, Geschäftsführerin Regio Wil. (Bild: pd)

Anne Rombach, Geschäftsführerin Regio Wil. (Bild: pd)

Als ehemaliger Abteilungsleiter Facility Management (Management von Gebäuden und Räumen) und Mitglied der Geschäftsleitung des Hochbauamts des Kantons St. Gallen bringe er die idealen Voraussetzungen mit, um das Gesamtvorhaben in Zusammenarbeit mit den Departementen der Kantone, den Gemeinden und Fachgremien erfolgreich zu steuern, koordinieren und weiterzuentwickeln.

Kanton Thurgau setzt zentrale Projektleitung ein

Auch der Kanton Thurgau verstärkt die personellen Ressourcen. Denn das Entwicklungsgebiet Wil West liegt grösstenteils auf Thurgauer Boden, wenngleich grosse Landflächen im Besitz des Kantons St. Gallen sind. Deshalb wurde wurde auf politischer und operativer Ebene eine zentrale Projektleitungsstelle geschaffen, welche die kantonalen Interessen auf Ebene Gesamtprojekt einbringt und die Sachgeschäfte departementsübergreifend koordiniert. «Mit Peter Imbach konnte das Departement Bau und Umwelt des Kantons Thurgau eine erfahrene, kompetente Fachperson für diese Aufgabe gewinnen», heisst es in einer Medienmitteilung. Die Zusammenarbeit der Kantone Thurgau und St. Gallen ist in einer Charta geregelt.

Wie es in den nächsten Jahren weitergeht

Grundlage für die Erschliessung des Wirtschaftsareals Wil West sind verschiedene Infrastruktur-vorhaben wie die Verlegung der Frauenfeld-Wil-Bahn, der neue Autobahnanschluss und die Dreibrunnenallee. Genauso wie die flankierenden Massnahmen West und die Netzergänzung Nord, die zu den Teilprojekten des Gesamtvorhabens Standortentwicklung Wil West zählen, sind diese in einer ersten Phase von 2019 bis 2026 zu planen und zu realisieren. Ab 2027 ist auch die Netzergänzung Ost (Grünaustrasse oder Grünautunnel) inklusive flankierender Massnahmen im östlichen Teil der Stadt Wil, auf der Tonhallen-/Toggenburgerstrasse, der Fürstenland- und der St. Gallerstrasse geplant.

1750 bis 3000 neue Arbeitsplätze

Der Gesamtausbau des Areals Wil West ist ein Generationenprojekt. Die Nutzungskonzeption und die Etappierung sollen so flexibel wie möglich gehalten werden. Damit kann auf konkrete Bedürfnisse der ansässigen Wirtschaft und von möglichen Ansiedlern reagiert werden. Ein Drittel der Fläche ist für die Nutzung durch Gewerbe und KMU aus der Region geplant. Ein weiteres Drittel soll öffentlich genutzt werden, und die restliche Fläche ist für Neuansiedlungen vorgesehen. Geplant sind rund 1750 bis 3000 neue Arbeitsplätze: 1500 bis 2000 im in der Gemeinde Münchwilen beim Weiler Bild sowie 250 bis 1000 in der Industriezone Gloten in der Gemeinde Sirnach.