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WIL: «Wer standhaft bleibt, hat Erfolg»

Nach einem guten Börsenjahr 2017 erwarten Experten der Raiffeisenbank für das nächste Jahr eine stabile Entwicklung. Wichtig sei dabei, an der Anlagestrategie festzuhalten und keinen kurzfristigen Trends zu folgen.
Gianni Amstutz
Roland Kläger (links) und Raffael Eigenmann rieten in ihren Referaten davon ab, sich bei Anlagestrategien auf kurzfristige Trends zu verlassen. Wichtig sei ein ausgeglichenes, diversifiziertes Portfolio. (Bilder: gia)

Roland Kläger (links) und Raffael Eigenmann rieten in ihren Referaten davon ab, sich bei Anlagestrategien auf kurzfristige Trends zu verlassen. Wichtig sei ein ausgeglichenes, diversifiziertes Portfolio. (Bilder: gia)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

«Das Börsenjahr 2017 war sehr gut», bilanzierte Roland Kläger, Leiter Raiffeisen Investment Office. Anlässlich eines Kundenanlasses informierten er und Raffael Eigenmann, Leiter Anlagekundenberatung, über den Marktausblick sowie Anlagechancen für das nächste Jahr. Die Märkte hätten im vergangenen Jahr erfreulicherweise ruhig auf politische Ereignisse reagiert, welche eigentlich das Potenzial zu grösseren Schwankungen der Kurse gehabt hätten, erklärte Kläger. Als Beispiele nannte er die Wahl Donald Trumps oder auch die Wahlen in Frankreich, wo eine rechtspopulistische Präsidentschaft nur knapp abgewendet wurde. Trotz solcher Unsicherheitsfaktoren seien die Kurse weiter angestiegen.

Angst vor nächster Finanzblase

Dieses konstante Wachstum habe bei vielen Anlegern in jüngster Zeit dazu geführt, dass sie den Anlegemärkten nicht mehr trauten und die Angst vor der nächsten Finanzblase gestiegen sei. «Wir erwarten im nächsten Jahr jedoch keine scharfe Korrektur nach unten», sagte Kläger. Entscheidend für die Anleger sei dabei, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten standhaft zu bleiben und an der Anlagestrategie festzuhalten. «Es lohnt sich nicht, auf die nächste Krise zu warten, dann einzusteigen und auf den grossen Gewinn zu hoffen.» Der Investitionszeitpunkt sei für den Erfolg einer Anlagestrategie nahezu vernachlässigbar und mache nur sechs Prozent des Anlageerfolgs aus, stimmte ihm Raffael Eigenmann zu. «Wer nicht über einen längeren Zeitpunkt voll investiert ist, läuft Gefahr, die besten Börsentage zu verpassen», sagte Eigenmann. Er präsentierte ein Beispiel, bei welchem eine Rendite von 3,4 Prozent zwischen den Jahren 2001 und 2016 ohne die zehn besten Börsentage zu einem Verlust von 0,8 Prozent geführt hätten.

Neben dem Festhalten an der gewählten Anlagestrategie sei die Diversifikation ein entscheidender Erfolgsfaktor, betonten beide Experten. Da die Aktienmärkte derzeit relativ teuer seien, setze die Raiffeisenbank auf Unternehmen, die krisenfest seien und Substanz besässen.

«Fantasieaktien wie Tesla, die keinen Gewinn schreiben und nur erwartungsgetrieben sind, sind für uns nicht interessant», betonte Kläger. Auch andere Aktientitel wie Facebook, Netflix oder Amazon hätten viel Wachstumspotenzial, doch die Diversifikation müsse auch über Beständigkeit führen. Unternehmen wie Nestlé, Geberit oder ABB hätten bewiesen, dass sie ein ausgewiesenes Wachstum besässen und auch Dividenden ausschütteten, sprich relativ sichere Werte darstellten. «Deshalb lohnt es sich nicht, jedem Trend, der gerade heiss diskutiert wird, zu folgen», sagte Kläger. Auch Investitionen in Bitcoins empfehle er nicht, da die Kursschwankungen zu gross seien. «Das entspricht keiner soliden Anlagestrategie, sondern reiner Spekulation.»

Franken wird voraussichtlich schwächer

In Bezug auf die Schweizer Wirtschaft hielten die Referenten fest, dass weiteres Wachstum möglich sei. Dies hänge nicht zuletzt mit dem stärkeren Euro und dem damit einhergehenden Aufschwung für die Exportwirtschaft zusammen. Der Export profitiere zudem davon, dass die globale Wirtschaft und insbesondere Schwellenländer im vergangenen Jahr eine positive Tendenz erlebt hätten. Die Zinsen würden längerfristig gesehen wieder leicht ansteigen, sagte Roland Kläger. «Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem die Notenbanken weniger am Markt intervenieren, wodurch auch die Zinsen wieder ansteigen dürften.»

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