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WIL: Wenn das Leben verrückt spielt

Kühle Überlegungen in heissen Situationen war das Thema der siebten Ausgabe von «Persönlich im Hof zu Wil». Gäste waren Ständerätin Karin Keller-Sutter und Regapilot Dominik Tanner.
Thomas Riesen
Dominik Tanner (links) und Karin Keller-Sutter beantworten die Fragen von Moderator Roland P. Poschung. (Bild: Thomas Riesen)

Dominik Tanner (links) und Karin Keller-Sutter beantworten die Fragen von Moderator Roland P. Poschung. (Bild: Thomas Riesen)

WIL. Das Interesse an der Veranstaltung war gross, kaum ein Stuhl im Ulrich-Rösch-Saal blieb frei. Das lag möglicherweise an der Vorankündigung, mit der FDP-Politikerin Karin Keller-Sutter über bevorstehende Bundesratswahlen zu reden. Immerhin war sie schon einmal Kandidatin und scheiterte an einer einzigen Stimme - aus Wil. Für Moderator Roland P. Poschung ein Grund nachzufragen, ob die Erinnerung daran gut sei. Die Antwort fiel kurz aus: «Es geht.» Inzwischen habe sie weitere Bundesratswahlen erlebt und sei sich bewusst, dass Kandidaten mit dem richtigen Stallgeruch vorne liegen. «Diesen Stallgeruch habe ich nun.» Auch die Wiler Politikerin, die damals gegen sie gestimmt hat, habe sich entschuldigt.

Ob Karin Keller-Sutter jetzt aber eine Kandidatin ist, liess sie offen, denn Bundesratswahlen seien nicht «Dinner for one» und es gelte nicht «The same procedure as every year». Vielleicht wollte sie ja auch nicht genauer darauf eingehen, weil «jeder, der die sichere Deckung verlässt, es dann sehr schwer hat».

Eine heisse politische Situation erleben derzeit die USA, bald wird die Nachfolgerin oder der Nachfolger von Barack Obama gewählt. Dazu hat die Ständerätin eine Meinung, mit der sie nicht zurückhält. Sie würde Hillary Clinton wählen. Aber nicht aus Überzeugung, sondern weil Donald Trump unwählbar sei. «Er hat von Politik keine Ahnung, er ist faktenfrei und so lebt es sich ungeniert.» Ähnliche Tendenzen wie in der US-Politik erkennt sie in der Schweiz. Es gehe immer mehr darum, die eigene Meinung «eins zu eins» durchzusetzen. Aber selbst erfolgreiche Wahlen seien dafür keine Berechtigung.

Ein Fastunfall und Fehlgeburten

Privat hat Karin Keller-Sutter ebenfalls heisse Situationen erlebt. Etwa als sie mit ihrem Regierungsratskollegen Stefan Kölliker in der Nacht fuhr und nur knapp die Kollision mit einem Baum verhindern konnte, der – nach einem Gewitter – auf der Autobahn lag. Emotional heiss wurde es für sie bei den beiden Fehlgeburten, welche sie als Mitautorin des Buches «Deadline» verarbeitete. «Es musste so sein, das Leben hat mir andere Aufgaben zugewiesen», sagte sie. Und sie hätte ohnehin nicht mehr die Nerven für Kinder ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Ein kühler Kopf ist bei Dominik Tanner sehr gefragt. Man kann noch weitergehen und sagen: Er ist überlebenswichtig. Der Helikopterpilot und Basisleiter der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) in St. Gallen-Gossau fliegt immer wieder riskante Einsätze. Fehler sind nicht erlaubt, und wie sie sich auswirken, sprach er gleich doppelt an. Als Kind durfte er das Modellflugzeug seines Vaters steuern, worauf es abstürzte. Besonders deutlich wurde das Risiko vor rund zwei Wochen, als zwei seiner Kollegen mit einer FA-18 am Gotthard abstürzten und ihr Leben liessen.

Keine Helden oder Schutzengel

Angst hat Tanner deswegen nicht, sonst dürfte er nicht mehr fliegen. Für ihn steht ein gesunder Respekt im Vordergrund. Gut in Erinnerung hat er die Doku des Schweizer Fernsehens, die kürzlich lief. Sie sei sehr realistisch. «Wir sind keine Helden oder Schutzengel, die unglaubliche Einsätze fliegen.» Allerdings gibt es manchmal etwas zu lachen. Zum Beispiel wenn er und seine Kollegen einen nackten Mann retten, der kopfüber zwischen zwei Bäumen eingeklemmt ist.

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