Wil
Wegen Corona: Sportpark Bergholz schreibt rote Zahlen

Der Sportpark Bergholz hat 2020 einen Verlust von rund 316'000 Franken eingefahren. Doch die Gästezahlen sanken nicht in allen Bereichen gleich stark.

Rossella Blattmann
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2020 besuchten gegenüber dem Vorjahr 50'000 Gäste weniger das Hallenbad Bergholz.

2020 besuchten gegenüber dem Vorjahr 50'000 Gäste weniger das Hallenbad Bergholz.

Bild: Christof Sonderegger

Kein Schwimmen, kein Schwitzen in der Sauna, kein Schnitzelessen: Das Coronavirus hat unser aller Freizeit massiv beeinträchtigt. Schwimmen, Schwitzen, Schnitzelessen und mehr: Dies war im vergangenen Jahr wegen der Coronapandemie auch in der Region Wil zeitweise nicht möglich.

Sabin Rickenbach, Geschäftsführerin Sportpark Bergholz.

Sabin Rickenbach, Geschäftsführerin Sportpark Bergholz.

Bild: PD

Dies widerspiegelt sich im Geschäftsergebnis des vergangenen durch zwei Lockdowns geprägten Jahres. 2020 musste der Sportpark Bergholz in Wil wegen der Coronapandemie einen Ertragsausfall von rund 760'000 Franken hinnehmen. Trotz Sparmassnahmen und Kurzarbeitsentschädigungen resultiert ein Verlust von rund 316'000 Franken, wie dem Jahresbericht 2020 zu entnehmen ist. Im Jahr zuvor hatte der Sportpark Bergholz noch einen Jahresgewinn von 50'461 Franken erzielt.

Hoffen auf Finanzspritze von der Stadt

Kurzarbeitsentschädigungen hätten zwar geholfen, sagt Sabin Rickenbach, Geschäftsführerin des Sportparks Bergholz, auf Anfrage: Doch sie sagt auch:

«Ein Minus von rund 316'000 Franken – das tut weh.»

Aktuell befänden sich einzelne Mitarbeitende der teilweise noch geschlossenen Gastronomie in Kurzarbeit, sagt Rickenbach. Momentan seien lediglich die Restaurantterrassen der Freibäder Bergholz und Weierwise geöffnet. «Mit geschlossenem Restaurant-Innenbereich ist es auch für uns sehr schwierig, in diesem Bereich Umsatz zu machen», ergänzt sie.

Trotz der pandemiebedingten schlechten finanziellen Lage habe sie wahrscheinlich besser geschlafen als andere, ergänzt Rickenbach. Sie sagt:

«Die Stadt Wil als Hauptaktionärin des Sportparks Bergholz hat ihre finanzielle Unterstützung zugesichert.»

Wie hoch die Summe der Covid-19-Finanzspritze der Stadt Wil ist und wann sie eintreffen wird, ist gemäss Rickenbach noch unklar. Man sei im Austausch mit der Stadt, so die Geschäftsführerin des Sportparks Bergholz.

Weniger Besucherinnen und Besucher

Das negative Geschäftsergebnis des Sportparks Bergholz hängt zusammen mit den Gästezahlen, die 2020 massiv sanken. Das Hallenbad Bergholz verzeichnete einen Rückgang von 27,3 Prozent, der Wellnessbereich 26,5 Prozent und die Eishalle 27,4 Prozent.

In den beiden Wiler Freibädern Bergholz und Weierwise hingegen sanken die Gästezahlen weniger stark, wie dem Geschäftsbericht weiter zu entnehmen ist. Das warme Wetter im Sommer 2020 zog zahlreiche Badegäste an, die während der Sommerferien nicht verreisen konnten und stattdessen zu Hause blieben. Im Freibad Bergholz sanken die Besucherzahlen um 3 Prozent, im Freibad Weierwise um 7,4 Prozent.

Rote Zahlen auch 2021

Sabin Rickenbach hat im März 2020, mitten in der Coronakrise und kurz vor dem ersten Lockdown, die Geschäftsführung des Sportparks Bergholz übernommen. «Mitten in dieser Krise ein neues Amt anzutreten und möglichst rasch zu agieren, war eine grosse Herausforderung», sagt sie.

Wegen des Coronavirus muss der Sportpark Bergholz auch für das Geschäftsjahr 2021 mit einem Verlust rechnen. Rickenbach sagt:

«Auch 2021 wird der Sportpark Bergholz rote Zahlen schreiben – das ist jetzt schon klar.»

Wie hoch der Verlust des zweiten Pandemiejahres ist, wird sich zeigen.