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WIL: Von Tango bis Irland unter einem Dach

Vor der dritten Bauetappe soll im Hof zu Wil das Leben einkehren. Das ist das Ziel der Zwischennutzung, die im Juni begonnen hat. Die neu zugänglichen unsanierten, historischen Räume sind begehrt. Ob für Vorträge, Konzerte oder Fotoshootings.
Ursula Ammann
Eine Plakatwand macht auf die Veranstaltungen im Hof zu Wil aufmerksam – unter einem einheitlichen Corporate Design.

Eine Plakatwand macht auf die Veranstaltungen im Hof zu Wil aufmerksam – unter einem einheitlichen Corporate Design.

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

Der Holzboden knirscht beim ­Betreten des Raums. Durch das Fenster fällt Licht auf die von Riegeln durchzogene Mauer. Hier in der Säulenhalle wird demnächst Tango getanzt. Diese verwunschen anmutende Lokalität erwacht im Rahmen der Zwischennutzung des Hofs zu Wil aus dem Dornröschenschlaf. Genauso wie der Dachstock des Wiler Wahrzeichens und der Bierbrauersalon. Auch die Ausstellungshalle und die Dienerschaftskapelle gehören zu den mietbaren Räumen, wobei diese beiden schon vorher zugänglich waren.

Vor gut drei Monaten hat die auf zwei Jahre angedachte Zwischenphase begonnen, die der dritten Bauetappe im Hof zu Wil vorausgeht. Jacques Erlanger, Leiter Zwischennutzung, zieht insofern eine positive Bilanz, als es bereits gut gelungen sei, die Zusammenarbeit zwischen den Mietern im Hof zu Wil zu stärken. Im historischen Gebäude ist nicht nur ein Gastronomiebetrieb untergebracht, sondern auch die Stadtbibliothek, das Stadtmuseum und die Volkshochschule Wil. «Es ist schön, alle am gleichen Strick ziehen zu sehen und zu merken, dass dies durch meine Präsenz ganz anders möglich ist», sagt Jacques Erlanger. Er koordiniert in einem 30-Prozent-Pensum die Aktivitäten im Hof zu Wil, fungiert als Zwischenglied. Im ehemaligen Bierbrauersalon hat der Kulturmanager sein Büro eingerichtet. Zum Fenster hinaus sieht man auf die Altstadtdächer, und man könnte sich genauso im Mittelalter wähnen. Der Laptop auf dem Holztisch, der Drucker und andere Einrichtungsgegenstände holen einen jedoch zurück in die Neuzeit. Das gegenwärtige Kulturgeschehen im Hof zu Wil Einzug halten zu lassen und mit dem Zauber des Alten zu verschmelzen, ist eine der Aufgaben in der Zwischennutzungsphase. So wie es im Juni anlässlich der Musikperformance «Yes, don’t panic» bereits geschehen ist: moderne Klänge zwischen jahrhundertealten Balken im Dachstock des Hofs zu Wil.

Unfertiger Zustand bringt Herausforderungen mit sich

An der Fensterfront hängt eine Wäscheleine mit Malproben: ein Übrigbleibsel des Vortrags über historische Farben, der gestern im Rahmen der «Tage des Denkmals» im Bierbrauersalon stattgefunden hat. Etliche weitere Veranstaltungen stehen im Wiler Wahrzeichen demnächst an. Etwa ein irischer Abend mit Musik, Bier und Essen: Für Jacques Erlanger ist dieser «ein Beispiel der guten Zusammenarbeit» unter ein und demselben Dach, beteiligen sich doch Stadtbibliothek, Volkshochschule und Gastronomie an diesem Anlass.

Weiter findet ein Workshop von «Rampenfieber Ost» statt, an dem sich auch das Wiler Momolltheater beteiligt. Im Frühjahr 2018 breitet sich zudem die «Kulturbühne» im Hof zu Wil aus – mit Lesungen, musikalischen Veranstaltungen und Kunst. «Das gibt eine wunderbare Einheit», sagt Jacques Erlanger.

Die «nicht finalisierten Räume» kämen gut an, bemerkt er. Kürzlich hielt gar das Schweizer Bekleidungsunternehmen Silvertag ein Fotoshooting im Hof zu Wil ab. Die Models, welche die Herbst- und Winterkollektion präsentieren, sind im Katalog vor historischen Mauern und alten Fenstern zu sehen.

Der unfertige Zustand der Räume bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. So gibt es da und dort einige kleinere Bauarbeiten zu erledigen, damit die sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllt sind. «Das hat uns ein bisschen gebremst», sagt Erlanger. Nun ist die öffentliche Auflagefrist aber abgelaufen, und bis anhin sind keine Einsprachen eingegangen.

Die Plakatwand an der Mauer unter der Hofterrasse ist derweil bewilligt und auch schon realisiert. Sie verweist auf die Veranstaltungen im Hof, die nun unter einem einheitlichen Corporate Design präsentiert werden und Inspiration für einen lebendigen Hofbetrieb nach der Sanierung bieten.

Hinweis Weitere Informationen unter www.hofzeit.ch

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