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WIL: Vermögen aus dem Müll gerettet

Im November werden im Aktionshaus Rapp unter anderem wertvolle Briefmarken versteigert, die beinahe im Müll gelandet wären. Nur durch Zufall bleiben die Trouvaillen der Nachwelt erhalten.
Vor dem Mülleimer gerettetes Zeitdokument: Ein Luftpost-Brief von Zürich über St. Gallen in den Kanton Thurgau aus dem Jahr 1934. (Bilder: PD)

Vor dem Mülleimer gerettetes Zeitdokument: Ein Luftpost-Brief von Zürich über St. Gallen in den Kanton Thurgau aus dem Jahr 1934. (Bilder: PD)

An einem Expertentag im Auktionshaus Rapp ist es stets hektisch. Aus allen Himmelsrichtungen strömen Kunden herbei, um ihre Sammelobjekte einer Fachperson vorzulegen und sich über die besten Verkaufsoptionen beraten zu lassen. Vielmals müssen die Interessenten enttäuscht werden: Ihre Schätze sind zwar alt, haben aber keinen besonderen Handelswert. An einem dieser Expertentage in Wil kam es aber ganz anders.

«Vom Besitzer zur Entsorgung angeordnet»

Es ist Oktober 2015. Peter Rapp und sein Team haben einen anstrengenden Expertentag mit über 50 Terminen hinter sich. Es ist bereits 18.30 Uhr, als Peter Rapp auf den letzten Kunden des Tages wartet. Aufgrund der internen Notiz muss er von einer eher nicht so spektakulären Briefmarkensammlung ausgehen. Diese lautet: «Vier grosse Kisten, Marktwert unbekannt, vom Besitzer zur Entsorgung angeordnet.» Um 18.30 Uhr stehen dann zwei junge Herren mit den besagten Kartons vor dem Experten. Einer der beiden Kunden erzählt, er habe die prall gefüllten Briefmarkenalben im Jahr 2014 bei einem Umzug vor dem Entsorgen gerettet.

Da ihn selbst das Sammelfieber nie richtig gepackt hatte, entschied er sich, die Marken weiterzugeben. Dabei stiess er durch Recherchen auf das Auktionshaus Rapp und entschied sich, einen Teil der Briefmarken dem Experten vorzulegen.

Ein verborgener Schatz offenbart sich

Nun stehen die beiden jungen Männer im Auktionshaus Rapp, ohne jegliche Erwartungen – ganz im Gegenteil: Eher befürchten sie, den Experten mit billigem Ramsch aufzuhalten. Peter Rapp aber merkt schnell, dass er hier etwas genauer hinschauen muss. Sein geschultes Auge täuscht ihn nicht: Was da nach und nach zum Vorschein kommt, verblüfft selbst den erfahrenen Philatelisten. Er findet kleine und grosse Schätze, gut versteckt zwischen geringwertiger Massenware. Bald wird klar: Diese Kartons sind nicht einfach nur Kartons mit Briefmarken – sie sind wahre Schatztruhen.

Verdutzt und erfreut zugleich verkünden die beiden Herren, dass sie noch weitere 20 Kartons hätten. Noch in derselben Woche bringen sie auch die zusätzlichen Marken nach Wil. Und tatsächlich bietet sich dasselbe Bild: Gut versteckt zwischen Massenware und billigem Flohmarktramsch befinden sich wieder unglaubliche Trouvaillen: gesuchte Serien und Blocks, seltene Belege, ganze Bögen und teure Briefmarken aus allen möglichen Ländern der Welt. Die Freude der beiden jungen Männer ist selbstredend. Aufgeregt überlassen sie den ganzen Bestand den erfahrenen Händen von Peter Rapp für die diesjährige Auktion.

Die Bearbeitung war aufwendig, aber die Arbeiten haben sich mit Sicherheit gelohnt: Der Schatz dürfte rund 100000 Franken Wert sein. (rs)

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