WIL: Uze Sport schliesst

Seit bald fünf Jahren führen Mike und Marianne Edelmann ihr Sportgeschäft in Niederuzwil. Es war von Anfang an ein Überlebenskampf. Nun haben sie sich entschieden, den Laden aufzugeben.

Urs Bänziger
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Mike und Marianne Edelmann haben trotz Schliessung ihres Sportgeschäfts das Lachen nicht verloren. (Bild: Urs Bänziger)

Mike und Marianne Edelmann haben trotz Schliessung ihres Sportgeschäfts das Lachen nicht verloren. (Bild: Urs Bänziger)

Im Sommer 2017 könnte das Sportgeschäft von Mike und Marianne Edelmann in Nieder-uzwil ein kleines Jubiläum feiern. Doch so weit wird es nicht kommen. Denn der Laden wird im Frühling geschlossen. Der Traum von Mike Edelmann ist geplatzt, noch bevor die Uze Sport AG das fünfjährige Bestehen feiern kann. Schon in der Lehrzeit als Sportartikelverkäufer habe er gewusst, dass er einmal selbständig sein und ein eigenes Geschäft führen wolle, sagt Edelmann. 2012 hatte er den Laden an der Bahnhofstrasse von seinem Vorgänger übernommen. «Ich bin in Nieder­uzwil aufgewachsen und stand im ständigen Kontakt mit meinem Vorgänger. Als sich dieser dann entschlossen hatte aufzuhören, habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt.»

Doch schon der Anfang sei schwierig gewesen, erzählt Mike Edelmann. «Ich habe in einer Phase begonnen, in welcher der Eurokurs gegenüber dem Schweizer Franken stark gesunken ist. Zudem haben wir nie richtig Winter gehabt, was sich negativ auf die Umsatzzahlen auswirkte.» Der Verkauf von Wintersportartikeln sei sein Hauptgeschäft, sagt Mike Edelmann. Während er das sagt, bringt ein Kunde seine Ski zum Service. «Ich habe viele Kunden, die vor jedem Winter ihre Ski zum Service bringen. Etliche von ihnen kaufen auch ihre Ausrüstung bei mir ein. Auf solche Stammkunden zählen zu dürfen, ist zwar schön, aber es reicht nicht zum Überleben. Dafür brauchte ich mehr Kunden und vor allem mehr Umsatz. Im Gegensatz zu den Sportgeschäften in grossen Städten fehlt in Niederuzwil die Laufkundschaft.»

Zu starke Konkurrenz, um überleben zu können

Der schwache Euro hat zum Einkaufstourismus im benachbarten Ausland geführt, den auch die Uze Sport AG zu spüren bekommt. Zur starken Konkurrenz der Discounter ist in letzter Zeit der Onlinehandel gekommen. «Diese drei Faktoren machen es unmöglich, dass ich mit meinem Sportgeschäft mittel- bis langfristig existieren kann», sagt Mike Edelmann. Schon vor einem Jahr sei er vor dem Entscheid gestanden aufzuhören. «Meine Frau und ich haben uns damals fürs Weitermachen entschieden. Um die Kosten auf ein Minimum zu reduzieren, sahen wir uns gezwungen, den Angestellten zu entlassen.» Er sei ein positiv denkender Mensch und überzeugt gewesen, dass es funktionieren könne mit dem eigenen Geschäft. «Doch man muss auch ehrlich zu sich selber sein und erkennen, wenn es nicht geht», sagt Mike Edelmann. «Meine Frau und ich haben so lange gekämpft wie möglich. Dieser Winter wird für unser Sportgeschäft der letzte sein. Danach ist Schluss.».

Jetzt, da er sich entschieden habe aufzuhören, fühle er sich besser und könne nachts wieder schlafen. Wie seine berufliche Zukunft aussehen wird, weiss der 40-Jährige noch nicht.