WIL: Unvergleichliche politische Karriere

Karin Keller-Sutter ist eine der profiliertesten Politikerinnen der Schweiz, die die Mechanismen der Politik profund kennt, sie ziel- und lösungsorientiert einsetzt. Der ehemalige Präsident der Wiler FDP erinnerte sich an gemeinsame Zeiten mit KKS.

Roland Brütsch
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Karin Keller-Sutter war schon immer ein Familienmensch. (Bild: PD)

Karin Keller-Sutter war schon immer ein Familienmensch. (Bild: PD)

Roland Brütsch

Als Parteifreund und ehemaliger Orts- und Bezirksparteipräsident sowie Mitglied verschiedener Wahlstäbe darf es als ein Privileg bezeichnet werden, praktisch von der ersten Stunde an Wegbegleiter einer der anerkanntesten und fähigsten Politikerinnen der Schweiz (gewesen) zu sein. Bereits ihr Engagement bei den Jung-Freisinnigen liess erahnen, welch aussergewöhnliches Talent, politische Zusammenhänge zu analysieren und Folgerungen abzuleiten, in der jungen Karin Sutter steckte.

Stufe um Stufe der politischen Leiter erklommen

Sie nutzte diese Begabung konsequent um nach einer soliden schulischen sowie beruflichen Aus- und Weiterbildung und der Heirat mit Morten Keller, im Jahr 1992 ihre unvergleichlich erfolgreiche politische Karriere zu starten. Auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene erklomm sie Stufe um Stufe der politischen Leiter, auch dann, wenn ihr in störmanöverartiger Manier Steine in den Weg gelegt wurden. Die sogenannte Ochsentour startete 1992 in der Wiler Legislative mit dem ersten Höhepunkt, als Karin Keller-Sutter 1997 das Stadtparlament präsidierte. Die Erinnerungen an viele Fraktionssitzungen sind noch präsent, in denen Karin Keller-Sutter oft anzusehen war, dass die kommunale Politik sie nicht überforderte.

Wahlerfolge mit Glanzresultaten

Es folgten auf höherer Stufe Wahlerfolge mit Glanzresultaten in den Kantonsrat (1996) und auch in den Regierungsrat (2000). Bei der Mitarbeit in den Wahlstäben war feststellbar, dass sie in der Bevölkerung breit abgestützt war und ihr ein hohes Mass an Wertschätzung entgegengebracht wurde, was sich in glänzenden Wahlresultaten niederschlug. Beeindruckend meisterte Karin Keller-Sutter die ihr übertragenen Mandate als Vorsteherin des kantonalen Sicherheits- und Justizdepartementes und als Regierungspräsidentin in den Jahren 2006/2007 und 2011/2012.

Sie machte sich zudem einen Namen als Präsidentin der Justiz- und Polizeidirektoren KKJPD. Diverse bedeutende Geschäfte wie der konsequente Vollzug der revidierten Migrationspolitik, der besondere Schutz für Opfer häuslicher Gewalt und eine erhöhte Polizeipräsenz im öffentlichen Raum (Hooliganismus) trugen ihre Handschrift.

Souverän in den Ständerat gewählt

Karin Keller-Sutter fühlte sich bereit für einen weiteren Schritt und stellte sich am 22. September 2010 zur Kampf-Ersatzwahl für den zurückgetretenen Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Vielen Mitgliedern der vereinigten Bundesversammlung war sie zu wenig pflegeleicht oder zu stark, andere wiederum mussten strickte parteigehorsam wählen, weshalb sie die Wahl äusserst knapp nicht schaffte. Bundesbern blieb aber im Fokus, sie kandidierte bei den Parlamentswahlen vom 23. Oktober 2011 für den Ständerat. Selbst der Versuch einer Schmutzkampagne der Parteipresse eines Mitbewerbers fruchtete nichts, der St. Galler Souverän wählte Karin Keller-Sutter im ersten Wahlgang mit einem Glanzresultat von 64 Prozent in den Ständerat.

In Bern eine feste Grösse

Karin Keller-Sutter ist in Bern angekommen, in den Dossiers Wirschafts-, Sozial- und Aussenpolitik ist sie sattelfest und eine feste Grösse, ihr Kommunikationstalent hebt sie weit über den Durchschnitt des Schweizer Politpersonals hinaus. Der vorläufige Höhepunkt ihrer Politkarriere am Montag stattgefunden, als sie zur Präsidentin des Ständerates gewählt wurde.

Hinweis

Roland Brütsch ist ehemaliger Wiler FDP-Ortspartei- und -Bezirksparteipräsident.