Wil
«Unser Stadion, unser Bier, unser Thurbobräu»: Aktionäre buhen im Wiler Bergholz die Konkurrenz Schützengarten aus

Feststimmung im Bergholz und danach gab’s Freibier für alle. Nein, nicht der FC Wil feierte am Freitagabend einen Sieg, sondern Thurbobräu seine Zukunft als Stadionbier.

Christof Lampart
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Der Vorstandstisch befand sich auf dem satten Kunstrasengrün im Wiler Stadion Bergholz.

Der Vorstandstisch befand sich auf dem satten Kunstrasengrün im Wiler Stadion Bergholz.

Bild: Christof Lampart

Nach eineinhalb pandemiebedingt eher schwierigen Jahren wähnt sich der Verein IdeéWil mit seinem Bierlabel Thurbobräu auf dem richtigen Weg. Einem Erfolgsweg, den die Biermacher in den nächsten Jahren zusammen mit dem FC Wil beschreiten wollen. Denn Thurbobräu ist seit dieser Saison das neue Stadionbier der Äbtestädter Kicker. Kein Wunder also, wurde die Generalversammlung am Freitagabend im Sportpark Bergholz abgehalten.

Dabei schienen sich die Fussballtraditionen auf die Anwesenden übertragen zu haben. Dem eigenen Bier huldigten die Aktionäre auf der Tribüne lautstark, während sie das Bier aus der Hauptstadt bei dessen Erwähnung ausbuhten. Gleichsam lief der Präsident der IdéeWil, Patrick Meyenberger, auf dem Rasen zur Hochform auf, als er auf die Pläne rund ums eigene Bier zu reden kam.

Die Aktionäre auf der Tribüne.

Die Aktionäre auf der Tribüne.

Bild: Christof Lampart

Bierumsatz und Bekanntheitsgrad steigern

Man habe in den vergangenen Monaten massiv das eigene Marketing verstärkt, sagte Meyenberger. Denn bei diversen Anlässen habe man gemerkt, dass man abseits der eigenen Fans in und um Wil herum nicht so bekannt sei, wie man es selbst gedacht habe. Auch die mit dem FC Wil eingegangene Kooperation – Thurbobräu löste auf diese Spielzeit hin das langjährige Wiler Stadionbier Schützengarten ab – sei ein Schritt in diese Richtung. Man erhoffe sich nach dem Motto «Unser Stadion. Unser Bier. Unser Thurbobräu» eine markante Steigerung bezüglich des eigenen Bekanntheitsgrads und nicht zuletzt auch beim Bierverkauf. Denn der Umsatz war im 2020 – pandemiebedingt – rückläufig.

«Nach unserem Rekordjahr 2019, in dem wir 110'000 Spezlis verkaufen durften, waren es im Jahr 2020 nur noch 95'500, was einen Rückgang von 13 Prozent ergibt.»

Allerdings sei der Rückgang schon fast wieder positiv, wenn man wisse, dass andere Mitbewerber bis zu 40 Prozent weniger Bier verkauften, so Meyenberger. Auch was die Zahl der Aktionäre anbelange, wolle man wieder durchstarten: «Seit 2019 verzeichnen wir hier einen leichten Rückgang. Vielleicht war das wegen des Virus so, vielleicht auch, weil man sich neu digital registrieren muss. Egal, wir wollen alles daransetzen, um alle wieder für unsere Idee zurückzugewinnen», gab sich Meyenberger kampfeslustig.

Thurbobräu-Präsident Patrick Meyenberger (links) und FC-Wil-Geschäftsführer Benjamin Fust freuen sich über die Kooperation.

Thurbobräu-Präsident Patrick Meyenberger (links) und FC-Wil-Geschäftsführer Benjamin Fust freuen sich über die Kooperation.

Bild: Christof Lampart

Mit Bier mehr Zuschauer anlocken

Positiv gestimmt war auch FC-Wil-Geschäftsführer Benjamin Fust, der bekannte, «dass wir extrem stolz darauf sind, dass wir nun Partner von Thurbobräu sind. Denn es ist für uns eine Ehre, mit dem Wiler Bär am Ärmel auftreten zu dürfen.» Tatsächlich stehe man vor einem ähnlichen Problem wie Thurbobräu.

«In der Vergangenheit hatte unser Klub, nicht auch zuletzt wegen ausländischer Investoren, ein schlechtes Image. Es ist deshalb für uns extrem wichtig, dass wir uns wieder in der Region verankern.»

Die Kooperation mit Thurbobräu sei, nebst den Leistungen der ersten Mannschaft, ein weiteres Mosaiksteinchen auf dem Weg dahin, wieder mehr Zuschauer ins Stadion zu locken. An die Adresse der Aktionäre sagte Fust: «Kommt doch auch zu uns ans Spiel und trinkt hier euer Thurbobräu. Das wäre sehr schön.»

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