Wil
«Uns ist es ein Anliegen, dass der Platz genutzt wird»: Mit seiner Sommerbar und der Anwerbung der Rollschuhbahn bringt der Gare de Lion Leben ins Industriequartier

Vergangenes Wochenende beendete die Bar de Lion hinter dem Silo die Sommersaison, nächsten Samstag öffnet dort das Rollschuhfeld eines St.Galler Vereins die Tore. Das Feld hätte eigentlich zentrumsnäher aufgebaut werden sollen, doch das erwies sich in Wil als schwierig.

Larissa Flammer
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Vom Turm in der Mitte werden Lichterketten nach aussen gespannt.

Vom Turm in der Mitte werden Lichterketten nach aussen gespannt.

Bild: Larissa Flammer

Nostalgie kommt nach Wil. Ab Samstag können auf einer Rollschuhbahn vor dem Gare de Lion Runden auf den kultigen acht Rädern gedreht werden. Der St.Galler Verein Rollland bringt seinen 1000 Quadratmeter grossen Rollboden, die Foodtrucks, seine Bar und sogar einen Vintagekiosk vom 20. August bis am 12. September nach Wil.

Öffnungszeiten und Informationen

Das Rollfeld ist in Wil bei schönem Wetter am Mittwoch und Donnerstag von 13 bis 22 Uhr geöffnet, am Freitag und Samstag von 13 bis 24 Uhr und am Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Je nach Besucherandrang kann der Park früher geschlossen werden. Am Samstagabend findet jeweils eine Silent-Disco auf dem Rollfeld statt. Dank dem Sponsoring der Energiestadt Wil und den TBW ist der Besuch für die städtischen Schulen (unter der Woche nachmittags) und Vereine (unter der Woche abends) kostenlos. Rollschuhe und Schutzausrüstung können vor Ort gemietet werden. Mehr Informationen gibt es unter www.rollland.ch.

Der Verein habe zuerst nach einem zentrumsnäheren Platz gesucht, weiss Michael Sarbach, Mitglied der Betriebsleitung des Gare de Lion. Doch das sei in Wil schwierig, wenn auch mal abends nach Sonnenuntergang noch Betrieb herrschen soll. Sarbach sagt: «Bei uns ist das möglich.» Die Verantwortlichen des Gare de Lion kennen die Organisatoren der Rollschuhbahn gut und haben sich bemüht, sie ins Industriegebiet beim Silo zu holen. Programmchef Sarbach sagt:

«Uns ist es ein Anliegen, dass der Platz belebt und genutzt wird.»

Wenn dadurch mehr Menschen das Eventlokal Gare de Lion kennen lernen, freut er sich umso mehr. Eine finanzielle Beteiligung gebe es nicht, der Platz werde von der Stadt und der Silo AG bewirtschaftet. Allerdings kann sich Sarbach, der das Lokal zusammen mit Rebekka Bannwart und Oliver Wiesendanger leitet, vorstellen, dass der Gare de Lion zum Beispiel während der Rollschuh-Disco seine Bar auch mal öffnet und für einen Event mit dem Verein Rollland zusammenspannt.

Vorbereitungen auf die Clubsaison laufen

Dass auf dem Gelände hinter dem Silo mehr Leben einkehrt, dafür hat der Gare de Lion seit Ausbruch der Pandemie auch selber gesorgt. Sowohl vergangenen als auch diesen Sommer hat er jeweils freitags und samstags auf dem Kiesplatz eine Sommerbar betrieben – zumindest, wenn das Wetter mitspielte. Sarbach sagt:

«Dieses Jahr hatten wir bedeutend häufiger zu als offen.»
Michael Sarbach.

Michael Sarbach.

Bild: Benjamin Manser

Tatsächlich sei es meist aufs Wochenende hin nass geworden. Der Betriebsleiter zieht daher ein durchmischtes Fazit, die Gäste hätten sich jedoch über das Angebot sehr gefreut. «Wenn wir offen hatten, war es toll.» Das Highlight sei das eine Spiel der Schweizer Nationalmannschaft an den Europameisterschaften gewesen, das man habe zeigen können.

Wegen Corona hat der Gare de Lion eine Sommerbar angeboten.

Wegen Corona hat der Gare de Lion eine Sommerbar angeboten.

Bild: PD

Vergangenen Samstag stieg in der sogenannten Bar de Lion die Abschlussparty. Die Rollschuhbahn, vor allem aber die bevorstehenden Vermietungen des Eventlokals, hätten sonst zu Platzmangel geführt. «Es laufen nun auch die Vorbereitungen für die Saison im Gare de Lion, die Ende September startet. Die Revision von Ton und Licht steht noch an, ausserdem wird aufgeräumt und gereinigt», sagt Sarbach. Deshalb sei in der Sommerbar jetzt schon Schluss.

Nächsten Sommer soll es neben der Bar auch Events geben

Eine Aussengastronomie hat der Gare de Lion auch in den Jahren vor der Pandemie schon ab und zu angeboten. Allerdings nicht regelmässig und jeweils an einen Event gebunden, wie Sarbach sagt. Das Angebot der Sommerbar mit der Sitzlounge, dem Service und den vielen neuen Drinks sei pandemiebedingt entstanden.

Weil an Orten ohne Zertifikatspflicht weiterhin ein Tanzverbot gilt, konnte an der Bar de Lion nicht einmal ein DJ für Musik sorgen. Doch der Programmchef sagt:

«Die Sommerbar sollte für alle sein. Nicht nur für Menschen mit einem Zertifikat.»

Eine Ausnahme war die Abschlussparty. Vergangenen Samstag wurde Musik gespielt und getanzt, weshalb ein Zertifikat verlangt werden musste. In einem Testzentrum vor Ort konnte ein solches gemacht werden. Das Testen habe wunderbar geklappt und der Abend sei ein schöner Abschluss gewesen, sagt Sarbach. Allerdings sei halt alles etwas aufwendiger gewesen, da das Gelände eingezäunt werden musste, eine Eingangskontrolle nötig war und für das Testzelt zusätzliche freiwillige Helfer gefunden werden mussten.

Auch im nächsten Jahr will das Team des Gare de Lion den Platz bei warmem Wetter bespielen. Nach Möglichkeit soll es allerdings neben der Bar auch ein Kulturprogramm geben, sagt Sarbach. Unter anderem könne vielleicht das Clubfestival Fête de Lion wieder stattfinden. «Wir werden einen Weg finden, die Aussengastronomie mit den Events zu verbinden oder aneinander vorbeizukommen», sagt der Co-Betriebsleiter. Das Wichtigste sei: «Wir wollen den Raum nutzen.»

Bei warmem Wetter will der Gare de Lion auch im nächsten Jahr draussen Events organisieren.

Bei warmem Wetter will der Gare de Lion auch im nächsten Jahr draussen Events organisieren.

Bild: PD

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