WIL: Unmut unter Betroffenen ist gross

Die Angst vor den zwei Schäferhunden im Gebiet Sömmeri/Weid schlägt in Wut und Verdrossenheit um. Betroffene erwarten von den Behörden, dass Massnahmen zum Schutz aller ergriffen werden.

Hans Suter
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Über das richtige Verhalten im Umgang mit Hunden gehen die Meinungen weit auseinander. (Symbolbild: Susann Basler (24. Dezember 2010))

Über das richtige Verhalten im Umgang mit Hunden gehen die Meinungen weit auseinander. (Symbolbild: Susann Basler (24. Dezember 2010))

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

«Es ist für mich schwer zu verstehen. Wieso kann man nicht das Geschehene nutzen und für die Zukunft daraus lernen?», sagt Martina Moll. Sie leidet wie andere Hundehalterinnen und Hundehalter unter den Attacken zweier Schäferhunde im Naherholungsgebiet Sömmer/Weid im Norden Wils. Sie und andere Betroffene werfen der Halterin der Schäferhunde vor, ihre Tiere nicht im Griff zu haben. Eine Anzeige gegen die Frau wurde abgewiesen. Nach einer Bissattacke wurde erneut Anzeige erstattet. Dieser Fall ist noch anhängig.

Nun schlägt die Angst in Wut um. Nachdem Stadtrat Daniel Stutz die Polizei als zuständig erklärt und Stadtparlamentarier Sebastian Koller genau das als falsch kritisiert hatte (Ausgabe vom 11.9.2017), wollen die Betroffenen nur noch eines: Dass endlich gehandelt wird, ohne Hin und Her um die Zuständigkeit. Eine für gestern vorgesehene Medienmitteilung der Stadt Wil wurde um voraussichtlich eine Woche verschoben. «Wir sind bei den Zuständigkeiten noch in Abklärung mit dem Kanton», erklärte der städtische Informationschef Stefan Hauser gestern auf Anfrage.

Verärgerung über den Rat des Experten

«Viele reden und nichts passiert», kritisiert Martina Moll. «Fakt ist: Ich habe bei der Stadt angerufen und wurde durchgestellt. Da wurde mir von einem Herrn gesagt, die Stadt könne nichts machen. Erst nach dieser Absage haben wir dann die Meldeformulare des Veterinäramts ausgefüllt.» Sauer aufgestossen ist ihr auch der Rat eines Experten, in kritischen Situationen den gesunden Menschenverstand walten zu lassen und lieber umzukehren oder einen anderen Weg zu nehmen, statt es zur Konfrontation kommen zu lassen. (Ausgabe 11.9.2017). «Es ist nicht lustig, sich im Ziegenstall zu verstecken, wenn ‹die Schäferhundehalterin mit dem gesunden Menschenverstand› um die Ecke kommt.» Und das Ganze über Jahre. «Das möchte ich gerne sehen, wie der Experte seinen Spaziergang der Halterin der zwei Schäferhunde anpasst.»

Auch Max Jöhl ärgert sich. Er hat im Februar Anzeige erstattet, diese wurde im August aber abgewiesen. «Als erstes finde ich es wacker, wie sich Stadtrat Daniel Stutz ausdrückt: «Das Departement für Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) und die Polizei geben korrekte Informationen.» Abgesehen davon, dass dies im vorliegenden Fall klar nicht stimme, nehme Stutz für sich und seine Mitarbeiter in Anspruch, unfehlbar zu sein. «Was braucht es denn noch, um hier endlich einzuschreiten?», fragt er erzürnt.

Seit Februar sei diese Sache pendent. «Inzwischen ist klar, dass der Hund Campino nicht nur andere Hunde verletzt hat, sondern auch Menschen zu Schaden kommen liess», unterstreicht Max Jöhl. Die Halterin der beiden Schäferhunde sei nachweisbar nicht in der Lage, insbesondere Campino an der Leine zu halten und könne ihn auch nicht abrufen. «Muss noch etwas Ernsteres passieren, bevor einer der vielen Zuständigen etwas unternimmt?», fragt Max Jöhl.

Der Gipfel sei aber der Vorschlag eines Experten, im Zweifelsfall umzukehren oder einen anderen Weg zu nehmen. «Wie sieht dies der Theoretiker wohl im praktischen Fall, wenn die gefährlichen drei hinter einer Biegung oder im Wald auftauchen?», fragt Jöhl zynisch. Er empfehle also, in diesem Fall vor der Frau zu kapitulieren – «wie ich es mache» – und die Gegend zu meiden. Es könne nicht angehen, dass das Naherholungsgebiet Sömmeri/Weid nicht gefahrlos begangen werden könne.