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WIL.: Über die Sprache zum Qi

Als einer der ersten in der Schweiz erhält Lukas Häne am Freitag das Diplom «Eidgenössischer Naturheilpraktiker». Seine Fachrichtung ist die Traditionelle Chinesische Medizin. Für das Studium weilte der Wiler sieben Jahre in China.
Ursula Ammann
Lukas Häne ist Therapeut für Traditionelle Chinesische Medizin. Sein Wissen erwarb der 37-Jährige an der Universität in Guangzhou. (Bild: Ursula Ammann)

Lukas Häne ist Therapeut für Traditionelle Chinesische Medizin. Sein Wissen erwarb der 37-Jährige an der Universität in Guangzhou. (Bild: Ursula Ammann)

WIL. Er hantiert nicht mit Spritzen, sondern mit Nadeln. Ein Anatomie-Poster sucht man in seinem Sprechzimmer vergebens. Stattdessen schmückt eine Lampe mit chinesischen Schriftzeichen die Wand. Lukas Häne ist Alternativmediziner. Sein Fachgebiet ist die Traditionelle Chinesische Medizin. Am Freitag erhält er dafür ein Diplom (siehe Infokasten), das in der ganzen Schweiz seine Gültigkeit hat.

Ein Fünftel spricht Chinesisch

Es war die Sprache, die Lukas Häne das Tor zu China und damit auch zur Traditionellen Chinesischen Medizin öffnete. Als 20-Jähriger studierte der Wiler an der Universität Zürich Sinologie (Chinawissenschaften) und reiste im Rahmen dessen für einen einjährigen Sprachaufenthalt ins Land der Mitte – in die Stadt Nanning. «Von China fasziniert war ich, weil die alten Zeichen noch immer bestehen und weil es über dieses Land eine detaillierte Geschichtsschreibung gibt», sagt Häne. Zudem spreche ein Fünftel der ganzen Weltbevölkerung Chinesisch.

«Das Qi kommt in Wallung»

Die Brücke von der Sprache zur Medizin war für Lukas Häne die Kampfkunst Tai Chi. Diese praktizierte er bereits vor seiner Chinareise. In Nanning suchte er sich ein solches Trainingsangebot und fand einen sehr guten Lehrer. «Durch Tai Chi habe ich mehr und mehr Interesse am Körperverständnis der Chinesen entwickelt», erzählt Häne. Eine Besonderheit dabei bildet das «Qi» was übersetzt Lebensenergie bedeutet. Dieses Qi sei sogar im Sprachgebrauch omnipräsent, erklärt der 37-Jährige. «Wenn jemand auf Chinesisch sagt, dass er sich ärgert, lässt sich das übersetzen mit <das Qi kommt in Wallung>.»

Kurz nach seinem Sprachaufenthalt reiste Lukas Häne erneut nach China. Diesmal, um an der Guangzhou Universität Traditionelle Chinesische Medizin zu studieren. «TCM wurde dort unter anderem angewandt, um die Nebenwirkungen der Chemotherapien zu lindern», erklärt der Wiler. Die Schulmedizin sei im letzten Jahrhundert stark aufgekommen in China und werde in den Spitälern oft in Kombination mit TCM angewandt. Im Süden des Landes sei die Traditionelle Chinesische Medizin immer noch sehr stark verankert, so Häne. «Dort findet man sogar auf dem Markt Heilkräuter, welche die Leute dann ihrer Suppe beifügen.»

In der Schweiz erlebt Lukas Häne seitens der Schulmediziner eine zunehmende Offenheit gegenüber der Traditionellen Chinesischen Medizin. So gebe es vermehrt Ärzte, die ihre Patienten zu ihm schicken. Etwa wegen Rückenbeschwerden.

Kulturschock und Krise

Nach gut drei Jahren in China machte Lukas Häne eine Krise durch. «Ich habe viel Zeit im stillen Kämmerlein verbracht, um medizinische Fachwörter auf Chinesisch zu büffeln», erzählt er. Ausserhalb des Fachgebiets sei es ihm aber anfangs schwer gefallen, sich auszudrücken.

Auch das chinesische Essen sei ihm irgendwann stark verleidet. «Brot oder Käse gab es höchstens in Fünfsterne-Hotels», erklärt er. Doch die Krise legte sich nach wenigen Monaten wieder.

Mittlerweile wohnt Lukas Häne wieder in Wil. Er macht nach wie vor Tai Chi und widmet sich nun auch dem Qi Gong. Und da seine Frau Chinesin sei, werde zu Hause oft chinesisch gekocht, sagt Lukas Häne. «Das schmeckt mir immer sehr.»

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