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WIL: Trotz neuer Notfallpraxis im Spital: Hausarzt bleibt die erste Adresse

Die Spitalregion Fürstenland Toggenburg hat sich die neue Notfallstation mit Notfallpraxis im Spital Wil einiges kosten lassen. Seit Januar wird hier gearbeitet. Die ersten Erfahrungen sind positiv.
Von wegen Konkurrenz: Christof Geigenseder, Ärztlicher Leiter der Notfallmedizin, und Philipp Hengstler, Präsident des Ärzteforums, verstehen sich als Team. (Bild: Andrea Häusler)

Von wegen Konkurrenz: Christof Geigenseder, Ärztlicher Leiter der Notfallmedizin, und Philipp Hengstler, Präsident des Ärzteforums, verstehen sich als Team. (Bild: Andrea Häusler)

Rot-weisse Abschrankungen versperren den einstigen und künftigen Haupteingang zum Wiler Spital. Während zweier Wochen noch wickelt sich der gesamte Publikumsverkehr über den Zugang zur neuen Notfallstation im Nordtrakt, dem ehemaligen Verwaltungsgebäude ab. Im hellen Foyer mit dem verglasten, rund um die Uhr betreuten Empfangsbüro begegnen sich Besucher, Patienten und Spitalpersonal. Doch jetzt, zur Mittagszeit, ist es ruhig. Immer wieder öffnet sich lautlos die Schiebetüre zum angrenzenden «Schockraum», gibt den Blick frei auf die Behandlungsliege und eine Fülle von medizinischen Diagnosegeräten.

«Hier werden Menschen mit schweren, lebensbedrohlichen Erkrankungen versorgt», sagt der Ärztliche Leiter der Notfallmedizin, Christof Geigerseder. Unfallopfer, die sich in kritischem Zustand befinden, würden meist direkt in übergeordnete kantonale Einrichtungen überführt.

Geräte, Bildschirme und allerhand Kabel und Schläuche stehen auf dem Boden, bestücken Wände und Deckenbereiche. Geigenseder zeigt auf ein Ultraschallgerät, ein Hightech-Produkt von höchster Präzision, wie er sagt. Der Preis: 65000 Franken. Notfallmedizin ist teuer. Nicht nur der Infrastruktur wegen, sondern weil hier – im 24-Stunden-Betrieb – die gesamte ärztlicher Fachkompetenz eines Spitals gefordert ist.

Notfallpraxis für ambulante Behandlungen

Im Foyer tut sich etwas. Ein Bett mit einer Frau wird über den Flur geschoben. Der Mann, der im Wartezimmer in einem Magazin geblättert hatte steht auf. «Sie können jetzt mitkommen», sagt die junge Frau im weissen Kittel.

Neben dem «Schockraum» reihen sich links und rechts des Korridors die neuen Notfallbehandlungsräume aneinander: sechs Einzelkojen und eine weitere mit zwei Behandlungsplätzen. Vorbei sei die Zeit der Grossräume, in denen die Patienten bloss durch Vorhänge getrennt waren, sagt Christof Geigenseder.

Die meisten Türen sind geschlossen, die Zimmer besetzt. Obwohl seit der Inbetriebnahme der integrierten Notfallpraxis am 8. Januar, längst nicht mehr jeder Kranke oder Verunfallte der Notfallstation zugewiesen wird. «Die Patienten werden, egal ober angemeldet oder nicht, zuerst triagiert», sagt Geigenseder. Sprich: erst nach Abklärung der Art und des Schweregrads der Verletzung oder Krankheit wird der Behandlungsort bestimmt. «Hierfür steht uns eine Software mit spezifischen Fragen zur Verfügung». Ambulante Behandlungen werden laut Christof Geigenseder seit dem Jahresbeginn fast ausschliesslich in der Notfallpraxis durchgeführt. Diese wird von Hausärzten des Ärzteforums Wil und den Ärzten der SRFT paritätisch betreut, verfügt über einen eigenen Empfangsbereich, zwei Behandlungszimmer sowie einen Behandlungsplatz, ein kleines Labor und ein Lager mit den gängigsten Medikamenten. «Absolut ausreichend», sagt Philipp Hengstler, Präsident des Wiler Ärzteforums. 38 der 39 diensttuenden niedergelassenen Ärzte des Notfallrayons Wil leisteten ihren Notfalldienst nun hier.

Kürzere Wartezeiten für Patienten

Die neue Notfallorganisation gibt Christof Geigenseder nach den ersten Betriebswochen gute bis sehr gute Noten. Die Entlastung der Spitalärzte von «leichten Fällen» vereinfache die Abläufe auf der Notfallstation. Schwerkranke, die stationär aufgenommen werden, können schneller und intensiver versorgt werden.» Gleichzeitig verkürzten sich die Wartezeiten für Personen, die ambulant behandelt werden könnten. «Eine klassische Win-win-win»- Situation, pflichtet Philipp Hengstler bei. «Die Patienten, die Ärzte am Spital und jene vom Ärzteforum profitieren von der Zusammenarbeit.»

Inzwischen ist auch der dritte Behandlungsplatz in der Notfallpraxis besetzt. Ein Paravent schirmt die Person ab. Durchschnittlich 35 Prozent der Notfallpatienten würden in der neuen Notfallpraxis behandelt», sagt Hengstler. In Zahlen seien dies rund 20 Patienten an den Wochentagen. Dann ist die Praxis jeweils von 12 bis 21 Uhr geöffnet, an Wochenenden von 9 bis 21 Uhr. Wobei eine hohe Auslastung nicht das Ziel sei. Erste Anlaufstelle bleibe der Hausarzt. Die Notfallpraxis sieht er als ergänzendes Angebot, das auch Patienten ohne Hausarzt offensteht.

Die Neuorganisation ist aufgegleist. Jetzt gehe es um Feinjustierungen, sagt Philipp Hengstler. Die Leistungen gelte es nun sukzessive in gemeinsamen Prozessen zu implementieren mit dem Ziel, eine gute, effiziente und wirtschaftliche Versorgungsqualität anzubieten.

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