Wil Tourismus: Vorstand kontert Vorwürfe

Nach dem Rücktritt von Ruedi Schär als Interimspräsident von Wil Tourismus hat gestern der verbliebene Vorstand Stellung zu den geäusserten Vorwürfen genommen. Auch er spart nicht mit Kritik.

Hans Suter
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Bei Wil Tourismus brodelt es. Im November 2014 trat Vereinspräsident Felix Aepli zurück, nachdem er in wichtigen Fragen mit dem Stadtrat keinen Konsens hatte finden können. Vergangene Woche kam es zum zweiten Eclat: Interimspräsident Ruedi Schär gab bekannt, Ende September zurückzutreten. Als Gründe nannte er insbesondere mangelnde Gesprächsbereitschaft und fehlendes Führungsverständnis im Vorstand. Ausserdem würde die herausfordernde Situation, in der sich Wil Tourismus befinde, nicht mitgetragen. Der Verein steht mit der Stadt in Verhandlung für eine neue Leistungsvereinbarung.

Gestern nahm der Vorstand schriftlich Stellung zu den im Rücktrittsschreiben von Ruedi Schär genannten Gründen. Das Rücktrittsschreiben liegt der Redaktion nicht im Wortlaut vor.

Vorstand hat wiederholt seine Bedenken geäussert

Den Vorwurf Ruedi Schärs, es mangle im Gesamtvorstand an Gesprächsbereitschaft, stellt der Vorstand in Abrede. «Ausgang dieser Begründung ist eine zusätzlich einberufene Vorstandssitzung am 7. September.» An ihr sei das wichtige Thema «Zukunft von Wil Tourismus» traktandiert gewesen. Der Vorstand habe die Meinung vertreten, das Thema könne nur unter drei Bedingungen besprochen werden: Alle Vorstandsmitglieder müssten anwesend sein, der Stadtrat müsse bis dann zum an ihn gerichteten Brief Stellung genommen haben, und die Studie der HTW Chur zur Zukunft von Wil Tourismus müsse vorliegen. «Da keine dieser drei Erfordernisse, die eine sachdienliche Diskussion ermöglicht hätten, erfüllt waren, verlangten die Vorstandsmitglieder einstimmig die Verschiebung auf den 21. September, was der Präsident jedoch ablehnte», schreibt der Vorstand. Der Vorstand habe im übrigen den Veränderungsprozess immer– wenn auch kritisch – intensiv diskutiert und begleitet. «Der Vorstand hat die Probleme rechtzeitig erkannt und wo nötig Gegensteuer gegeben. Davon zeugt der bislang unbeantwortete Brief an den Stadtrat», schreibt der Vorstand. Ungehalten reagiert er auch auf den Vorwurf, die herausfordernde Situation nicht mitgetragen zu haben. «Der Vorstand hat intern wiederholt seine Bedenken zum Vorgehen und den Absichten der Stadt Wil geäussert», schreibt dieser. Er habe einen Antrag des Präsidenten von 10 000 Franken für eine Studie bei der HTW Chur zurückgewiesen, die Auflösung und Verlegung der Tourist-Info-Geschäftsstelle in Frage gestellt und generell kritisiert, dass der Vorstand von der Stadt nie offiziell informiert worden sei, obwohl Stadtpräsidentin Susanne Hartmann Vorstandsmitglied sei. Nicht gelten lässt der Vorstand auch den Vorwurf, es fehle mehrheitlich an Führungsverständnis. «Der Vorstand besteht aus Mitgliedern, die allesamt erfolgreich in Führungspositionen tätig sind oder waren. Ihr Führungsverständnis basiert auf dem Grundsatz <Die Richtigen Dinge im richtigen Zeitpunkt richtig tun>.» Zudem müsse die Meinung des Vorstands vom Präsidenten loyal nach aussen vertreten und Sitzungen müssten effizient geführt werden.

Walter Dönni übernimmt per sofort das Präsidium ad interim, bis die Neuausrichtung von Wil Tourismus geklärt ist. Damit wird Ruedi Schär vorzeitig abgesetzt.