Wil
Stadträtin Ursula Egli zum umstrittenen Ersatz des Kunstrasens im Bergholz: «Es gab gar keine Wahl»

In einem offenen Brief kritisierte Beat Steiger den Ersatz des Kunstrasens im Bergholz. Der Stadtrat macht nun in einer Stellungnahme klar, dass man eine andere Lösung bevorzugt hätte. Die Swiss Football League liess der Stadt jedoch keine Wahl.

Gianni Amstutz
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Der FC Wil spielt auch in der nächsten Saison auf Kunstrasen.

Der FC Wil spielt auch in der nächsten Saison auf Kunstrasen.

Bild: PD

Der Kunstrasen im Bergholz muss ersetzt werden. Dass dabei erneut ein mit Granulat verfüllter Kunstrasen zum Zug kommt, stört Beat Steiger, Präsident des Wiler Forums für Nachhaltigkeit (Wifona).

In einem offenen Brief an den Stadtrat hat er die fragwürdige Ökobilanz von verfüllten Kunstrasen kritisiert und die Frage aufgeworfen, wer die Bevölkerung mit unzureichenden Informationen hinters Licht geführt habe.

Verfüllte Kunstrasen nicht im Sinne der Stadt

Nun nimmt die zuständige Stadträtin Ursula Egli Stellung. Dem Vorwurf, die Stadt nehme zu wenig Rücksicht auf ökologische Anliegen, sagt sie: «Ein mit Granulat verfüllter Platz war grundsätzlich nicht im Sinne der Stadt.» Es seien deshalb Abklärungen für alternative Produkte wie Naturrasen oder einen unverfüllten Kunstrasenteppich vorgenommen worden.

Die Abklärungen haben jedoch ergeben, «dass derzeit kein anderes Produkt erhältlich ist, welches für Stadien des professionellen Fussballs die Anforderungen der Fifa erfüllt». Und nur wenn der Platz im Stadion Bergholz diesen Anforderungen entspricht, erhält der FC Wil die Lizenz, um in der zweithöchsten Spielklasse zu spielen.

«Da zurzeit kein anderes Produkt zur Verfügung steht, welches die geforderten Bedingungen erfüllt, bestand gar keine Wahl.»

Gesamtes Spielfeld wird erneuert

Trotzdem lässt der Stadtrat den Aspekt der Nachhaltigkeit nicht komplett ausser Acht: «Aus ökologischen Gründen wird das vorhandene Granulat wiederverwendet», sagt Egli.

Dass nun nur 270'000 Franken der ursprünglich budgetierten 600'000 Franken benötigt werden, liege daran, dass bei der Budgetierung noch nicht klar gewesen sei, welche Variante zur Ausführung gelange. Deshalb wurde mit den aus damaliger Sicht maximalen Kosten budgetiert. Trotz der niedrigeren Kosten wird gemäss Stadtrat das gesamte Spielfeld erneuert, jedoch ohne den Sicherheitsbereich, also ohne die Umrandung.

Den Vorwurf, die Kommunikation seitens der Stadt zum Ersatz des Kunstrasens sei unpräzise gewesen, lässt Egli nicht gelten. Der Stadtrat habe seit der Beschlussfassung stets offen kommuniziert. Um die Angelegenheit persönlich zu besprechen, hat Ursula Egli Beat Steiger zu einer Aussprache ins Baudepartement eingeladen.