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WIL: Stadt Wil geht weiter gegen Elterntaxis vor

Der Abschlussbericht der Stadtpolizei zeigt, dass Elterntaxis kein akutes Sicherheitsproblem sind. Trotzdem will sich die Stadt der Thematik annehmen und prüft Massnahmen, um die Situation zu verbessern.
Gianni Amstutz
Die Kontrollen vor dem Mattschulhaus ergaben, dass für Schüler kein akutes Sicherheitsproblem besteht. (Bild: Urs Bucher)

Die Kontrollen vor dem Mattschulhaus ergaben, dass für Schüler kein akutes Sicherheitsproblem besteht. (Bild: Urs Bucher)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

Eine Studie des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) zeigt auf, dass in der Deutschschweiz rund 10 Prozent aller Schulkinder regelmässig von den Eltern zur Schule gefahren werden. Im Vergleich zur Westschweiz und dem Tessin ein vergleichsweise kleiner Wert. Dort sind es gut die Hälfte aller Kinder, welche von sogenannten Elterntaxis chauffiert werden. Trotzdem werden die überführsorglichen Eltern auch hier zum Problem.

Einerseits entgehen den Kindern dadurch wichtige soziale Erfahrungen auf dem Schulweg, anderseits können Schülerinnen und Schüler durch Elterntaxis gefährdet werden. In Wil reagierte der Stadtrat in Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei auf das Problem. Um die Situation besser beurteilen zu können, kontrollierten Polizisten im vergangenen Jahr beim Kindergarten an der Thuraustrasse, beim Mattschulhaus und beim Lindenhofschulhaus Eltern, die ihre Kinder zur Schule fuhren.

Kein akutes Sicherheitsproblem

Nun liegt der Abschlussbericht der Stadtpolizei vor. Das Ergebnis überrascht. Über den Zeitraum vom 27. November bis zum 8. Dezember des vergangenen Jahres fanden jeweils am frühen Morgen, am Mittag wie auch nach dem Mittag Kontrollen durch die Stadtpolizei statt. Diverse fehlbare Eltern seien belehrt worden, heisst es im Bericht. Etwa dann, wenn sie sich nicht an das Parkverbot in den 30er-Zonen vor den Schulhäusern gehalten hätten. Zusätzlich zu den Verwarnungen sei allen angetroffenen Fahrzeuglenkern ein Elternbrief ausgehändigt worden, welcher auf die Situation hinweist. Die Zahlen der kontrollierten Fahrzeuge zeigen aber deutlich, dass Elterntaxis zumindest in ihrer Anzahl nicht problematisch sind. So wurden beispielsweise an der Lindenstrasse beim Mattschulhaus bei vier Kontrollen an unterschiedlichen Tagen nur gerade 13 Fahrzeuge registriert. Die Polizei hält in ihrem Bericht deshalb zusammenfassend fest: «Aus Sicht der Stadtpolizei Wil besteht kein akutes Sicherheitsproblem im Umfeld der betreffenden Schulen.»

Es könne jedoch vereinzelt zu gefährlichen Situationen kommen, da die Fahrzeuge, welche nicht in eingezeichneten Parkfeldern stünden, den Kindern den Überblick auf die Strasse nähmen. Nicht zuletzt würden ebensolche Fahrzeuge gegen das Parkverbot in 30er-Zonen verstossen. Trotzdem sei ein Halteverbot vor den Schulen aus Sicht der Polizei nicht zielführend. «Ein Halteverbot führt nur zur Verlagerung des Verkehrs an andere Orte, wo gefährliche Situationen auch nicht auszuschliessen sind», hält die Polizei im Bericht fest. Stattdessen empfiehlt sie, die Eltern auf die Gefahren aufmerksam zu machen, welche von Elterntaxis ausgingen. Dies zeige ihrer Ansicht nach die beste Wirkung.

Ein Thema mit Zündstoff

Die Stadt ist zurzeit dabei, den Abschlussbericht der Polizei weiterzubearbeiten. In Zusammenarbeit mit den Schulleitern sollen auch konkrete Massnahmen folgen, sagt der Kommunikationsverantwortliche der Stadt, Philipp Gemperle. Dies ungeachtet der Tatsache, dass das Ergebnis der Kontrollen auf kein akutes Sicherheitsproblem hindeute. «Die Stadt nimmt das Thema sehr ernst», betont Gemperle.

Elterntaxis sorgten in der ganzen Ostschweiz, ja sogar landesweit wiederholt für Schlagzeilen. Die Stadt analysiere, wie man das Problem angehen könne und wo noch Verbesserungspotenzial bestehe. Zurzeit würden verschiedene Massnahmen geprüft. Deshalb sei es noch zu früh, konkrete Lösungsansätze zu präsentieren. Die Stadt werde zu gegebener Zeit informieren, sagt Gemperle.

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