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WIL: «Stadt braucht eine gemeinsame Vision»

Seit einem Jahr ist Daniel Stutz Vorsteher des Departements für Bau, Umwelt und Verkehr. Im Stadtparlament stand er wiederholt in der Kritik. Zudem wurde ihm eine beantragte Stelle nicht bewilligt. Er erklärt, was das bedeutet und welche Herausforderungen anstehen.
Gianni Amstutz
2013 eröffnet, sind immer noch nicht alle Fragen rund um den Sportpark Bergholz geklärt. (Archivbild: Ralph Ribi)

2013 eröffnet, sind immer noch nicht alle Fragen rund um den Sportpark Bergholz geklärt. (Archivbild: Ralph Ribi)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

«Eigentlich funktioniert ziemlich alles anders als ich es mir vor meiner Wahl vorgestellt habe», sagt Stadtrat Daniel Stutz (Grüne Prowil). Seit rund einem Jahr ist er Vorsteher des Departements für Bau, Umwelt und Verkehr (BUV). Mit der achtjährigen Erfahrung als Stadtparlamentarier und dem beruflichen Hintergrund als Agronom in der Bundesverwaltung habe er gemeint, er wisse, was auf ihn zukomme. Er habe jedoch erkennen müssen, dass in der Verwaltung auf Gemeindeebene vieles anders abläuft als erwartet. So lerne er noch heute jeden Tag dazu. «Ich versuche mein Verständnis und meine Werte einzubringen. Doch die Verwaltung ist nicht vergleichbar mit einer Firma, in der ein Patron die Entscheidungen alleine trifft.»

50-Stunden-Woche mit einem 60-Pozent-Pensum

Eigentlich ist Stutz für ein Amt mit 60-Prozent-Pensum gewählt. Doch alleine repräsentative Aufgaben sowie Sitzungen des Stadtrats, der Departementsleitung und in den Kommissionen würden so viel Zeit in Anspruch nehmen, dass ein 60-Prozent-Pensum kaum ausreiche. Zurzeit würden alle Pensen der Stadträte durch die GPK mit Unterstützung einer externen Firma überprüft. Gemäss seinen eigenen Aufzeichnungen setzt Stutz über 50 Stunden pro Arbeitswoche für sein Amt ein.

Doch nicht nur für Daniel Stutz als Vorsteher, sondern auch für die Mitarbeiter des BUV ist die Arbeitsbelastung hoch. «Seit Jahren leidet insbesondere der Hochbau unter knappen Personalressourcen», sagt Stutz. Deshalb beantragte er im Budget 2018 die Schaffung zweier zusätzlicher Stellen. Während die Stelle «Sachbearbeiter Bewilligungen» genehmigt wurde, lehnte die bürgerliche Mehrheit des Stadtparlaments die Stelle «Projektleiter Hochbau» mit der Erklärung ab, der Bedarf sei durch den Antrag nicht konkret genug begründet. Eine Argumentation, die Stutz nicht gelten lassen will. Man habe beide Stellen im Budgetkommentar in gleichem Umfang und mit derselben Gliederung begründet.

«Da wirkt es etwas überraschend, wenn eine Stelle mit dieser Erklärung abgewiesen wird», sagt Stutz. Über solche Budgetposten zu befinden, liege zwar in der Kompetenz des Parlaments, den Entscheid könne er jedoch nicht nachvollziehen, weshalb er, wie im Parlament auch angeregt, erneut einen Antrag stellen werde. Um die erwartete Leistung erbringen zu können, brauche die Hochbauabteilung einer Stadt in der Grössenordnung von Wil deutlich mehr personelle Kapazitäten. Ob parteipolitische Gründe für die Streichung der Stelle aus dem Budget verantwortlich waren, wie dies von der Ratslinken im Parlament vermutet wurde, will Stutz nicht beurteilen. Stattdessen möchte er bei seinem nächsten Antrag besser kommunizieren und aufzeigen, weshalb die zusätzliche Stelle unerlässlich ist.

ESP Wil West als Chance für gemeinsame Vision

Nun gelte es vorerst mit dem bisherigen Personalbestand zurechtzukommen. Dazu müssen bei anstehenden Projekten Prioritäten gesetzt werden unter Berücksichtigung der für die Projektbearbeitung nötigen personellen Ressourcen. Als grösste Herausforderungen für die kommenden Jahre sieht der Departementsvorsteher neben dem Hochwasserschutz, die Schulraumplanung und die Umsetzung der Verkehrsprojekte, die im Zusammenhang mit der Realisierung des Entwicklungsschwerpunkts Wil West notwendig sind.

Generell wünscht sich Daniel Stutz, dass man die Tagespolitik nach einer gemeinsamen Vision für die Zukunft von Stadt und Region Wil ausrichtet. «Wil soll attraktiver werden. Sei das in Sachen Arbeit, Wohnen und auch Freizeitgestaltung.» Mit dem ESP Wil West existiere ein Projekt, das die Chance bietet, bei vielen Komponenten einen Schritt vorwärts zu kommen.

Vom Parlament erhofft sich Stutz in manchen Angelegenheiten mehr Ergebnisorientierung. Als Beispiel nennt er die Sanierung des Dachs der Schiessanlage. Die Vorberatende Kommission habe zu Recht beanstandet, dass die Kostenbeteiligung durch die Partnergemeinden nicht geprüft wurde. Das Versäumnis konnte aber gemeinsam mit den Partnergemeinden rasch und unbürokratisch korrigiert werden. Er freue sich, dass für die Sicherstellung des Schiesswesens und die Wettkampfanlage der Sportschützen eine schlanke, regional abgestützte Lösung gefunden werden konnte.

Sportpark Bergholz immer noch ein Sorgenkind

Ein Projekt, das Stutz von seinem Vorgänger übernommen hat, ist der Sportpark Bergholz. Noch immer existieren dort rund zwei Dutzend Baumängel, bei denen noch keine Einigung zwischen der Stadt und dem Generalunternehmer Implenia gefunden werden konnte. Deshalb ist die abschliessende Bauabrechnung immer noch in Bearbeitung. «Es gibt gegensätzliche Auffassungen, wer für die Behebung dieser Mängel verantwortlich ist», erklärt Stutz. Einer dieser Mängel ist das Leck in einem Schwimmbecken. Dieses sorgt seit fünf Jahren für Wasserverluste, was «sehr ärgerlich ist», wie Stutz sagt. «Unser Interesse ist es, die Angelegenheit so bald wie möglich abzuschliessen und eine Schlussabrechnung vorzulegen.» Die Stadt versuche nun in Gesprächen mit dem Generalunternehmer, eine Lösung zu finden.

Zentrum muss attraktiver werden

Als Vorsteher des BUV ist Stutz auch für den Verkehr zuständig. Der Begriff Zentrumsentlastung ist für ihn irreführend. «Das Zentrum soll nicht entlastet, sondern attraktiver werden – auch für den Verkehr», betont er. Gemäss Strategie Strasse muss der erwartete zusätzliche Verkehr primär mit Langsamverkehr und ÖV aufgefangen werden. Dazu müssten insbesondere die Fuss- und Velowege attraktiver gestaltet sowie die Rahmenbedingungen für den Langsamverkehr und ÖV verbessert werden.

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