Wil
SP fordert flächendeckenden Ausbau der Tagesstrukturen in Wil: «Die Situation schmälert die Attraktivität der Stadt»

Die bestehenden Angebotslücken gefährden die Attraktivität der Stadt für Familien, monieren die Sozialdemokraten.

Gianni Amstutz
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Die familienergänzenden Tagesbetreuung sollte in Wil nach Ansicht der SP ausgebaut werden.

Die familienergänzenden Tagesbetreuung sollte in Wil nach Ansicht der SP ausgebaut werden.

Bild: Andrea Stalder

Erst vor wenigen Wochen reichte die SP einen parlamentarischen Vorstoss zur Situation der Tagesstrukturen in Wil ein. Mit der Antwort des Stadtrats waren die Sozialdemokraten aber offensichtlich nicht komplett zufrieden. Denn die SP doppelt nach und hat einen weiteren Vorstoss eingereicht.

Nun will die SP aber nicht nur Antworten vom Stadtrat, sondern konkrete Taten. Mit ihrer Motion fordert sie den Stadtrat auf, die Tagesstrukturen auszubauen, sodass ein flächendeckendes Angebot entsteht. Denn bislang deckt es weder alle Standorte noch alle Zeiten ab. Besonders am Morgen vor Schulbeginn sowie in den Ferien hat die SP gemäss einer Auflistung Lücken ausgemacht.

Wechsel zwischen den Standorten als Hürde

Der Umstand, dass an manchen der insgesamt sechs Tagesstrukturstandorten keine umfassende Betreuung angeboten wird, betrachtet die SP besonders kritisch. Die Kinder müssten für die Betreuungszeiten, die an ihrem Standort nicht angeboten werden, eine andere Tagesstruktur besuchen.

Jüngere Kinder könnten diesen Weg aus Sicherheitsgründen und wegen der teilweise relativ grossen Distanzen nicht selbstständig zurücklegen. Das empfindet die SP als unbefriedigend, da es dem Ziel, die Eltern mit den Tagesstrukturen zu entlasten, nicht gerecht wird.

Valeska Stolz, Stadtparlamentarierin SP.

Valeska Stolz, Stadtparlamentarierin SP.

Bild: PD

Valeska Stolz, Erstunterzeichnerin des Vorstosses schreibt: «Die Eltern sind für die Organisation und Finanzierung des Transports auf sich selbst gestellt.» Das ist aber nur ein Problem, das die SP ausmacht. Sie kritisiert auch, dass durch die Wechsel zwischen den Tagesstrukturen keine Kontinuität der Bezugspersonen und Umgebung für die Kinder möglich sei.

Das führe dazu, dass betroffene Familien die Betreuung anderweitig organisierten, was jedoch sehr teuer und aufwendig sei. Für Valeska Stolz ist deshalb klar:

«Insgesamt schmälert diese Situation die Attraktivität der Stadt Wil als Lebens- und Wohnort für Familien.»

Die SP weist zudem darauf hin, dass das Betreuungsangebot ohnehin ausgebaut werden muss. Denn bis im Jahr 2040 wird die Einwohnerzahl Wils Prognosen zufolge um rund 5000 Personen zunehmen – und dadurch steige auch der Bedarf an Tagesstrukturen.

Ob der Stadtrat beauftragt wird, ein flächendeckendes Angebot einzuführen, hängt nun von den anderen Parteien im Parlament ab. Damit die Motion umgesetzt wird, braucht es eine Mehrheit im Parlament. Zuerst wird der Stadtrat aber noch Stellung nehmen können.