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WIL: Sozialkompetenz macht es aus

Der FC St. Gallen stösst auch in Wil auf Interesse. Dies wurde am Dienstagabend deutlich, als Präsident Stefan Hernandez und Trainer Giorgio Contini an einem Bankanlass referierten. Es ging auch um Turbulenzen.
Simon Dudle
FC St. Gallen-Trainer Giorgio Contini und Präsident Stefan Hernandez plauderten viel, aber nicht alles aus dem Nähkästchen. (Bild: Simon Dudle)

FC St. Gallen-Trainer Giorgio Contini und Präsident Stefan Hernandez plauderten viel, aber nicht alles aus dem Nähkästchen. (Bild: Simon Dudle)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Es war eine kurzweilige Gesprächsrunde, bei welcher es FC St. Gallen-Mediensprecher Daniel Last nicht unterliess, das eine oder andere heisse Thema anzusprechen. Die an diesem Abend brennendste Frage wurde aber nicht zum Thema. In den Stunden zuvor hatte die ordentliche Generalversammlung der FC St. Gallen Event AG unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Über die Beschlüsse ist Stillschweigen vereinbart worden (Ausgabe von gestern).

Angesprochen wurden dafür die hektischen Wochen, welche den Verein zuletzt ereilt hatten. «Unruhe im Verein? Das stimmt nicht. Es ist jetzt besser als vorher», sagte Präsident Stefan Hernandez. Er ergänzte: «Zu Beginn meiner Tätigkeit haben die Rädchen der drei Organisationen FC St. Gallen Event AG, FC St. Gallen AG und Future Champs Ostschweiz nicht ineinandergegriffen. Nun ist es eine Riesenfreude, wie diese Einheiten aufeinander zugehen.» Zur hohen Personalfluktuation der vergangenen Wochen sagte der Präsident: «Viele Leute, die gegangen sind, werden wir nicht ersetzen.» Auch das Thema Sportchef wurde thematisiert – wenn auch erst am Schluss vom Publikum. «Wir sind im Finale des Auswahlverfahrens. Es sind noch drei Kandidaten im Rennen. Die Person muss uns ergänzen», sagte Hernandez.

Gemeinsames Frühstück und Mittagessen

In einem weiteren Gesprächspunkt äusserte sich Contini zur Frage, was einen guten Trainer ausmacht. «Heute bringen alle einen Rucksack mit Fachwissen mit. Der Unterschied macht die Sozialkompetenz aus.» So verwundert es nicht, dass sich die St. Galler Mannschaft zwecks Teambildung immer schon morgens um 8 Uhr zum Frühstück trifft, also deutlich vor dem ersten Training. «Dann sehe ich, wer wie zerknittert daherkommt», sagte Contini am Anlass der St. Galler Kantonalbank in den Räumen der Autowelt von Rotz. Auch das Mittagessen wird gemeinsam eingenommen. Ferner gehe es darum, alle Spieler bei Laune zu halten. «Am Tag nach einem Match sind die Ersatzspieler die wichtigsten. Während die Stammspieler auslaufen, trainiere ich mit jenen, die nicht gespielt haben», so Contini. Er sagt von sich selber, «kein Diktator» zu sein. Es gehe aber schon darum, Leitplanken zu setzen und diese mal enger oder weiter zu fassen. Das müsse gelingen, ohne die Autorität zu verlieren.

Auch die Zusammenarbeit mit dem FC Wil beim Nachwuchsprojekt Future Champs Ostschweiz wurde angesprochen. «Es gab in der Vergangenheit kulturelle Unterschiede», sagte Hernandez und spielte auf die türkischen Investoren in Wil an. «Seit sich die Situation wieder verändert hat, funktioniert es besser und wir haben darum einige Spieler in Wil platziert.»

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