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«Wil soll Nummer zwei werden»

Der Wiler Jurist Armin Eugster hat nach der Rücktrittserklärung des amtierenden Stadtpräsidenten Bruno Gähwiler als erster sein Interesse für dieses Amt bekundet. Seine Hauptmotivation: Das Zusammenführen von Wil und Bronschhofen.
«Ich sehe eine Möglichkeit, die neue und grössere Stadt besser und stärker im Kanton zu positionieren», sagt Armin Eugster. (Bild: mst.)

«Ich sehe eine Möglichkeit, die neue und grössere Stadt besser und stärker im Kanton zu positionieren», sagt Armin Eugster. (Bild: mst.)

Herr Eugster, welches sind die drei wichtigsten Gründe, die Sie bewogen haben, als Stadtpräsident zu kandidieren?

Armin Eugster: Die Herausforderung der Zusammenführung von Wil und Bronschhofen reizt mich. Ich sehe hier eine Möglichkeit, die neue, grössere Stadt besser und stärker in der Region und im Kanton zu positionieren. Als langjähriges Mitglied im Kantonsrat und im Wiler Stadtparlament fühle ich mich zu einem Seitenwechsel in die Exekutive angespornt. Ich möchte Verantwortung übernehmen und mitgestalten, eine Richtung vorgeben, in die unsere zukünftige Gemeinde Wil soll.

Wohin soll das zukünftige Wil?

Eugster: Wil soll die klare Nummer zwei im Kanton werden, auf gleicher Stufe wie Rapperswil-Jona. Man soll Wil als Regionalstadt wahrnehmen. Deshalb muss die Zentrumsfunktion gefestigt werden, die Wohnortattraktivität muss hoch und der Steuerfuss soll im Rahmen des Möglichen attraktiv sein. Im Vergleich mit Rapperswil-Jona haben wir im Finanzbereich natürlich Defizite. Aber im Rahmen des Aggloprogramms wird die Verkehrsanbindung in Wil attraktiver, und das ist ein grosser Vorteil.

Wie soll das Verkehrsproblem in Wil gelöst werden?

Eugster: Im Aggloprogramm haben wir mit dem Autobahnanschluss «Wil West» eine Lösung, die beim Bund eingereicht wurde. Auch die Grünaustrasse könnte eine Entlastung bringen. Langsamverkehr und Zentrumsentlastung sind weitere Themen. Das Verkehrsproblem muss zusammen mit dem Kanton angegangen werden. Dazu braucht es eine engagierte Vertretung unserer Stadt im Kantonsrat. Hier könnte ich mich verstärkt einbringen und die Interessen unserer Region vertreten.

Wie wollen Sie die Grünaustrasse politisch durchsetzen, nachdem das Volk in der Vergangenheit dazu Nein gesagt hat?

Eugster: Man muss die Vor- und Nachteile nochmals genau aufzeigen. Fachpersonen attestieren der Grünaustrasse viele Vorteile. Der Bevölkerung muss deshalb nochmals klar aufgezeigt werden, dass diese ein wichtiger Baustein im Aggloprogramm von Stadt und Region Wil ist.

Wie soll das Schulraumproblem in Wil gelöst werden?

Eugster: Die Initiative für ein Primarschulhaus im Städeli wurde eingereicht, nun kann das Volk Stellung nehmen. Ich sympathisiere mit dem Anliegen der Initianten. Eine totale soziale Durchmischung in den Wiler Schulhäusern ist nicht durchsetzbar. Ein weiteres Zentrumsschulhaus ist deshalb wenig sinnvoll. Ich bin der Meinung, dass Schulhäuser dorthin gehören, wo auch die Kinder sind.

In der vergangenen Woche hat der Stiftungsrat der Mädchensekundarschule St. Katharina seine Strategie vorgestellt. Beschulung beider Stufen und Geschlechter, jedoch Knaben und Mädchen in getrennten Schulhäusern. Ist dieses Modell zeitgemäss?

Eugster: Die Strategie bietet den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Wil eine Wahlmöglichkeit für die Beschulung ihrer Kinder, was ich befürworte. Entscheidend wird zudem sein, dass ab dem 1. Januar 2013 rechtsgleiche Verhältnisse für die Schülerinnen aus Bronschhofen/Rossrüti geschaffen werden.

Ihre Frau unterrichtet als Fachlehrerin im «Kathi». Könnte das zu einem Interessenkonflikt führen, sollten Sie zum Stadtpräsidenten gewählt werden?

Eugster: Da sage ich klar Nein. Meine eventuelle politische Funktion kann ich vom Anstellungsverhältnis meiner Frau trennen. Ich kann rechtlich korrekte Lösungen für die Stadt Wil anstreben, ohne persönliche Interessen einfliessen zu lassen.

Welche grossen Hürden erwarten den künftigen Stadtpräsidenten im Hinblick auf die Gemeindefusion?

Eugster: Das Zusammenführen der beiden Verwaltungen ist eine grosse Herausforderung. Sowohl die Verwaltungsmitarbeitenden als auch die Bevölkerung der neuen Stadt müssen gleichberechtigt integriert werden. Sie müssen sich verstanden fühlen. Die Herausforderung wird sein, glaubhaft aufzuzeigen, dass es keine Zweiklassengesellschaft geben darf. Allfällige Niveauunterschiede zwischen Bronschhofen und Wil müssen beglichen werden, ohne Niveauverlust für die Wiler.

Wie sehen Sie die Finanzen der Stadt Wil in 20 Jahren?

Eugster: Der Bau des Bergholz führt kurzfristig zu einem Anstieg des Steuerfusses, die Verschuldung steigt ebenfalls und liegt doppelt so hoch wie der kantonale Durchschnitt. Diese Verschuldung soll langfristig abgebaut werden, bei gleichzeitig konkurrenzfähigem Steuerfuss. Wo genau der liegt, das kann ich nicht sagen.

Wie wollen Sie die Verschuldung reduzieren?

Eugster: In den nächsten vier bis acht Jahren werden wir mit grösseren Investitionen zurückhaltend sein müssen, aber es liegen auch keine grossen Projekte an. Ab 2014 wird der Steuerfuss um fünf Steuerprozente ansteigen. Diesen über die nächsten Jahre stabil zu halten, ist mein Ziel. Dies müsste reichen, um die Verschuldung längerfristig wieder zu reduzieren. Ein bescheidenes Wirtschaftswachstum und eine steigende Einwohnerzahl bringen auch mehr Steuereinnahmen.

Interview: Monique Stäger

Die Wiler Zeitung stellt die vier Kandidatinnen und Kandidaten für das Wiler Stadtpräsidium vor. Bereits erschienen sind Interviews mit Marianne Mettler, Daniel Meili und Susanne Hartmann.

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