WIL: Sie sind zu schade für den Keller

Die Wiler Künstlerstiftung dient der Erhaltung der Werke von Karl Peterli, Karl Glauner, Werner Hilber und Urban Blank. Sie soll noch grösser werden. Der Verantwortliche, Ruedi Schär, will aber nicht, dass die Kunstwerke nur herumliegen.

Steven Giger
Drucken
Teilen
Ruedi Schär Verantwortlicher für Kultur im Ortsbürgerrat Wil (Bild: Steven Giger)

Ruedi Schär Verantwortlicher für Kultur im Ortsbürgerrat Wil (Bild: Steven Giger)

WIL. Ein Gemälde zeigt oft, wie die Menschen früher lebten und wie Städte damals aussahen. Auch Wiler Künstler haben ihren Beitrag dazu geleistet und Spuren auf Leinwänden hinterlassen. Jahrelang existierten Stiftungen der drei Wiler Künstler Karl Peterli, Karl Glauner und Werner Hilber. Aus finanziellen Gründen und nach langwierigen Vorarbeiten gelang es dem Ortsbürgerrat 2012, die drei Stiftungen unter dem Dach einer neuen Wiler Künstlerstiftung zusammenzuführen. Diese dient heute der Erhaltung der Werke von Peterli, Glauner und Hilber sowie weiterer Künstler.

Entwicklung der Stadt Wil

Ruedi Schär, Verantwortlicher für Kultur und Stiftungen im Ortsbürgerrat Wil, sieht in der Organisation einen wichtigen kulturellen Beitrag für die Gemeinde: «Auf vielen Bildern sieht man die Entwicklung der Stadt Wil», sagt Schär. Das sei gerade für die lokale Bevölkerung interessant. «Es ist beispielsweise ersichtlich, wo früher noch keine Gebäude standen», so Schär.

Rund 2000 Werke

In den letzten Jahren hat sich die Künstlerstiftung der Ortsgemeinde weiterentwickelt. Ruedi Schär schätzt den heutigen Bestand der Werke, der vor allem aus Nachlassen stammt, auf über 2000. Hauptsächlich seien das Zeichnungen: «Zum Teil sind es aber nur Skizzen», so Schär. Dazugekommen sind auch Werke des Künstlers Urban Blank, der im Gegensatz zu den anderen drei Künstlern noch lebt und in Chile wohnt. Für die Lagerung dieser Menge hat die Stiftung Kellerräume gemietet, die die Anforderungen zum Erhalt der Bilder erfüllen. «Die Räume sind trocken und ohne Heizung», sagt Schär. Bei der Inventarisierung und der richtigen Aufbewahrung wird die Ortsgemeinde von Kulturgüterschutzspezialisten des Zivilschutzes unterstützt.

Bilder ausleihen

Die Bilder und Werke der Wiler Künstler sollen aber nicht vor der Öffentlichkeit versteckt werden. «Es ist doch schade, wenn ein Gemälde einfach im Keller herumliegt», so Schär. Die Kunstwerke würden auf Anfrage ausgeliehen. «Wenn zum Beispiel die Verantwortlichen einer Arztpraxis die Idee haben, ein Bild von einem der Künstler aufzuhängen, ist das möglich», sagt Ruedi Schär.

Künstlerstiftung wächst

Wie geht es weiter mit der Stiftung? Ruedi Schär hofft, dass die Sammlung noch wächst. «Ich denke, es werden früher oder später noch mehr Werke von anderen Künstlern dazukommen», so Schär.

Noch bis Ende Juli kann die Ausstellung «Wil in alten Bildern» der Ortsbürger Wil im Alterszentrum Sonnenhof, Wil, bestaunt werden. Die Ausstellung umfasst Werke von Karl Peterli, Karl Glauner, Werner Hilber und Urban Blank.

Wil, wie es einmal war: «Weierdamm und Altstadt» von Karl Peterli.

Wil, wie es einmal war: «Weierdamm und Altstadt» von Karl Peterli.

«Maler» von Werner Hilber, gemalt zwischen 1960 und 1970. (Bilder: wilnet.ch)

«Maler» von Werner Hilber, gemalt zwischen 1960 und 1970. (Bilder: wilnet.ch)