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WIL: «Sie machen diese Stadt aus»

Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Ortsgemeindepräsident Norbert Hodel überreichten den neu in Wil Eingebürgerten die Bürgerbriefe. Im vergangenen Jahr waren es 137 Personen.
Ortsgemeindepräsident Norbert Hodel übergibt den frisch Eingebürgerten den Bürgerbrief. (Bild: PD)

Ortsgemeindepräsident Norbert Hodel übergibt den frisch Eingebürgerten den Bürgerbrief. (Bild: PD)

Normalerweise geben sich in dem Raum beim Hofplatz zwei Menschen das Ja-Wort. Sie gehen den Bund fürs Leben ein. Am vergangenen Freitagabend sagten 46 Personen ebenfalls Ja – allerdings nicht zu einem anderen Menschen, sondern zur Stadt Wil. 137 Personen wurden im Jahr 2017 in Wil eingebürgert, womit diese nun nicht nur das Bürgerrecht der Stadt Wil besitzen, sondern auch dasjenige der Ortsgemeinde Wil.

Den Bürgerbrief erhielt ein Drittel der Eingebürgerten im Trauungszimmer von Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Ortsgemeindepräsident Norbert Hodel überreicht. Auffallend viele Jugendliche waren unter ihnen, was Stadtpräsidentin Susanne Hartmann besonders freute, da sie sich vorstellen kann, «dass ihr an einem Freitagabend etwas Cooleres vorhabt als die Einbürgerungsfeier». Diese wurde von der Stadt und der Ortsgemeinde gemeinsam ausgerichtet.

Susanne Hartmann lobte das Bemühen der neuen Bürgerinnen und Bürger, nicht nur, weil sie ein kompliziertes Verfahren durchlaufen und eine Gebühr aufbringen mussten, sondern weil sie mit ihrer Einbürgerung gelebtes Interesse an der Stadt zeigen. «Die Bürgerinnen und Bürger prägen diese Stadt. Sie machen diese Stadt aus», sagte Susanne Hartmann. Sie rief die Frauen, Männer und Jugendlichen auf, sich am politischen, kulturellen, sportlichen oder gesellschaftlichen Leben von Wil zu beteiligen.

Norbert Hodel lud die Eingebürgerten ebenfalls ein, sich mit den kulturellen Aktivitäten der Ortsgemeinde auseinander zu setzen. Im Besonderen legte er ihnen den Bürgertrunk nahe. Hodel stellte den neuen Bürgerinnen und Bürgern kurz die Ortsgemeinde vor. In deren Besitz befinden sich unter anderem 427 Hektaren Wald, ein Rebberg, das Baronenhaus und die Tonhalle. Die Ortsgemeinde betreibt das Chällertheater, die Künstlerstiftung, welche den Erhalt der Werke namhafter Wiler Künstler zum Ziel hat, und das Stadtmuseum mit, das unter der Leitung von Werner Warth steht. Der Stadtarchivar gab einen Einblick, wie das Wiler Bürgerrecht im 15./16. Jahrhundert gehandhabt wurde.

Rechte und noch mehr Pflichten

Damals war das Erlangen des Wiler Bürgerrechts nur durch einen Einkauf möglich. Die Summe war abhängig vom Vermögen des Gesuchstellers. Das Wiler Bürgerrecht erhielt, wer der Stadt von Nutzen war, also einen Beruf ausübte, der nicht bereits in der Mehrzahl vorhanden war. Der neue Bürger musste in der Kirche St. Nikolaus einen Eid auf den Abt des Klosters St. Gallen, den Stadtrat und den Schultheiss leisten. Mit der Einbürgerung ging das Recht einher, an der Bürgerversammlung teilzunehmen, an der die Behörde gewählt wurde. Als Pflicht auferlegt, erhielt der neue Bürger, Steuern zu zahlen und ins Heer einzurücken, falls der Abt dies befehligte. (pd)

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