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WIL: Sicherheit steht im Vordergrund

Die Konzessionserteilung für die Fernbuslinie St. Gallen–Genf beschäftigt weiterhin. Während sich der Stadtrat klare Regeln von Bund und Kanton erhofft, prüft die Polizei die Sicherheit und plant Stadtparlamentarier Erwin Böhi eine Interpellation.
Hans Suter
Franz Dähler, ehemaliger Carunternehmer (Bild: Philipp Stutz)

Franz Dähler, ehemaliger Carunternehmer (Bild: Philipp Stutz)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

Der Wirbel war gross: Viel schneller als erwartet hat der Bundesrat beschlossen, in einer bis 2020 befristeten Testphase nationale Fernbuslinien zuzulassen. Unternehmen aus dem Ausland sind davon ausgeschlossen. Domo-Reisen hat als einziges Unternehmen um eine Konzession nachgesucht – und sie erhalten. Ab 25. März können die drei beantragten Linien bedient werden, darunter St. Gallen–Genf. Domo-Reisen wäre in der Lage, mit seinem dafür zuständigen Unternehmen Swiss Express AG täglich bis zu 600 Passagiere zu befördern. Zum Vergleich: Bei den SBB sind es mehr als 1,2 Millionen. Dennoch ist die Aufregung gross. Das bisherige Monopol bekommt Risse, und das gefällt nicht allen.

Die Hürden sind auch auf lokaler Ebene grösser als erwartet, wie Domo-Linienbus-Chef Patrick Angehrn feststellen musste. So wurden die Haltestellen in Wil, Gossau und Sargans aus unterschiedlichen Gründen nicht oder noch nicht bewilligt. Eine rasche Lösung ist laut Angehrn nicht in Sicht. In Wil lehnte das zuständige Departement für Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) die beantragte Haltestelle an der Weststrasse nördlich des Bahnhofs ab. Stadtrat Daniel Stutz begründet den Entscheid unter anderem damit, er wolle zuerst klare Regelungen seitens Bund und Kanton.

Mit dieser Auffassung steht er nicht alleine da. Auch der Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV), Ueli Stückelberger, vermisst eine Strategie zu den Fernbussen. «Alles ist noch vage», kritisierte er in der «Ostschweiz am Sonntag». Es sei unklar, was der Bundesrat von den neuen Angeboten erwarte und inwiefern diese ins bestehende ÖV-Netz integriert werden sollen. Er begrüsst daher die aktuellen politischen Bestrebungen in Bundesbern. SVP-Nationalrat Adrian Amstutz hat als Präsident des Nutzfahrzeugverbands Astag eine Motion eingereicht, über die der Nationalrat heute Dienstag beraten wird. Inhaltliche Forderung ist die Erarbeitung eines nationalen Konzepts für «multimodale Busterminals».

Doch all dies braucht Zeit. Auf lokaler Ebene ist von Untätigkeit trotzdem nichts auszumachen. Auch wenn die Fernbusse der Swiss Express AG vorerst an Wil und Gossau vorbeifahren dürften.

Sicherheit auf dem Prüfstand der Polizei

Domo-Reisen hat für Swiss Express einen alternativen Halteort in Wil finden können: an der Socar-Tankstelle an der Zürcherstrasse. Diesem Vorhaben hat die Kantonspolizei St. Gallen aber Grenzen gesetzt. Aus Sicherheitsgründen. «Ein Linienbus ist kein Skibus. Wenn der Bus kommt, muss der Platz frei sein», sagt Werner Lendenmann, Chef Verkehrstechnik der Kantonspolizei St. Gallen. Ein Linienbus verkehre im Gegensatz zu einem Ausflugsbus regelmässig. Das bedinge, dass einerseits die Zu- und Wegfahrt sowie das Ein- und Aussteigen gefahrlos möglich sei. Also nicht jemand aus Versehen auf die Fahrbahn tritt und sich in Gefahr bringe. Anderseits müsse sichergestellt sein, dass der Carparkplatz frei sei, wenn der Bus eintreffe. Und zwar immer, auch bei möglichen Verspätungen. Aus Sicherheitsgründen sei es zudem nicht ratsam, frühmorgens oder spätabends an abgelegenen, schlecht oder gar nicht beleuchteten Orten Passagiere ein- und aussteigen zu lassen. Und: Idealerweise sei der Halteort gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar und biete eine gewisse Infrastruktur wie Wartehäuschen und Toiletten. Als Grundsatz gelte, dass die Busse der konzessionierten Fernbuslinien dem ÖV zugzurechnen seien und somit die gleichen Anforderungen erfüllen müssten. Zusammengefasst erweist sich somit ein Bahnhof als idealer Zusteigeort.

Das bleibt der Swiss Express AG in Wil vorerst verwehrt. Das wiederum ruft den Wiler SVP-Stadtparlamentarier und Kantonsrat Erwin Böhi erneut auf den Plan. Nachdem er auf kantonaler Ebene mit einer Interpellation eine Stellungnahme der Regierung erwirkt hatte, wendet er sich in dieser Thematik der Kommunalpolitik zu. «Ich plane eine Interpellation, damit der Stadtrat offiziell Stellung nehmen muss», bestätigte er gestern auf Anfrage. Böhi ist die ausstehende Bewilligung für eine Haltestelle ein Dorn im Auge. Er teilt indes die Auffassung, dass die Regeln rechtzeitig bei Bund und Kanton hätten erarbeitet werden müssen.

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