Interview

Wil-Shopping-Präsident Jürg Wipf: «Für viele Liegenschaftsbesitzer stehen kurzfristige Renditen im Vordergrund»

Mit einem Solidaritätsbeitrag der Liegenschaftsbesitzer wollte Wil Shopping 60000 Franken für Marketingmassnahmen auftreiben. Doch das Projekt scheiterte. Präsident Jürg Wipf erklärt weshalb und zeigt auf, was das für Wil Shopping bedeutet.

Gianni Amstutz
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Jürg Wipf, Präsident von Wil Shopping (Bild: Gianni Amstutz)

Jürg Wipf, Präsident von Wil Shopping (Bild: Gianni Amstutz)

Wieso kam der Solidaritätsbeitrag der Liegenschaftsbesitzer nicht zu Stande?

Jürg Wipf: Von einigen Liegenschaftsbesitzern fehlte die Solidarität. Kurzfristige Renditen stehen für viele im Vordergrund. Damit tun sich die Liegenschaftsbesitzer aber keinen Gefallen.

Wie meinen Sie das?

Die Vermieter müssten genauso interessiert an Marketingmassnahmen sein wie die Geschäfte. Läuft es einem Laden nicht mehr, kann man sein Geschäft an einem anderen Ort aufziehen. Eine Liegenschaft hingegen lässt sich nicht verschieben. Deshalb wäre es auch für die Liegenschaftsbesitzer wichtig, dass der Verkaufsstandort Wil prosperiert.

Nun gibt es keine zusätzlichen 60000 Franken fürs Marketing. Was bedeutet das für Wil Shopping?

Ich denke, es ist eine verpasste Chance. Mit unserem Werbebudget von 4000 Franken können wir zwar einzelne Verkaufstage wie den 1. Mai in einem besonderen Mass bewerben, eine grössere Kampagne mit einer nachhaltigen Wirkung ist damit aber leider nicht möglich.

Gibt es einen Plan B?

Bezüglich Geldern für zusätzliche Marketingaktionen nicht. Wir hoffen nun, dass die Massnahmen zur Stärkung des Einkaufsstandorts, die wir zusammen mit der Stadt erarbeiten, eine positive Wirkung zeigen.

Können Sie Näheres zu diesen Massnahmen sagen?

Dazu ist es noch zu früh. Erste Ergebnisse sind wohl Ende Jahr spruchreif.

Bei Wil Shopping macht sich Zuversicht breit

Die Interessengemeinschaft Obere Bahnhofstrasse blickt optimistisch in die Zukunft. Gemeinsam mit der Stadt will sie den Einkaufsstandort Wil stärken. So soll sie mit der wachsenden Konkurrenz mithalten können.
Gianni Amstutz