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WIL: Schüler üben Umgang mit Respekt

Sozialpädagoge Thomas Sonnenburg, bekannt aus dem TV-Doku-Format «Die Ausreisser», berät diese Woche die Oberstufe Sonnenhof zum Thema Mobbing. Es ist denkbar, dass sich daraus eine längere Zusammenarbeit entwickelt.
Aaron Ehrat
Thomas Sonnenburg analysiert gespannt das Verhalten der Jugendlichen. (Bild: Aaron Ehrat)

Thomas Sonnenburg analysiert gespannt das Verhalten der Jugendlichen. (Bild: Aaron Ehrat)

WIL. Ein Schüler betritt das Schulzimmer. Darin sitzt eine kleine Gruppe seiner Klassenkameraden in einem engen Kreis beisammen. Als der Schüler mitsprechen will, erhält er keine Antwort und niemand beachtet ihn. Was auch immer er versucht, seine Mitschüler ignorieren ihn weiter und würdigen ihn keines Blickes.

Was in der Respekt-Woche der Oberstufe Sonnenhof Teil einer Arbeitssequenz zum Thema Mobbing ist, kann an jeder Schule passieren. Der bekannte Sozialpädagoge Thomas Sonnenburg führte die Übung mit allen Klassen der Oberstufe Sonnenhof in Wil durch. «Jedesmal lief das Experiment unterschiedlich ab. Gleich blieb nur, dass sich die Person, die ausgeschlossen wurde, schlecht fühlte», sagt der 52-Jährige.

Beziehung ist der Schlüssel

Humorvoll, aber dennoch seriös, versucht er den Schülern einen respektvollen Umgang untereinander zu vermitteln. «Eine gute Regel ist, sich zu überlegen, wie man sich selbst in der Haut des Gegenübers fühlen würde», erklärt er während seiner Arbeitsstunde. Doch wie bringt man einem Kind Respekt bei? «Man muss Vorbild sein, stets und ständig», sagt Sonnenburg. Er nennt ein Beispiel: Benutzen Eltern während eines Streits vulgäre Formulierungen, lerne das Kind diese und passe sich diesem Verhalten an. Auch die Beziehung zum Kind sei entscheidend. «Eine gute Beziehung führt meist auch zu einer erfolgreichen Erziehung.»

«Eine grossartige Chance»

Thomas Sonnenburg arbeitete lange mit problembetroffenen Jugendlichen. Mit dem TV-Doku-Format «Die Ausreisser» etablierte er Streetworking im deutschsprachigen Raum. Heute beschränkt er sich auf die Ausbildung von Fach- und Lehrpersonen sowie die Beratung von Schulen, wie zurzeit in Wil.

«Es ist eine grossartige Chance, jemanden mit so viel Erfahrung hier zu haben», freut sich Schulleiter Michael Hasler. Auch Sonnenburg schätzt die Zusammenarbeit mit der Schule sehr. «Wenn alles klappt, werde ich nächstes Jahr wieder am <Sonnenhof> sein.» Der Sozialpädagoge wünscht sich aber, dann etwas mehr Zeit mit jeder Klasse zu haben. «Damit man sich wirklich einarbeiten und auf bestehende Probleme eingehen kann.» Dieses Jahr dauerten die Inputs pro Klasse nur rund eine Stunde.

Partnerschaft denkbar

Für Sonnenburg ist es sogar vorstellbar, eine feste Partnerschaft mit der Oberstufe Sonnenhof einzugehen. «Der <Sonnenhof> ist keine Problemschule. Gerade deswegen wäre es interessant, die trotzdem bestehenden Schwierigkeiten aufzuzeigen und daran zu arbeiten.» Bereits jetzt ist der 52-Jährige vom einladenden Klima und den Umgangsformen von Schweizer Schulen überrascht. «In Deutschland ist es kaum vorstellbar, dass sich die Schüler am Ende der Stunde mit Händeschütteln von der Lehrperson verabschieden. Auch die Stimmung unter den Lehrern ist sehr angenehm. Das schafft eine gute Basis.» Als Grund dafür sieht er, dass viele deutsche Schulen grösser sind und dadurch die persönliche Bindung zwischen Schülern und Lehrern verloren geht.

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