WIL: Schaf mit Kirschlorbeer vergiftet

In Wolfertswil verendete ein Schaf durch Vergiftung mit einem Kirschlorbeerzweig. Zwei weitere Tiere haben die möglicherweise vorsätzliche Fütterung über den Zaun bis jetzt überlebt.

Michael Hug
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Der Kirschlorbeer ist eine giftige Pflanze und gilt als invasiver Neophyt. (Bild: Nana do Carmo)

Der Kirschlorbeer ist eine giftige Pflanze und gilt als invasiver Neophyt. (Bild: Nana do Carmo)

WIL. «Ich dachte nicht im geringsten daran, dass da etwas so Schlimmes passiert ist», sagt Andreas Sauter. Am vorgestrigen Mittwochmorgen fand der Wolfertswiler Schafbauer drei seiner Schafe im Sterben. Eines konnte der Tierarzt nicht mehr retten, bei zwei weiteren Tieren hofft Sauter noch.

Schafe blöken, wenn Menschen in der Nähe sind, insbesondere auch dann, wenn sie über den Zaun gefüttert werden. So auch am Dienstagabend. Ein Nachbar hat das Blöken gehört, doch nicht allzu sehr Notiz davon genommen. Irgendjemand muss aber am Zaun gewesen sein, schlussfolgert Andreas Sauter. Denn: «Es lag ein Zweig mit grünen Blättern, der nicht hierher gehört, innerhalb dieser Umzäunung.»

Tierärztin diagnostiziert Vergiftung

Dass die Schafe vergiftet wurden, überraschte den Bauern. «Ich dachte erst an eine andere Ursache und liess die Tierärztin kommen. Die sagte mir dann, dass die Tiere das Gift von Kirschlorbeerblättern in den Magen bekommen haben. Da war mir klar, was das für ein Zweig ist.» In einem Streichelzoo können Tiere von Kindern oder Erwachsenen gefüttert werden. Doch auf seiner Weide, so Andreas Sauter weiter, spreche schon der elektrisch geladene Zaun dagegen. «Und die Tageszeit erst recht. Um diese Zeit füttert doch niemand mehr Schafe am Wegrand.» Dass es um 22 Uhr passiert sein muss, dafür spricht die Beobachtung des Nachbarn. Ausserdem seien seine 400 Schafe abends zum Melken im Stall und werden erst gegen acht Uhr abends wieder auf die Weide gelassen.

Absichtlich die Tiere damit gefüttert

«Nach acht Uhr abends ist es in dieser Jahreszeit dunkel, niemand macht mehr einen Spaziergang und füttert dabei Schafe. Es muss also absichtlich geschehen sein», folgert Andreas Sauter. Und begründet seine Vermutung mit folgendem Satz: «In unmittelbarer Nähe der Weide wächst kein Kirschlorbeerstrauch. Das ist ein Zierstrauch, der aber in Gärten, auch in Wolfertswil, oft vorkommt.»

Andreas Sauter weist auf die Schnittstelle am gefundenen Zweig: «Jemand hat die Zweige im eigenen Garten abgeschnitten, ist zur Weide gefahren oder gegangen und hat sie den Schafen verfüttert. Dieser jemand hat genau gewusst, was er tut. Das geschah nicht aus Dummheit.» Andreas Sauter hat bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Nun hofft er, dass die verarzteten Schafe durchkommen.

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