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WIL: Samariterin aus Leidenschaft

Mit ihrer Begeisterung für das Samariterwesen hat Carole Déteindre in kurzer Zeit 16 neue Vereinsmitglieder geworben. Diese Leistung wird nun mit der Nomination für den Titel «Samariter des Jahres» belohnt.
Mitmenschen in Not beizustehen ist Carole Déteindre ein grosses Anliegen. (Bild: PD)

Mitmenschen in Not beizustehen ist Carole Déteindre ein grosses Anliegen. (Bild: PD)

Der Samariterverband St. Gallen-Fürstentum Liechtenstein vergibt am 10. März den Titel des «Samariter des Jahres 2017». Unter den fünf Nominierten ist mit Carole Déteindre auch eine Wilerin. Dank ihrem Engagement konnte der Samariterverein Wil und Umgebung 16 neue Vereinsmitglieder aufnehmen. «Ein grosser Teil von ihnen stammt aus meinem Freundeskreis. Einige wurden bei Kursen auf uns aufmerksam, andere über Gespräche bei Postendiensten oder nach Notfallsituationen, in denen sie Hilfe leisten mussten», sagt Carole Déteindre.

Den Leuten die Angst nehmen

Ihr ist es ein grosses Anliegen, dass die Bevölkerung für Notfälle besser geschult wird. Sei dies durch Kurse oder die Mitgliedschaft im Samariterverein. «Wichtig ist vor allem, dass wir den Leuten die Angst nehmen, helfen zu können. Denn viele haben keine Ahnung, wie sie in einer Notsituation regieren müssen», weiss die Samariterin. Ihr selber ging es vor rund 16 Jahren gleich. Damals besuchte sie als Mutter eines Sohnes im Samariterverein den Kurs Notfälle bei Kleinkindern: «Mir war es wichtig, dass ich bei einem Ernstfall Ruhe bewahren und richtig reagieren kann. Dies gehört für mich dazu, wenn ich die Verantwortung für ein Kind übernehme.»

Heute hat Carole Déteindre fünf Söhne und ist seit zehn Jahren aktive Samariterin. «Beim Einstieg in den Samariterverein war es für mich wichtig, dass ich mir das Fachwissen ohne Druck aneignen konnte. Durch die Übungen und die Sanitätsdienste an verschiedenen Veranstaltungen habe ich immer mehr dazugelernt», erzählt sie. Inzwischen unterstützt sie die Samariterlehrer bei Workshops und Kursen in Schulen und Firmen mit ihrem Fachwissen, bringt Kindern bereits im Kindergartenalter einfache Bausteine der Ersten Hilfe bei, und leitet seit vergangenem Jahr selber öffentliche Kurse.

Sanitätsdienst ist freiwillig

Wenn Carole Déteindre vom Samariterwesen erzählt, blüht sie auf. Kein Wunder gelingt es ihr, Interessierte für «ihren» Verein zu gewinnen. «Die Neumitglieder sind alle aus freien Stücken zu uns gekommen. Ich habe niemanden gezwungen oder dazu gedrängt», sagt sie. Man spürt, dass ihr die Erste Hilfe am Herzen liegt und es ihr nicht darum geht, möglichst viele Vereinsmitglieder zu gewinnen. Während Carole Déteindre selber gerne an Veranstaltungen Sanitätsdienst leistet, weiss sie, dass dieser für Neumitglieder oft eine Hürde ist. Deshalb versichert sie: «Bei uns muss niemand Sanitätsdienst leisten, der dies nicht möchte oder sich dafür noch nicht bereit fühlt.» Ihre Aufgabe als Verantwortliche für die Neumitglieder sei es, die Motivation und Erwartung jedes einzelnen zu erfassen und den persönlichen Weg aufzuzeigen. So fühle sich jeder wohl und werde weder unter- noch überfordert. Die Rekrutierungsarbeit von Carole Déteindre scheint zu fruchten. Während in den vergangenen Jahren durchschnittlich pro Jahr ein Neumitglied im Wiler Samariterverein aufgenommen werden konnte, waren es in den vergangenen Monaten deren 16. «Diesen Wandel wünsche ich jedem Verein, bei welchem Mitglieder fehlen», sagt die Wilerin. Die Nominierung für den Titel des «Samariter des Jahres» kam für sie überraschend. Sie hofft die Nomination nutzen zu können, um weitere Personen für die Nothilfe zu gewinnen: «Es ist nie zu spät im Samariterverein einzusteigen und Mitmenschen in Not beizustehen.» (pd/red)

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