Wil rüstet Informatik an Schulen auf: Zwei Millionen Franken für neue Informatikmittel wie auch Medienpädagogikstellen genehmigt

Das Parlament spricht sich für die Aufrüstung der IT an den Schulen der Stadt Wil aus. Die Schaffung neuer Stellen im Bereich Medienpädagogik war jedoch umstritten.

Gianni Amstutz
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Die Stadt Wil schafft für ihre Schulen und Kindergärten Informatikgeräte für rund zwei Millionen Franken an.

Die Stadt Wil schafft für ihre Schulen und Kindergärten Informatikgeräte für rund zwei Millionen Franken an.

Bild: Pius Amrein

Diskussionen waren bei dieser Vorlage programmiert. Der Stadtrat beantragte einen Kredit von rund zwei Millionen Franken zur Aufrüstung der IT an den Schulen. Dies soll durch die Anschaffung neuer Geräte geschehen. Dass dies nötig ist, darüber herrschte weitgehend Konsens.

Höchst umstritten war hingegen, dass im Zuge der Vorlage auch Stellen in der Medienpä­dagogik im Umfang eines 100-Prozent-Pensums geschaffen werden sollen. Die zusätzlichen jährlichen Kosten würden sich auf 110'000 bis 156'000 Franken belaufen.

Noch im Dezember war ein ähnlicher Antrag zur Schaffung einer zentralen Fachstelle Medienpädagogik mit einem Pensum von 80 Prozent gescheitert.

Ein Bündnis aus Vertretern der Grünen Prowil, SVP und CVP versenkte das Stellenbegehren. Sie hatten bei der Schlussabstimmung zwei Stimmen mehr als die Befürworter der neuen Stelle.

Keine zentrale Fachstelle mehr

Ein Kritikpunkt war damals, dass eine zentrale Verwaltungsstelle geschaffen werden sollte. Diese sei zu fern vom Schulalltag und helfe im Unterrichtsalltag nur wenig, hiess es damals.

Diesem Anliegen habe man nun Rechnung getragen, wie sowohl die zuständige Stadträtin Jutta Röösli als auch Daniel Gerber, Präsident der Bildungskommission, ausführten.

Dies, indem anstatt einer zentralen Fachstelle gemäss dem Antrag Lehrkräfte mittels Zusatzausbildung zu Medienpädagogen weitergebildet werden sollen. Danach sollen diese Lehrkräfte nebst ihrer Lehrtätigkeit zusätzlich als Medienpädagogen fungieren.

Schulpräsidentin Jutta Röösli betonte den Aufholbedarf, den die Wiler Schulen im IT-Bereich hätten. Um den zielgerichteten Einsatz der Informatikmittel gewährleisten und koordinieren zu können, brauche es spezialisierte Medienpädagogen. Diese Aufgabe einfach nebenbei zu erledigen, werde den Anforderungen und der Bedeutung nicht gerecht.

Trotz dieser Änderung waren die Grünen Prowil mit dem Antrag des Stadtrats nicht einverstanden und warnten vor einer «Digitalisierungseuphorie».

Sie machten die Lösung beliebt, die 100 Stellenprozent auf die einzelnen Schuleinheiten aufzuteilen. So habe jede Schule eine hauptverantwortliche Person für die Medienpädagogik. Diese Empfehlung blieb jedoch im Parlament chancenlos.

Die SVP äusserte sich grundsätzlich kritisch zu den zusätzlichen Stellen in der Medienpäda­gogik. Ursula Egli sagte im Namen ihrer Fraktion, dass der Bereich Medienpädagogik auch von der bereits existierenden Stelle Leiter Pädagogik erledigt werden könne.

«Hier zu sparen, wäre der falsche Weg»

FDP, SP und CVP sprachen sich hingegen klar für die Schaffung der neuen Stellen aus. CVP-Parlamentarierin Brigitte Gübeli sagte:

«Schüler brauchen Medienkompetenzen, die weit über die reine Anwendung hinausgehen.»

In diesem Bereich zu sparen, sei der falsche Weg. Ausserdem seien die 100 Stellenprozent angesichts von rund 2500 Schülerinnen und Schülern in Wil sehr massvoll.

FDP-Fraktionspräsident Adrian Bachmann sagte, dass die Informatik in der Gesellschaft und an den Schulen stetig an Bedeutung gewinne. Die FDP wäre sogar bereit gewesen, noch mehr Geld in die Beschaffung der Geräte zu investieren.

Auch die Medienpädagogikstellen seien aus Sicht der Liberalen unbestritten nötig. Das Parlament genehmigte die Stellen schliesslich mit 31 Ja- zu 6 Neinstimmen.