WIL: Romantisch die Saison eröffnet

Die Musikerinnen Marietta Bosshart und Eleonora Em eröffneten am Sonntag die Konzertreihe im Baronenhaus mit Werken romantischer Komponisten. Im neuen Programm 2017/2018 werden vier Konzerte zu hören sein.

Carola Nadler
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Eleonora Em (Klavier) und Marietta Bosshart (Oboe) während ihres Konzertes im Baronenhaus. (Bild: Carola Nadler)

Eleonora Em (Klavier) und Marietta Bosshart (Oboe) während ihres Konzertes im Baronenhaus. (Bild: Carola Nadler)

Carola Nadler

redaktion@wilerzeitung.ch

Andrea und Roland Bosshart-Schaffhauser hatten Anfang Jahr die Organisation der Wiler Baronenhauskonzerte übernommen. Im Januar hatte nach einer rund einjährigen Pause bereits ein Konzert stattgefunden. Nun wurde am Sonntag das neue Jahresprogramm 2017/2018 mit insgesamt vier Konzerten eröffnet.

Mit Marietta Bosshart (Oboe) und Eleonora Em (Klavier) konnten zwei junge Musikerinnen gewonnen werden, die bestens ausgebildet sind, wie Roland Bosshart in seiner Begrüssung sagte. Die koreastämmige und in Russland aufgewachsene Pianistin habe in Marietta Bosshart eine musikalische Freundin gefunden. Die Oboistin selbst stammt aus Wil und hat im Jahr 2014 den Kulturförderungspreis der Stadt Wil erhalten. «Für uns ist es eine besondere Freude, unsere Tochter quasi in einem Heimspiel zu erleben», so Bosshart weiter.

Auf dem Programm des Duos standen Werke romantischer Komponisten, so am Beginn eine Sonate des französischen Impressionisten Camille Saint-Saëns. Diese Sonate ist im Todesjahr des Komponisten, 1921, entstanden. Saint-Saëns hatte grossen Gefallen am Klang der Holzbläser gefunden und in Folge zwei weitere Werke für Fagott und Klarinette geschrieben. Die in freier Form komponierte Sonate strahlte durch das Spiel von Marietta Bosshart grosse innere Ruhe aus: Sie schaute den verklingenden Tönen nach, wie sie an die Zimmerdecke schwebten, und liess sie dort verhallen, bevor sie den nächsten Klang gestaltete. Genau hundert Jahre vor der Geburt Bossharts hat der Däne Carl Nielsen zwei Fantasiestücke für Oboe und Klavier komponiert. Als grosser Kenner der Oboe gelang es dem Komponisten, dem Instrument Melodien zu schreiben, mit denen es zu singen vermochte, mal romantisch-sinnierend, mal neckisch-kokettierend.

Klangfülle des Flügels genussvoll ausgekostet

Bevor in der f-Moll-Sonate des Italieners Carlo Yvon von beiden Instrumenten ein gleichwertiger Part zu hören war – auch der Oboe waren Begleitfunktionen zugeteilt worden – trat die Pianistin Eleonora Em in einem Solostück aus dem Schatten des Begleitinstrumentes heraus. In Franz Liszts Bearbeitung zweier Melodien aus Charles Gounods Oper «Faust» kostete die Musikerin die Klangfülle des Bechsteinflügels genussvoll aus. Im letzten Werk brillierten die beiden Musikerinnen mit aussergewöhnlicher Virtuosität und erhielten am Ende einen mehr als herzlichen Applaus.

Am Sonntag, 12. November, findet das nächste Konzert mit Benjamin Berweger (Tenor) und Sebastián Tortosa (Klavier) statt.