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WIL: Prüfung bestanden

Die Betreiber der Wiler Kleintieranlage müssen für das Tierwohl ab 2017 mehr machen als gesetzlich vorgeschrieben. Um das Zertifikat zu erhalten, wurde die Anlage am Dienstagabend inspiziert.
Simon Dudle
Auf Kontrollgang: Eine Voliere Ernst Weibels (rechts) steht unter der Beobachtung von Heinz Hochuli (links) vom Verband Kleintiere Schweiz. Fabian Weibel, Präsident der Wiler Kleintieranlage, wartet gespannt auf das Resultat. (Bild: Simon Dudle)

Auf Kontrollgang: Eine Voliere Ernst Weibels (rechts) steht unter der Beobachtung von Heinz Hochuli (links) vom Verband Kleintiere Schweiz. Fabian Weibel, Präsident der Wiler Kleintieranlage, wartet gespannt auf das Resultat. (Bild: Simon Dudle)

WIL. Die Stimmung ist angespannt auf der Kleintieranlage zwischen der Schreinerei Fust und der Autobahn im Wiler Südquartier. Für die Betreiber geht es um die Zukunft ihres Hobbies. Von der Stadt Wil, der Eigentümerin des Bodens, sind sie faktisch gezwungen worden, ein Zertifikat des Verbandes Kleintiere Schweiz zu erlangen. In diesem wird bescheinigt, dass betreffend Tierhaltung mehr gemacht wird als gesetzlich vorgeschrieben. Eine solche Vorgabe gibt es in keiner anderen Schweizer Stadt. Dies geschah, nachdem Tierschützer Erwin Kessler Druck gemacht hatte. Für diesen stellt die Zertifikaterteilung allerdings nicht mehr als eine Alibiübung dar, da Tierquälerei aus seiner Sicht immer noch möglich ist. Reicht einer der Tierzüchter das Zertifikat bis Ende Jahr nicht ein, wird ihm die Pacht gekündigt.

Einer der sieben Halter von Vögel, Hennen und Kaninchen ist Ernst Weibel. Er verbringt jeden Tag rund fünf Stunden auf der Anlage bei seinen Vögeln. «Es ist ein Hobby, das mir viel Erfüllung gibt», sagt Weibel. Seine Volieren, ob drinnen oder draussen, stehen nun unter kritischer Begutachtung von Heinz Hochuli. Das Vorstandsmitglied von Kleintiere Schweiz ist im Auftrag des Verbandes aus dem Kanton Aargau nach Wil gefahren, um die Zertifizierung vorzunehmen.

Schon bald kramt er den Klappmeter hervor und misst: Die erste Voliere ist gross genug für vier Vögel. Mehr flattern nicht herum. Erfüllt. Allerdings entdeckt Hochuli auch ein kleineres Gehege. «Dieses darf nur vorübergehend für verletzte Vögel gebraucht werden», sagt er. Kein Problem für Weibel, denn der Käfig steht leer und wird laut seinen Angaben effektiv nur für kranke Tiere verwendet.

Auch die Stellvertretung muss geregelt sein

Als nächstes werden Papiere kontrolliert. Weibel muss die Halterbewilligung und das Bestandeskontrollblatt vorweisen. Auf diesem ist vermerkt, welche exotischen Tiere er züchtet. Auch das Licht ist ein Faktor. Darum hat Hochuli nun das Luxmessgerät in der Hand. Mindestens 15 Lux sind vorgeschrieben, deutlich mehr werden gemessen. Jetzt wird das Grundwissen des Halters erfragt. Es geht um meldepflichtige Krankheiten, Artenschutzverordnungen und Bestimmungen für Ausführungen. Kein Problem für Weibel. Sofort entbrennt eine Fachdiskussion.

Punkt für Punkt des dreiseitigen Fragebogens wird in der Folge abgearbeitet. Themen sind das Futter, die richtige Temperatur in den Volieren, die Stellvertretung bei Ferienabwesenheiten von Weibel und nicht zuletzt auch der Gesamteindruck.

Alle bekommen das Zertifikat

Dann folgt die Stunde der Wahrheit. Weibel hat überall erfüllt, wird zertifiziert und demnächst eine entsprechende Plakette erhalten. Ebenso geht es den anderen sechs Kleintierhaltern. Überraschend kommt das nicht. Den Züchtern waren die Kriterien vor der Zertifizierung bekannt, und sie konnten sich darauf vorbereiten. Zudem musste jeder 100 Franken pro Tierrasse für die Zertifizierung entrichten. Hochuli sagt: «Es gab auch schon Fälle, in denen wir die Zertifizierung nicht erteilen konnten. So wurde zum Beispiel ein Kaninchen in einer Badewanne gehalten.» Das seien aber einzelne schwarze Schafe.

Auf der Kleintieranlage ist die Stimmung wieder gelöst. Ob sich das Thema erledigt hat, bleibt offen. Kessler hat angekündigt, die Sache im Auge zu behalten.

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