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WIL: Positive Bilanz trotz viel Kritik

Was ist Kunst und was nicht? Mit dieser Frage setzten sich in den letzten Tagen viele Wiler auseinander. Denn die ArtWil 2016 provozierte – und zwar nicht nur wegen des schmutzigen Putzlappens über der Oberen Bahnhofstrasse. Die Veranstalter zeigen sich zufrieden.
Christof Lampart
Fridolin Schoch, Edmée Laurin und Domingo Chaves (von links) bei der Präsentation ihrer Kunstauslegung «Limited Time Offer». (Bild: Jörg Roth)

Fridolin Schoch, Edmée Laurin und Domingo Chaves (von links) bei der Präsentation ihrer Kunstauslegung «Limited Time Offer». (Bild: Jörg Roth)

WIL. Kunst muss nicht, kann aber durchaus anecken – und dadurch das kritische Bewusstsein des Individuums schärfen. Mal kurzzeitig, mal nachhaltig. Aber wenn sie es dann tut, dann meistens gewollt. Nimmt man diese Prämisse als Massstab, um zu erörtern, ob die unter dem Label ArtWil 2016 in der Sommerferienzeit vom Toggenburger Kunstverein Arthur Juniors durchgeführte Ausstellung «Shopping» ein Erfolg gewesen ist oder nicht, so muss die Antwort zwangsläufig Ja lauten.

Zu Ehren des Verschleisses

Denn die Arbeiten der insgesamt neun Kunstschaffenden aus dem In- und Ausland, die in sechs Gruppen zusammenfanden, sind total unterschiedlicher Natur und reichen von der gebuchten und nicht angetretenen Ferienreise nach Istanbul (Stichwort: erkaufte Zeit), über «schmollende Schoggi» bis hin zur einer eigenen Wiler Währung und dem eben schon erwähnten, kaum übersehbaren gigantischen Putzlappen. Letzterer, angebracht vom Künstlerkollektiv Domingo Chaves, Edmée Laurin und Fridolin Schoch, weht seitdem an der Bahnhofstrasse, über den Köpfen der Passanten, neben den anderen Wappen, zu Ehren des Verschleisses, der Sauberkeit und des Überflusses. Zur Erinnerung: Am 9. Juli erhielten die sechs Einzelkünstler/Kollektive je 1000 Franken mit der Bedingung überreicht, dieses Geld an der Oberen Bahnhofstrasse komplett auszugeben und aus den gekauften Gegenständen ein Kunstwerk zu kreieren.

«Man muss mit allem rechnen»

Gesponsert wurde das Unterfangen von Shopping Wil. Der Präsident von Shopping Wil, Jürg Wipf, bewertet «Shopping» in der Nachbetrachtung persönlich als «interessant und gelungen», doch sieht er – falls es eine ähnliche Kunstaktion wieder einmal geben sollte – durchaus noch Verbesserungspotenzial. «Man hätte vielleicht die Ausstellung besser beschildern und dadurch bei den Einheimischen und Auswärtigen besser bekannt machen können», erklärt Wipf. Dass das Gezeigte nicht jedem gefalle, dafür habe er Verständnis – doch das sei gewissermassen auch die Absicht gewesen. «Wenn man Kunstschaffenden nun einmal eine <carte blanche> gibt, dann muss man halt mit allem rechnen», so Wipf.

Konsum und Kunst

Auch die Wiler Kulturbeauftragte, Kathrin Dörig, ist mit dem Verlauf der Cross-Media-Kunstaktion entlang der Äbtestädter Shoppingmeile zufrieden: «Meine Erwartungen wurden erfüllt – nicht zuletzt auch hinsichtlich der Aufmerksamkeit, welche die Ausstellung auch über die engere Region hinaus generierte», so Dörig. Dass das Thema «Shopping» nicht nur im Alltag der Menschen stark verwurzelt sei, sondern auch als «Konsum» Kunstrelevanz besitze, sei hier augenfällig gewesen.

Diskussionen provoziert

Und schliesslich ziehen auch die selbsternannten Künstlernomaden von Arthur Juniors eine positive Bilanz über die letzten Wochen in Wil: «Ja, wir haben es mit junger und direkter Kunst geschafft, gehalt- und wertvolle Diskussionen zu eröffnen. Diskussionen über das Einkaufen, das uns alle doch irgendwie beschäftigt», resümiert Arthur-Junior-Mediensprecher Marcel Hörler.

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