WIL: Plötzlich ohne Hauptsponsor

Das mittelalterliche Hof-Spektakel Wil leidet doppelt unter Geldmangel: einerseits wegen der wetterbedingten Defizite in den vergangenen Jahren, andererseits wegen des Fehlens eines Hauptsponsors für 2017.

Hans Suter
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Philippe Weder und Bonny Huber planen Schlechtwetter-Franken für das Hof-Spektakel. (Bild: Hans Suter)

Philippe Weder und Bonny Huber planen Schlechtwetter-Franken für das Hof-Spektakel. (Bild: Hans Suter)

WIL. Eine Änderung der Marketingstrategie – und weg ist der Hauptsponsor. Das ist dem Verein Hof-Spektakel widerfahren. «Das Unternehmen hat uns von der ersten Stunde an grosszügig unterstützt und bleibt uns als Co-Sponsor weiterhin treu», sagt Präsident Philippe Weder. Co-Sponsoren unterstützen das weitherum bekannte Wiler Mittelalterfest mit 3000 Franken, während der Hauptsponsor eine Leistung von 6500 Franken erbringt. Sponsoren und Gönner bezahlen 500 bzw. bis 499 Franken. Das Fehlen eines Hauptsponsors für 2017 ist aber nicht die einzige Sorge von Philippe Weder. «Es ist in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger geworden, Sponsoren zu gewinnen und sie über einen längeren Zeitraum halten zu können», sagt der Vereinspräsident. Die Ursache sieht er einerseits in der Verschärfung des Wettbewerbs, andererseits in Änderungen der Marketingkonzepte. Das hat zur Folge, dass die Finanzierung des mittelalterlichen Hof-Spektakels 2017 noch nicht gesichert ist. «Sicher ist erst, dass es stattfinden wird», sagt Philippe Weder optimistisch. Er und seine Partnerin Bonny Huber haben auch schon eine Idee, wie sie den grössten Unsicherheitsfaktor – das Wetter – finanziell berechenbarer machen können.

Einen Franken für das schlechte Wetter

Bei ansprechendem Wetter zieht das Hof-Spektakel etwa 10 000 Besucherinnen und Besucher an. Das schlechte Wetter der diesjährigen Veranstaltung hatte zur Folge, dass nur etwa 7500 Besucher kamen. Unter dem Strich resultierte ein Defizit von rund 7000 Franken. «Anstatt den Wegzoll (Eintritt) generell zu erhöhen, wollen wir neu einen Schlechtwetter-Franken einführen», sagt Philippe Weder. Für Bonny Huber, die das Kassakonzept verantwortet, bedeutet das durch den grösseren Münzenverkehr für das Wechselgeld zwar einen beachtlichen Mehraufwand. Doch es dürfte sich lohnen: Bei 7500 Besuchern käme ein Betrag zusammen, der das Defizit vermutlich decken würde.

Neu wird das Hof-Spektakel im Zwei-Jahres-Rhythmus im Herbst in Jahren mit ungerader Zahl durchgeführt. In der Hoffnung auf besseres Wetter findet das nächste Mittelalterfest vom 8. bis 10. September 2017 statt.