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WIL: Pfadiheim: Druck auf den Stadtrat

Das sanierungsbedürftige Wiler Pfadiheim «Roter Ziegel» befindet sich in einem Dilemma: Stiftungen unterstützen das Sanierungsvorhaben, wenn auch die Stadt finanzielle Hilfe zusagt. Doch dieser geht es zu schnell.
Hans Suter
Das Pfadiheim «Roter Ziegel» oberhalb des Stadtweiers befindet sich ausserhalb der Bauzone, was die Sanierung noch anspruchsvoller macht. (Bilder: Hans Suter)

Das Pfadiheim «Roter Ziegel» oberhalb des Stadtweiers befindet sich ausserhalb der Bauzone, was die Sanierung noch anspruchsvoller macht. (Bilder: Hans Suter)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

Vor der Tonhalle bot sich am Donnerstagabend ein ungewohntes Bild. Kinder der Wiler Pfadi empfingen die eintreffenden Stadtparlamentarierinnen und -parlamentarier mit einem Spalier und überreichten ihnen einen Miniatur-Ziegelstein und ein Informationsblatt mit dem Titel «Umbau Pfadiheim Roter Ziegel. Wir brauchen Ihre Unterstützung!» Das ab 1957 in Fronarbeit gebaute und 1961 dem Betrieb übergebene Wilder Pfadiheim ist sanierungsbedürftig. Das oberhalb des Stadtweiers gelegene Gebäude befindet sich allerdings ausserhalb der Bauzone, was den Spielraum für eine Renovation einschränkt. Ein ausgearbeitetes Projekt geht von Sanierungskosten von rund einer Million Franken aus. Zu viel für die Pfadi.

Exekutive zur Stellungnahme eingeladen

So wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um an Geld zu kommen. Erster grosser Erfolg: Die St. Galler Kantonalbank steuert 100000 Franken aus ihrem Jubiläumswettbewerb bei. Dieses Geld muss aber bis Ende 2018 eingesetzt werden, sonst droht es zu verfallen. Auch von Stiftungen und weiteren Gönnern gibt es positive Signale. Doch diese Gelder fliessen nur, wenn sich auch die Stadt Wil in angemessenem Mass beteiligt. Ein Entscheid dazu liegt aber noch nicht vor, was die Pfadi in Zeitnot bringt. Deshalb hat der ehemalige Pfadfinder Adrian Bachmann (FDP) eine Interpellation unter dem Titel «Für ein neues Pfadiheim» eingereicht. Mit vier Fragen wollte er sich über den aktuellen Stand der Gespräche zwischen Stadtrat und Pfadi über das Bauvorhaben erkundigen, über die Anerkennung und die Höhe einer Beteiligung der öffentlichen Hand und über die Bereitschaft, einen entsprechenden Betrag ins Budget 2018 aufzunehmen.

Stadtrat schiebt den Entscheid auf

In seiner Antwort anerkennt der Stadtrat die Arbeit und Bedeutung der Pfadi. Alternativ hat er gar vorgeschlagen, selber als Bauherr aufzutreten und der Pfadi dann die Nutzung zu ermöglichen. Die Pfadi beurteilt diese Variante kritisch und hält an ihrem Gesuch um einen Investitionsbeitrag fest. Der Stadtrat seinerseits möchte das Gesuch zum Anlass nehmen, den Umgang mit Investitionsgesuchen von Wiler Vereinen grundsätzlich zu prüfen. So wurde eine departementsübergreifende Arbeitsgruppe beauftragt, entsprechende Richtlinien zuhanden des Stadtrats zu erarbeiten. Die Begründung: Gesuche von Vereinen sollen nach möglichst einheitlichen Kriterien geprüft und beurteilt werden. Der Stadtrat kommt in seiner Antwort deshalb zum Schluss, dass zum heutigen Zeitpunkt noch keine Aussage zu einem allfälligen Investitionsbeitrag gemacht werden könne, auch wenn er sich grundsätzlich für den Erhalt und die Sanierung des Pfadiheims ausspreche.

Adrian Bachmann baut Druck auf

Das bringt die Pfadi in ein Dilemma. Nimmt der Stadtrat keinen angemessenen Beitrag in das Budget 2018 auf, kann frühestens 2019 wieder mit Stiftungen verhandelt werden, die ihren Beitrag von einem Engagement der Stadt abhängig machen. Stadtrat Dario Sulzer äusserte sein Verständnis für die Pfadi, machte aber auch klar: «Leider sind die politischen Prozesse nicht immer kompatibel mit den Erwartungen.» Da der Budgetprozess 2018 Ende September abgeschlossen wird, scheint die Aufnahme eines Investitionsbeitrags für die Pfadi für 2018 aussichtslos.

Doch das will Adrian Bachmann nicht hinnehmen und stellt einen Antrag um Aufnahme ins Budget in Aussicht. «Drei Viertel aller Parlamentarier haben meine Interpellation unterzeichnet», sagte er. Das Anliegen sei also nicht aussichtslos. Deshalb verspreche er, in dieser Sache hartnäckig zu bleiben. «Ich will jetzt aber nicht drohen», fügte er hinzu. «Als Politikwissenschafter mache ich mir aber auch über die staatspolitischen Signale unseres Parlamentsbetriebs Gedanken. Und da wäre es doch wirklich blöd, wenn man nachher sagen müsste, der Stadtrat habe bei der Budgeterstellung die klaren Signale aus dem Parlament völlig in den Wind geschlagen.»

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