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WIL: Oft im Einsatz um Leben und Tod

Der eine kam zweimal schon in eine Lawine, der andere ist gerne in den Bergen. Bergretter Bruno Jelk und St. Galler Regierungspräsident Fredy Fässler haben eins gemeinsam: Sie sind mit Herzblut bei der Sache.
Christof Lampart
Der Bergretter Bruno Jelk und St. Galler Regierungspräsident Fredy Fässler mit Moderator Roland P. Poschung (von links). (Bild: Christof Lampart)

Der Bergretter Bruno Jelk und St. Galler Regierungspräsident Fredy Fässler mit Moderator Roland P. Poschung (von links). (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

redaktion@wilerzeiteung.ch

Anfangs Woche hatten die Verantwortlichen der Volkshochschule Wil noch um Bergretter Bruno Jelk zittern müssen – schliesslich war Zermatt tagelang eingeschneit. Aktuell läuft der Verkehr wieder normal, doch die Lawinengefahr ist nach wie vor prekär. «Wir hatten seit drei Jahren nicht so viel Schnee. Auf 3000 Meter liegt er drei Meter hoch», schildert Bruno Jelk, der mit St. Galler Regierungspräsident Fredy Fässler zum Gespräch der Volksschule Wil eingeladen wurde.

Klar könne man im unwegsamen Gelände auch mittel Helikopter Lawinensprengungen durchführen, doch könne man nur fliegen, wenn das Wetter gut sei. Generell sei man aber als Bergführer und -retter in der Region Zermatt es sich gewohnt, mit den Naturgewalten umzugehen. Nicht nur, dass Jelk im Berufsleben bereits mehrere tausend Leute aus den Bergen rettete und Hunderte an Toten barg. Auch er selbst wurde schon zweimal von einer Lawine verschüttet. Einmal sei er noch mit dem Seil der Seilschaft verbunden gewesen. «Da haben sie mich dann aus dem Schnee herausgezogen, was ich dann einige Zeit lang an der Hüfte gespürt habe», so der Bergretter lakonisch.

Spontansammlung erbrachte 1500 Franken

Nebst seiner Arbeit als Bergretter, ist Jelk die Hilfe zur Selbsthilfe in Nepal ein grosses Anliegen. «Die Leute sterben dort einfach, wenn sie krank sind oder wenn sie in Bergnot sind – einfach, weil es keine Hilfe gibt.» Deshalb gleiste Jelk auf eine Anfrage hin, die Schaffung einer nepalesischen Bergrettung von und für Einheimische auf. Ebenso liess er nach dem verheerenden Nepal-Erdbeben im 2015 Geld für Ärztecamps und den Bau von Schulen sammeln. «Ich sah Dörfer, da stand kein einziges Haus mehr, und die Leute lebten unter Blachen.» Umso erfreuter war er, als eine von Moderator Roland P. Poschung initiierte Spontansammlung den stolzen Betrag von 1500 Franken einbrachte.

Keine Gefährdung erkennen können

Fredy Fässler bekannte, dass er selbst wohl nicht allzu mutig sei. «Darum bin ich auch Chef der Polizei geworden und nicht Polizist an sich.» Fälle wie jener des Amokläufers, der jüngst in Flums zwei Menschen mit einer Axt schwer verletzte, gäben ihm zu denken. «Wir sind sehr selbstkritisch und hinterfragen ständig, was wir besser hätten machen können», so Fässler. In diesem Fall habe man einfach keine wirkliche Gefährdung erkennen können. Zwar sei der Mann unter der Beobachtung des Schulpsychologischen Dienstes gestanden, aber «die Instrumente, die man angewendet hat, haben nichts angezeigt, was eine Einsperrung gerechtfertigt hätte.» Wer nun behaupte, der Staat gehe zu lax gegen potenzielle Gewalttäter vor, irre. «Wenn wir gegen alle etwas unternehmen würden, die irgendwie auffällig sind, dann wäre der Saal hier halbleer und die Gefängnisse und Psychiatrischen Kliniken müssten dreimal so gross wie heute sein.»

Scharfschützen auf den Dächern

Angesprochen auf die Kosten, welche das WEF in Davos verursache, entgegnete Fässler, dass «St. Gallen nichts zahlt». Jedoch erhalte man die Einsätze der St. Galler Polizisten vergütet. Generell herrsche in Davos in den Tagen des WEF eine bedrückende Atmosphäre, der er persönlich nicht viel abgewinnen könne: «Dort sind 5000 Soldaten, Polizei und private Security à discretion im Einsatz. Und auf den Dächern sind Scharfschützen positioniert, die ständig mit dem Finger am Abzug sind.»

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