WIL: «Nicht mehr in die Zweikämpfe gefunden»

Wundenlecken bei der Schweizer Frauen-Fussballnationalmannschaft nach dem bitteren Ausscheiden in der Vorrunde an der EM in Holland. Die Wiler Mittelfeldspielerin Cinzia Zehnder blickt zurück und nach vorn.

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Die Schweizerinnen mit Cinzia Zehnder aus Wil (Mitte) mussten sich bereits auf die Heimreise begeben. (Bild: Salvatore Di Nolfi/KEY)

Die Schweizerinnen mit Cinzia Zehnder aus Wil (Mitte) mussten sich bereits auf die Heimreise begeben. (Bild: Salvatore Di Nolfi/KEY)

Gestern schon wieder das Flugzeug Richtung Schweiz besteigen zu müssen, war nicht vorgesehen, wurde aber Tatsache. Die Wilerin Cinzia Zehnder tat sich auch am Tag nach dem 1:1 gegen Frankreich, welches das bittere Ausscheiden in der Vorrunde bedeutete, schwer mit der Einordnung der Situation. Nach einer Nacht mit nur einer Stunde Schlaf sagte sie: «Ich habe es noch immer nicht realisiert, was passiert ist. Wir waren so nahe dran. Ich fühle eine Leere.» Im Spiel gegen die Französinnen stand Zehnder zum zweiten Mal hintereinander in der Startformation und spielte 79 Minuten. «Die erste Halbzeit war in Ordnung. Dann habe ich nicht mehr in die Zweikämpfe gefunden», sagte sie.

Wie schon nach der Partie gegen die Isländerinnen am vergangenen Samstag waren die Einschätzungen von Aussenstehenden unterschiedlich. Während Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Schweizer Fernsehen analysierte, Zehnder sei während des Turniers gewachsen, setzte es im «Blick» die Note 3 ab. «Sie hat erst Mühe, ihre Position zu finden. Steigert sich und ist in der Luft ein sicherer Wert», so die Einschätzung.

Nach dem Ausscheiden ist der Blick in die Zukunft zu richten. Eine zentrale Frage: Sieht sich Zehnder weiter in der Nationalmannschaft, obwohl sie diesen Sommer den Bundesligaclub Freiburg verlässt und zum FC Zürich zurückkehrt? «Ja, auch wenn ich nicht mehr bei jedem Zusammenzug dabei sein kann. Mehrere Nati-Spielerinnen sind in der Schweiz aktiv.»

 

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch